Es war ein Buch, das Deutsche haben mussten. Frischvermählten wurde es geschenkt. Politischen Gegnern wurde nach der Lektüre der Hetzschrift übel. Sein Autor, Adolf Hitler, konnte propagandawirksam genug später auf sein Gehalt als Reichskanzler - also NS-Diktator - verzichten, weil er an den Tantiemen des zweiteiligen Buchs über seine schöngefärbte Vergangenheit, seine zusammengeharkten Gegenwartsanalysen und seine verschwurbelten Zukunftsvisionen genug verdiente.

In Deutschland ist "Mein Kampf" aus guten Gründen nach wie vor verboten. Immer mal wieder gibt es Versuche, den Inhalt dieses Buchs als im Grunde schmählichen Quark zu entlarven. Etwa die berühmte Lesung von Helmut Qualtinger aus dem Buch, die die Absurdität seiner Vorlage mit Grusel-Komik unterstrich. Oder auf seine Art auch die grandiose Schnitzel-Sauerkraut-Parodie von Charles Chaplin in "Der große Diktator".