Pandemie Ausgefallener Weihnachtsmarkt nun im Juli

Zwei Frauen stoßen mit Glühwein in Bechern auf dem Weihnachtsmarkt an. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Dampfende Glühweintassen, Nelken- und Zimtdüfte, Kerzenschein und Adventslieder - viele fiebern landauf, landab den Weihnachtsmärkten im Dezember entgegen. Corona hatte dies zuletzt unmöglich gemacht. In Schwaben wird daher Weihnachten nun im Sommer zelebriert.

Weihnachtsstimmung mit Glühwein, Nikolaus und Christbaum im Hochsommer - dies soll an diesem Wochenende die Menschen ins schwäbische Dinkelscherben locken.

Im Hof eines Seniorenheims wird dann der im vergangenen Winter wegen der Corona-Krise ausgefallene Weihnachtsmarkt nachgeholt.

Die Veranstalter versprechen ganz klassisch weihnachtliche Musik, den Duft von Glühwein und Bratwurst sowie das gemütliche Beisammensein mit lieben Menschen. So wie es sonst auch bei den traditionellen Märkten im Advent üblich ist.

Organisator Paul Schreiber vom örtlichen Wirtschaftsförderverein Reischenau begründete den ungewöhnlichen Zeitpunkt, dass zwei Jahre lang die vorbereiteten "wunderschönen Weihnachtsmärkte" abgesagt werden mussten. Dann sei im Verein die Idee entstanden, im Rahmen der im Juli in der Marktgemeinde im Landkreis Augsburg laufenden Kulturwochen einen Weihnachtsmarkt zu veranstalten. Erstmal habe er geschluckt und dann gesagt: "Ja, warum nicht?"

Ob die etwa 6400 Einwohner Dinkelscherbens nach den Hitzetagen im Juni nun bereits in Weihnachtsstimmung seien, wisse er nicht, sagt Schreiber. "Aber wir versuchen, die Menschen etwas in Stimmung zu bringen." Die passenden Zutaten gibt es: Neben gebrannten Mandeln und Schupfnudeln werden typische Adventsprodukte wie Weihnachtskugeln, gravierte Kerzen sowie handgemachte Krippen angeboten. Außerdem stehen mehrere geschmückte Christbäume auf dem Gelände.

Sogar der Nikolaus kommt vorbei

Es gebe "alles, was zu einem richtigen Weihnachtsmarkt dazugehört", verspricht der Verein. Mehr als ein Dutzend Buden seien für den dreitägigen Markt aufgebaut worden, insgesamt gebe es 23 Stände auf dem Markt, erläutert Schreiber. Für die Kinder komme der Nikolaus mit einem Sack voller Geschenke vorbei.

Allerdings gibt es auch manche Alternativangebote - insbesondere wegen des nicht winterlichen Wetters. Wer beispielsweise Glühwein zu heiß finde, könne auf kühlen, südländischen Sangria ausweichen, empfiehlt der Organisator. Die dicken Jacken dürften auf jeden Fall daheim bleiben. Auch Bürgermeister Edgar Kalb wünschte sich "hoffentlich sommerliche Temperaturen" zum Weihnachtsmarkt.

Die Reaktionen auf den Sommer-Weihnachtsmarkt sind laut Schreiber ganz unterschiedlich. "Manche sagen, das ist totaler Blödsinn." Andere fragten, ob es ein Witz sei. Besonders gläubige Menschen kritisierten auch die Idee. Die Mehrzahl finde den Markt aber gut. Insbesondere im Internet habe das Projekt sehr positive Meldungen hervorgerufen, berichtet Schreiber. "Außerhalb von Dinkelscherben geht es rum wie ein Lauffeuer."

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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