Olympische Winterspiele Friedrich kontert auf dem Weg zum zweiten Bob-Double

Francesco Friedrich und seinen Crew liegen nach zwei Durchgängen im Viererbob in Führung. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Der Dominator wackelt kurz, gibt dann aber die passende Antwort. Francesco Friedrich steht vor seinem vierten Olympiasieg, es wäre das erste Bob-Double überhaupt.

Am Schlusstag der Olympischen Winterspiele in Peking kommt es in der Königsklasse Viererbob zu einem deutschen Duell um Gold.

Johannes Lochner setzte mit Bahnrekord in 58,13 Sekunden Francesco Friedrich zum Auftakt des Rennens in Yanqing gewaltig unter Druck. Doch der Dominator konterte im Stil eines Champions. Als erster Bobpilot der Welt peilt der Sachse das zweite Olympia-Double hintereinander an. Mit der Bestzeit im zweiten Durchgang übernahm der Doppel-Olympiasieger von Pyeongchang im Sliding Centre mit drei Hundertstelsekunden die Spitze.

Nach Lauf eins hatte der Rekordweltmeister Friedrich noch 0,16 Sekunden Rückstand auf Lochner. "Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht. Wir haben uns seit Oktober vorgenommen, nicht so weit zu rennen, und was machen wir? Wir rennen viel zu weit", kritisierte Perfektionist Friedrich. Sein Team reagierte im zweiten Durchgang und drückte den Startrekord auf 4,82 Sekunden.

"Damit konnten wir die Jungs schon ein bisschen schocken, auch mit der Endzeit. Das war wichtig, da vorzufahren", sagte Friedrich. Seine Crew begleitete im Ziel die Zwischenzeiten des nach ihnen im zweiten  Durchgang gestarteten Lochner-Teams mit einem lauten "Yes".

Lochner in Lauerstellung

Lochner, dessen baugleicher FES-Schlitten kaum Nachteile hat, liegt weiter in Lauerstellung. "Wenn er mal einen Fehler macht, müssen wir da sein. Im zweiten Lauf war es andersrum, da hat er uns wieder einen vor den Latz geknallt am Start, dann trifft er die Bahn runter und es verdoppelt sich der Startvorsprung", meinte Lochner nach seinen Fahrten in der 1615 Meter langen Bahn.

Er weiß, wenn Friedrich keinen Fehler macht und weiter so gut startet, "wird es verdammt eng für uns". Zumal der Kanadier Justin Kripps mit dem schnellsten Schlitten (140,21 km/h) als Dritter drückt. "Die lauern und wollen uns ärgern, die sehen es auch nicht gern, wenn ständig Schwarz-Rot-Gold vorne ist", sagte Lochner, für den der dritte Lauf "der alles entscheidende" wird.

Für Friedrich ist die "Psyche im Wimpernschlag-Finale" entscheidend. "Wir haben Spaß bei dem, was wir machen, aber auch immer Druck", sagte der 31-Jährige, der letztmals gegen Lochner im Viererbob-Weltcup am 4. Januar 2020 in Winterberg verlor.

Noch minimale Medaillenchancen hat auch der mit Startnummer zwölf ins Rennen gegangene Christoph Hafer vom BC Bad Feilnbach. Auf den Bronze-Rang von Kripps hat er nur 17 Hundertstelsekunden Rückstand. "Bei der Bahn ist noch alles offen, wenn Kripps kleine Fehler macht, dann kommt es uns entgegen. Ich habe noch zwei Jungs ohne Medaille", sagte Hafer, der im Zweierbob als Dritter den historischen Dreifacherfolg absicherte.

Margis wird Fahnenträger

Für Friedrichs Anschieber Thorsten Margis gab es schon vor dem Sonntag eine besondere Ehre. Nachdem Friedrich bei der Eröffnungsfeier in Peking gemeinsam mit Eisschnellläuferin Claudia Pechstein die Fahne trug, wird Margis bei der Schlussfeier am Sonntag das deutsche Team anführen: "Das ist eine unfassbare Ehre. Ich bin jetzt der erste Anschieber überhaupt in Deutschland, der eine Fahne anfassen darf, egal ob bei Eröffnungs- oder Schlussfeier."

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 

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