Niederlage zum Playoff-Auftakt Wie vernagelt: Die Tigers scheitern an Mannheims Torwart

Die Straubing Tigers unterlagen den Adler Mannheim im ersten Viertelfinalspiel. Foto: fotostyle-schindler.de

Es war einer dieser Tage, an dem das Tor des Gegners wie vernagelt schien, und so sollte es am Ende wohl einfach nicht sein: Ein starker Felix Brückmann im Mannheimer Gehäuse sicherte den Gästen am Sonntagnachmittag einen 3:2-Erfolg zum Auftakt der Playoff-Viertelfinalserie am Straubinger Pulverturm.

5 635 Fans sorgten für eine Wahnsinnsatmosphäre, die beiden Teams auf dem Eis boten einen mitreißenden und hochdramatischen Playoff-Kampf - mit dem glücklicheren Ende für die Adler. Nach der Partie waren sich jedoch beide Trainer einig: Es dürfte noch eine umkämpfte Serie werden. "Das war ein Wahnsinnsspiel für die Fans. Es war sehr emotional. Wir wussten, dass wir gegen ein sehr gutes Team spielen. Das wird eine gute und lange Serie werden", sagte Mannheims Trainer Bill Stewart. Straubings Tom Pokel meinte: "Wir spielen gegen eine ganz starke Mannheimer Mannschaft. Mir hat gut gefallen, wie wir aufgetreten sind. Wir hatten genügend eigene Chancen, um das Spiel zu gewinnen." Im Gehäuse setzte Pokel auf den US-Amerikaner Tyler Parks, der die Niederbayern als starker Rückhalt in den vergangenen Wochen ins Viertelfinale getragen hatte. Andreas Eder mischte als 13. Stürmer mit, rotierte so in verschiedene Formationen hinein und spielte vor allem im letzten Drittel seine läuferischen Stärken aus.

Angetrieben von der stimmungsvollen Kulisse suchten die Hausherren von Beginn an den Weg nach vorne. Die erste sehr gute Torchance bot sich Ex-Adler Cody Lampl aus zentraler Position in der fünften Minute. Doch Mannheims Schlussmann Felix Brückmann wischte den Puck aus dem Toreck. Beide Teams agierten von Beginn an sehr physisch, ein Gegenangriff sorgte dann in der neunten Spielminute für die Tigers-Führung - nur bekam das zunächst niemand mit.

Videobeweis vor Straubings 1:0

Nach schönem Steilpass von Jason Akeson auf Reihenkollege Kael Mouillierat umkurvte dieser das Mannheimer Gehäuse und versuchte es per Bauerntrick. Es schien, als hätte Brückmann rechtzeitig mit seinen Schienen reagiert und den Puck gehalten, doch die Hauptschiedsrichter wollten sich die Szene bei der nächsten Unterbrechung - einer Strafe gegen Chase Balisy - auf Video anschauen. Und siehe da: Die Aufzeichnung zeigte klar, dass Brückmann zu spät kam und den Puck erst nach vollständigem Überschreiten der Mannheimer Torlinie an den Schoner bekam. Und so jubelten zunächst vereinzelte Fans, die das ganze bereits auf Video kontrolliert hatten, ehe das gesamte Eisstadion am Pulverturm vollumfänglich erbebte.

Adler kommen stark aus der Kabine

Den Regeln entsprechend, aber bitter aus Straubinger Sicht: Auch wenn die Uhr zurückgestellt wurde, die Strafzeit gegen Balisy blieb bestehen. Ein Mannheimer Treffer hätte im Übrigen nicht gezählt. Und als kurz nach dem Straubinger Stürmer dann noch Benedikt Kohl in die Kühlbox wanderte, wussten die Gäste das auszunutzen. Der am Sonntag als Stürmer aufgebotene Mark Katic schlenzte den Puck von der blauen Linie in Richtung Straubinger Tor, und zweimal abgefälscht - zunächst von Jordan Szwarz und dann vom Knie von Tigers-Defender Lampl - fand dieser den Weg an Tyler Parks vorbei in die Maschen. Das 1:1 hatte in einer hart umkämpften Partie auch nach 20 Minuten Bestand, unter anderem weil Mouillierat eine gute Chance auf den zweiten Straubinger Treffer in Überzahl liegen ließ.

Der Start in den zweiten Abschnitt gehörte dann jedoch den Gästen aus Mannheim, die nun geradliniger auf das Straubinger Gehäuse spielten und folgerichtig mit 2:1 in Führung gingen. Nach einem Querpass von David Wolf quer durch die Straubinger Zone hatte der ehemalige Stanley-Cup-Champion Andrew Desjardins zu viel Raum und Zeit und vollendete deshalb gnadenlos unter die Querlatte zur Adler-Führung.

Erst eine Strafe gegen die Gäste brachte die Hausherren offensiv zurück ins Spiel. Es folgte ein Chancen-Feuerwerk der Tigers, nur ohne Ertrag. Akeson scheiterte an der Querlatte, Sandro Schönberger zielte nach Alleingang knapp vorbei und kurz vor Drittelende blieb die Scheibe knapp vor der Torlinie liegen. Der Ausgleich lag in der Luft, wollte aber im zweiten Drittel nicht mehr fallen. Die 2:1-Führung aus Sicht der Adler war zu diesem Zeitpunkt durchaus etwas schmeichelhaft.

Immer wieder Brückmann

Das Anrennen der Tigers fand im Schlussdrittel gegen nun einzig auf die Defensive fokussierte Adler seine Fortsetzung. Doch zumeist blieben die ganz großen Chancen der Niederbayern aus und spätestens beim stets sicher agierenden Brückmann war Endstation für die Bemühungen der Pokel-Auswahl. Die besten Möglichkeiten ließen Parker Tuomie aus dem Slot so wie der völlig allein gelassene Jason Akeson, der sich vor lauter Zeit und Raum verzockte, drei Minuten vor dem Ende liegen.

Danach nahm Pokel eine Auszeit, um sein Team für die letzten knapp zwei Minuten einzuschwören, und Parks zugunsten eines zusätzlichen Angreifers aus seinem Tor zu nehmen. Doch auch der Versuch, mit sechs Feldspielern den Ausgleich zu erzwingen, ging nach hinten los. Ein abgefangener Akeson-Querpass wurde zur Adlerbeute und Jordan Szwarz traf über die komplette Eisfläche zum vorentscheidenden dritten Mal für die Gäste.

Zwar hatten sich die Tigers weiterhin nicht aufgegeben und kamen noch einmal mit dem Mut der Verzweiflung durch ein Abstauber-Tor von Travis St. Denis auf 2:3 heran. In den verbleibenden 41 Sekunden wollte der Ausgleichstreffer aber erneut nicht gelingen. Einen Riesen-Tumult knapp zehn Sekunden vor der Schlusssirene beendeten die Referees mit einem Pfiff, obwohl die Scheibe frei spielbar hinter dem Mannheimer Gehäuse war. So ging Spiel eins der Serie an die Gäste, am Dienstagabend (19.30 Uhr) geht es in Mannheim weiter im Playoff-Programm.

 
 
 

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