Neues Jahr, neue Gesetze Das ändert sich 2022 für Verbraucher

Im Jahr 2022 kommen auf Verbraucher neue Gesetze zu. (Symbolbild) Foto: IMAGO / IlluPics

2022 gibt es wieder neue Gesetze und Regelungen, auf die sich Verbraucher größtenteils schon ab dem Jahreswechsel einstellen müssen. idowa hat die Änderungen in einem Überblick zusammengefasst.

Job und Geld

Mindestlohn

Aktuell liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 9,60 Euro pro Stunde. Im neuen Jahr steigt er gleich zweimal: Zum 1. Januar 2022 soll er auf 9,82 und zum 1. Juli 2022 auf 10,45 Euro angehoben werden. SPD, Grüne und FDP wollen den Mindestlohn auf 12 Euro pro Stunde erhöhen. Nach der einmaligen Anpassung soll die unabhängige Mindestlohnkommission über etwaige weitere Erhöhungsschritte entscheiden, wie es im Koalitionsvertrag heißt.

Anhebung der Altersgrenzen

Die Altersgrenzen steigen im Zuge der schrittweisen Anhebung des Renteneintrittsalters um einen weiteren Monat. Die Versicherten, die 1956 bzw. 1957 geboren wurden und für die keine Vertrauensschutzregelungen gelten, erreichen die Regelaltersgrenze mit 65 Jahren und zehn Monaten bzw. mit 65 Jahren und elf Monaten. Für alle folgenden Jahrgänge erhöhte sich die Altersgrenze zunächst um je einen weiteren Monat. Erst später wird in Stufen von zwei Monaten pro Jahrgang angehoben.

Briefporto wird im Januar teurer

Wer Briefe oder Postkarten verschickt, muss ab Januar etwas tiefer in die Tasche greifen als bisher. Die Bundesnetzagentur gab am Freitag die vorläufige Genehmigung für die Anhebung des Briefportos, wie die Bonner Behörde mitteilte. Ein Standardbrief kostet nach dem Jahreswechsel 85 Cent und damit 5 Cent mehr als bisher. Das Porto für den Kompaktbrief beträgt dann 1 Euro (bisher 95 Cent) und das für die Postkarte 70 Cent (bisher: 60 Cent). Andere Sendungsarten im Inland werden ebenfalls teurer. Mehr dazu lesen Sie hier: Standardbrief kostet bald 85 Cent

Kündigungsbutton

Wer einen Vertrag im Internet schließt, kann ihn künftig einfacher kündigen. Zum 1. Juli gilt für sogenannte Dauerschuldverhältnisse die Pflicht zu einem Kündigungsbutton, mit dem Verbraucher ihre Verträge ohne großes Suchen und Briefeschreiben wieder loswerden können.

Kürzere Kündigungsfristen

Bisher stand in vielen Allgemeinen Geschäftsbedingungen, dass Laufzeitverträge drei Monate vor Ablauf der Vertragslaufzeit gekündigt werden müssen. Ansonsten würden sie sich um ein Jahr verlängern.

Für Verträge, die ab dem 1. März 2022 geschlossen werden, gilt dies nicht mehr, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Diese dürfen nur noch eine Kündigungsfrist von einem Monat haben. Das heißt, Verbraucherinnen und Verbraucher können die Verträge dann jederzeit mit einer Frist von einem Monat kündigen.

Erhöhung des Kinderzuschlags

Der Kinderzuschlag, eine Leistung zusätzlich zum Kindergeld für Familien mit geringem Einkommen, wird leicht erhöht. Er steigt von 205 Euro um 4 Euro auf bis zu 209 Euro pro Monat pro Kind. Das gilt nach Angaben des Familienministeriums allerdings nur, falls nicht kurzfristig eine Kindergelderhöhung zum 1. Januar beschlossen wird.

EEG-Umlage

Die Umlage zur Finanzierung des Ökostroms (EEG-Umlage) sinkt zum Jahreswechsel auf 3,723 Cent je Kilowattstunde und damit um mehr als 40 Prozent. Billiger dürfte der Strom aber nicht werden, weil die Umlage nur ein Bestandteil des Preises ist und Versorger beim Einkauf mehr als vor einem Jahr zahlen. Mehr zum Thema lesen Sie hier: Was bleibt 2022 im Portemonnaie?

Zuschuss für betriebliche Altersversorgung

Wer seit 2019 eine betriebliche Altersvorsorge abgeschlossen hat, bekommt 15 Prozent Zuschuss vom Arbeitgeber. Ab 2022 muss dieser Zuschuss auch für Altverträge gezahlt werden, erklärt die Stiftung Warentest.

Den vollen Zuschuss erhält, wessen Verdienst unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Krankenversicherung liegt - die beträgt 58.050 Euro brutto im Jahr 2022. Bei höherem Verdienst darf der Zuschuss gleitend abgesenkt werden.

Weitere Artikel

 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading