Jetzt doch Bistum Regensburg will Missbrauchskommission einrichten

Jetzt doch: Das Bistum Regensburg will eine Missbrauchskommission einrichten (Symbolbild). Foto: Armin Weigel, dpa

Das katholische Bistum Regensburg will nun doch eine Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche einrichten.

"Die konstituierende Sitzung der Aufarbeitungskommission findet in den nächsten Tagen statt", teilte das Bistum am Freitag mit. Kurz zuvor hatte ein Sprecher noch gesagt, Regensburg wolle keine Kommission einrichten und verhandle mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, über einen Sonderweg. Rörig gab dagegen auf Anfrage an, von diesen Verhandlungen nichts zu wissen. Seine Sprecherin begrüßte nun die Entscheidung aus Regensburg, eine Kommission einzurichten.

Vor rund einem Jahr hatte der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) sich auf eine "Gemeinsame Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland" geeinigt und beschlossen, unabhängige Aufarbeitungskommissionen in allen 27 Bistümern einzusetzen. Rörig sprach damals von einer "historischen Entscheidung".

Das Bistum Regensburg mit seinem konservativen Bischof Rudolf Voderholzer hatte allerdings zunächst betont, man sei dort schon viel weiter als in anderen Bistümern und sehe keine Notwendigkeit für eine neue Kommission. Tatsächlich hatte man dort beispielsweise schon deutlich früher erklärt, Zahlungen für Missbrauchsopfer auf 50 000 Euro aufzustocken. Außerdem hat das Bistum vor allem Fälle bei den weltberühmten Regensburger Domspatzen bereits aufgearbeitet und wissenschaftliche Studien dazu veröffentlicht.

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