Vor Beginn schaute ein Herr ins Programmheft und versicherte seiner Begleitung, dass er die Handlung dieser Oper ungefähr so interessant fände wie ein vertontes Telefonbuch. Damit ist er nicht allein: Giacomo Puccinis "La fanciulla del West" mögen die meisten Opernbesucher eher weniger.

Die Neuinszenierung der Bayerischen Staatsoper, wo das Werk zuletzt vor 85 Jahren herauskam, liefert allerdings viele Argumente, um dieses Vorurteil dringend zu überdenken. Die Szene, in der Minnie ihrem Geliebten mit einem gezinkten Kartenspiel das Leben rettet, ist so stark, spannend und effektvoll wie der zweite Akt der viel berühmteren Oper "Tosca". Der Regisseur muss nur mit dem Wilden Westen klarkommen, und das ist Andreas Dresen im Nationaltheater überzeugend gelungen.

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