Mitgliederversammlung Ende des "Spuks"? Jahn positioniert sich gegen Investor Schober

Hans Rothammer, Vorstandsvorsitzender des SSV Jahn Regensburg. Foto: SSV Jahn

Die Mitgliederversammlung des SSV Jahn Regensburg macht deutlich: Die Anhänger wollen Investor Philipp Schober nicht in ihrem Verein haben.

Hans Rothammer wurde am Montagabend emotional. Man merkte, wie das Thema in den vergangenen Monaten in ihm arbeitete. Doch nun neigt sich ein schwieriges Kapitel, so stellte es der Aufsichtsratsvorsitzende des SSV Jahn Regensburg dar, dem Ende zu. Das Bauteam Tretzel (BTT) werde sich per Rückkaufsrecht 62 Prozent der Anteile an der SSV Jahn Regensburg GmbH und Co. KgaA (KG) von der Global Sports Invest AG (GSI) zurückholen und übergibt diese dann an den Mutterverein, den SSV Jahn Regensburg e.V.. Das teilte Rothammer auf der Mitgliederversammlung des Vereins mit.

Der Stammverein hätte die Anteile schon gerne erworben, als sie das BTT im Frühjahr verkaufen wollte. Doch damals erhielt die GSI um seinen Vorstand Philipp Schober den Zuschlag und hielt fortan 90 Prozent der Aktien der KG. 28 Prozent wird sie vorerst weiter besitzen, der Großteil aber kehrt schon bald wohl zum Stammverein zurück.

Noch aber sind die Aktien in Besitz von Philipp Schober. Laut Rothammer hatte das BTT ein Rücktrittsrecht vom Kaufvertrag und hat dieses wirksam ausgeübt. Das BTT habe Herrn Schober aufgefordert, eine Erklärung zur Rückgabe der Aktion zu unterschreiben. Allerdings deutet einiges darauf hin, dass die GSI die Anteile nicht freiwillig zurückgeben wird. Deshalb hat der Verein eine einstweilige Verfügung erwirkt, dass die Anteile von Schober nicht weiter verkauft werden können. Sollte Schober die Anteile nicht zurückgeben, dann werde es einen "schnellen und schmerzlosen Prozess geben", so Rothammer. "Und dann ist dieser Spuk endlich vorbei." Nach langem Applaus fügte Rothammer leise an: "Zeit wird's." Sobald die Anteile zurück beim BTT seien, würden sie sofort weiter an den e.V. wandern. "Das sind wunderbare Nachrichten", frohlockte Rothammer.

"Spekulanten haben beim SSV Jahn schlechte Papiere"

Der Jahn und sein Investor – eine Liebesbeziehung war das in den vergangenen Monaten keineswegs. Ohnehin gefällt Rothammer die Bezeichnung Investor gar nicht. Denn bislang sei nicht im Ansatz "ein Gedanke, Wort oder Signal gekommen, dass Global Sports in den Jahn investiert." Für ihn sei Schober ein Spekulant, kein Investor. "Und Spekulanten", das machte Rothammer klar, "haben beim SSV Jahn schlechte Papiere und nichts zu sagen."

Bedankt hat sich Rothammer ausdrücklich bei Volker Tretzel, "dass er das Ruder rechtzeitig rumgeworfen hat und uns die Chance gegeben hat, dass die Aktien dahin kommen, wo sie hingehören. Und das sind unsere Hände." Es sei eine große Geste an den Jahn, die Stadt und die gesamte Region. Dass Schober mutmaßlich weiter 28 Prozent der Aktien besitzen wird, das bereitet Rothammer keine schlaflosen Nächte mehr: "Größeren Unsinn kann er damit nicht mehr anstellen."

Einen ganz besonderen Dank richtete Rothammer auch an die Fans und Mitglieder. Geschlossen haben die Fans durch Plakate und Sprechchöre bei den Heimspielen klar gemacht, dass sie Philipp Schober als Investor ablehnen. "Das war ein großartiges Signal an Fußballdeutschland. Wir haben uns einen Namen gemacht, dass man sich besser nicht mit uns anlegt, wenn es darum geht, unsere Werte zu verteidigen, nämlich Glaubwürdigkeit und Bodenständigkeit." Beim Jahn sei "kein Platz für Spekulanten und wir sind keine Übungsfirma für anderweitig gescheiterte Existenzen."

Klares Votum der Mitglieder gegen Schober

Rothammer versprach den Fans: "Wir sind der Verein der Region. Das wird auch immer so bleiben. Wir werden dafür sorgen, dass künftig niemand mehr seine Finger auf unseren Jahn legen kann. Das wird nicht mehr gehen, das werden wir rechtlich und wirtschaftlich absichern."

Wie viel der Verein für die Anteile zahlt, das sagte Rothammer am Montag nicht. Mit dem BTT sei diesbezüglich Verschwiegenheit vereinbart worden.

Per Antrag haben sich auch die Mitglieder des Jahn eindeutig gegen Philipp Schober positioniert. So soll der Jahn nicht mit fremden externen Investoren zusammenarbeiten, die seinen Werten widersprechen, speziell mit Schober. Zudem sollen langfristig mindestens 51 Prozent der Aktien der KG in Besitz des Stammvereins sein.

 
 

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