Mildes Urteil in Landshut Jugendliche überfallen Tankstelle gleich drei Mal

Weil ein 19-Jähriger mit dem Raub geprahlt hat, mussten er und seine Komplizen sich vor dem Schöffengericht verantworten. Foto: LZ-Archiv

Sie lag praktischerweise einfach in der Nähe. Immer wenn drei junge Vilsbiburger in den vergangenen zwei Jahren feststellen mussten, dass keine Kohle mehr fürs Kiffen und Trinken da war, überfielen sie eine benachbarte Tankstelle. Dabei gingen die 19-Jährigen - die bis dato unbeschriebene Blätter waren - äußerst planvoll vor, wie Richter Stefan Kolb in der Urteilsbegründung sagte.

Auch nach dem dritten Mal wäre die Polizei nicht auf die Täter gekommen, "wenn nicht wieder einer von ihnen auf dicke Hose hätte machen müssen" und im Bekanntenkreis mit dem Raub geprahlt hätte. Dass das Schöffengericht gegen zwei von ihnen am Dienstag mit einer Jugendstrafe von drei Jahren beziehungsweise zwei Jahren auf Bewährung milde Strafen verhängt hat, lag an den frühzeitig erfolgten Geständnissen, die vor Gericht eine streitige Einvernahme der zum Teil doch traumatisierten Kassiererinnen verhinderten. Kolb sprach von einem "Riesenbonus", den sich die Angeklagten dadurch erarbeitet haben. Zudem hatten sie sich reuevoll gezeigt und sich bei den Geschädigten glaubhaft entschuldigt.

Das Verfahren gegen den dritten Angeklagten war auf Antrag von Verteidiger Christian Vorländer nach der Beweisaufnahme abgetrennt und ausgesetzt worden: Landgerichtsarzt Dr. Hubert Näger soll feststellen, ob bei dem jungen Mann eine psychische Krankheit vorliegt, die zu einer verminderten Schuldfähigkeit für die Taten führen könnte. Der 19-Jährige, der bereits mehrere stationäre Aufenthalte im BKH Landshut hinter sich hat, hatte den ersten Raub in der Tankstelle am Vormittag des 24. Novembers 2017 alleine verübt. Der von Staatsanwalt Thomas Bauer vertretenen Anklage zufolge hatte er sich maskiert und mit einem Messer in der Hand der Verkäuferin genähert, die ihm, derart eingeschüchtert, die Kasse öffnete. Mit 1.145 Euro Beute konnte der junge Mann, der wie seine Mitangeklagten einen Migrationshintergrund hat, unerkannt fliehen.

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