Als ein Journalist Reinhard Marx am Freitag fragt, ob jetzt andere Bischöfe in Deutschland seinem Beispiel folgen und ebenfalls ihren Rücktritt anbieten müssten, weicht dieser aus. Der Kardinal spricht von einer persönlichen Entscheidung und davon, dass er nicht auf seine Mitbrüder einwirken wolle. Was soll er auch anderes sagen?

Der jahrzehntelange Missbrauch im Schutz der katholischen Kirche ist als Verbrechen so groß, dass es einfach nicht genug Würdenträger gibt, um die gebotene Scham darüber allein mit Rücktritten zum Ausdruck zu bringen. Gleichwohl ist es natürlich ein starkes Zeichen, dass sich nun einer hinstellt und für ein "systemisches Versagen" die Verantwortung übernimmt. Dass es etwas bewirken kann, ist allerdings zu bezweifeln.