Im Kampf gegen den bundesweiten Lehrermangel hat die Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Marlis Tepe, mehr Durchlässigkeit zwischen den Schulstufen gefordert.

"Es muss auch möglich sein, dass ein Gymnasiallehrer nach einer kleinen Zusatzqualifikation an einer Grundschule unterrichten kann", sagte Tepe der Deutschen Presse-Agentur. Eine Voraussetzung dafür sei, dass alle Lehrer unabhängig von der Schulart das gleiche Geld bekämen. Bislang werden Lehrer an den Universitäten getrennt nach Schulform ausgebildet. Grundschullehrer verdienen in der Regel weniger als Gymnasiallehrer.

"Unserer Meinung nach sollten angehende Lehrer in einem Bachelor-Studiengang zunächst die Grundlagen studieren und sich erst später auf eine Schulform spezialisieren", sagte Tepe. Besonders an Grundschulen fehlen vielerorts Lehrer. Nach einer Prognose der Kultusministerkonferenz vom vergangenen Jahr fehlen bis 2030 im Schnitt jedes Jahr 660 Grundschullehrer. In einer Grundschule im ostthüringischen Gera ist wegen Personalmangels seit Montag eine Woche lang der Unterricht ausgefallen.