Landshut Veterinär-Ärztin verhindert Viehtransport nach Usbekistan

Ein Rind sollte auf einen mehrere Tage dauernden Tiertransport nach Zentralasien geschickt werden. Das Veterinäramt Landshut hat dies unterbunden. (Symbolfoto) Foto: Armin Weigel, dpa

Immer wieder grassieren Bilder von quälenden Tiertransporten in den Medien. In einem aktuellen Fall im Landkreis Landshut wurde nun ein Transport von einer Tierärztin verhindert. Daraufhin hat sich der Landrat eingeschaltet und seine Mitarbeiterin unterstützt.

In dem aktuellen Fall geht es um einen geplanten Transport eines Jungrinds vom Zuchtverband Mühldorf nach Usbekistan. Rund 65 Stunden dauert eine Fahrt in das zentralasiatische Land. Zu lange für ein Tier auf einem Lastwagen, wie eine Tierärztin des Veterinäramts Landshut nun befand.

Die Frau hat sich laut Auskunft des Landratsamtes bei ihrer Ablehnung auf die Plausibilitätsprüfung nach Artikel 14 berufen. Demnach kann im "Rechtsstaat keine Amtsträgerin/kein Amtsträger rechtswirksam verpflichtet werden [...], etwas Strafbares (in Deutschland auch: Ordnungswidriges) zu tun." Da es sich bei dem Transport möglicherweise um "Tierquälerei" handeln könnte, wäre sie also als Amtsträgerin von der Zustimmung zum Transport entbunden.

Das Veterinäramt ist dafür zuständig, Genehmigungen für den Transport von Tieren zu Vermarktungsstationen auszustellen. Von diesen Vermarktungsstationen aus werden die Tiere dann verschifft. Teilweise müssen sie einen sehr langen Transport über sich ergehen lassen. Sind aber entsprechend große Distanzen gegeben, stellt sich nun wohl die Frage, ob der Transport mit dem Tierwohl zu vereinen ist. Möglicherweise könnte dann in Zukunft, so wie im aktuellen Fall, die Erlaubnis für den Antransport zu den Vermartungsstellen verweigert werden.

Landrat Peter Dreier hat sich nach Bekanntwerden des Falles hinter seine Mitarbeiter gestellt und Zuspruch zur Entscheidung geäußert, ebenso wie der Leiter des Veterinäramtes. Der Landrat hat sich dafür ausgesprochen, dass entsprechende Tiertransporte über lange Distanzen nicht mehr in seinem Landkreis ihren Ursprung haben sollen. „Für mich ist es Tierquälerei, wenn Rinder aus unserer Region mehrere tausend Kilometer transportiert werden, um dann in Ländern geschlachtet zu werden, in denen es keinen Tierschutz gibt. Das können wir nicht mittragen – deshalb stehe ich hinter der Entscheidung unserer Amtstierärzte." Ferner erklärt Dreier: "Der Bayerische Umweltminister Thorsten Glauber hat mir zugesichert, dass sich sein Haus um die Angelegenheit annehmen wird – ohne eine entsprechende ministerielle Weisung wird es vom Veterinäramt Landshut keine Transportgenehmigung für diese Zwecke mehr geben.“

Zur Einordnung: Aus dem Landkreis Landshut erfolgen pro Jahr 50 bis 100 Tiertransporte in Nicht-EU-Länder, darunter etwa die Magreb-Staaten, die Türkei oder zentralasiatische Länder. Bei den Tieren handelt es sich zu einem größeren Teil um überzählige Tiere aus der Milchwirtschaft. Nachwuchs ist hier nötig, damit die Kühe fortwährend Milch geben. Nicht für die Milcherzeugug benötigtes Jungvieh wird dann teilweise ins Ausland verkauft.

Der Fall könnte Auswirkungen auf ganz Bayern haben. Der Sachverhalt ist nun bis nach ganz oben, sprich bis zur Landesregierung, durchgedrungen. Nach einem Bericht des BR soll der Zuchtverband in diesem Fall mit juristischen Schritten drohen.

 
 

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