Ekel-Museum in Malmö Hier gibt es frittierte Tarantel, Gammel-Hai und Co.

Kross, knackig und im Inneren saftig: eine frittierte Tarantel, eine Delikatesse in Kambodscha. Foto: Anja Barte Telin/Disgusting Food Museum/dpa

Achtung, dieses Museum kann Würgereflexe auslösen. Denn im Disgusting Food Museum im schwedischen Malmö werden Speisen gezeigt, die alles andere als gewöhnlich sind. Besucher sollten keine Angst vor Entenküken oder Schafsaugen-Saft haben. Probieren darf man auch.

Ja, da schwimmen wirklich kleine tote Mäuse auf dem Grund der großen Weinflasche. Ein absurder Anblick für europäische Augen. Viel schlimmer aber noch als die Spezialität aus Chinas Süden ist der Geruch des nächsten Exponats in Malmös jüngstem Museum. Der isländische Gammelhai Hákarl (sprich: "Haukarrk") stinkt wirklich erbärmlich, jedes Haar im Nacken stellt sich auf, der Atem stockt. Schon auf Distanz meldet der Magen dezent Abscheu.

Hier im ehemaligen Schlachthof der Hafenstadt im Westen Schwedens, direkt gegenüber der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, zeigen Samuel West und Andreas Ahrens bis Ende Januar 2019 80 Speisen aus aller Welt. Eklige Speisen - je nachdem, wen man fragt. Nicht umsonst heißt das Museum Disgusting Food Museum. Die Auswahl reicht vom Frosch-Smoothie aus Peru, über Maden-Käse aus Sardinien, besagtem Hákarl oder Hasenköpfen, bis hin zu Bullenpenis oder im Ei gegarten Entenküken.

Anfassen, riechen, schmecken

Die meisten der 80 Exponate sind echt, werden regelmäßig frisch ausgestellt, man kann sie anfassen, riechen - besonders wagemutige Besucher können auch selbst testen, wie weit sich ihre Ekelgrenzen verschieben lassen.

So wie drei junge Chinesen, die aus dem benachbarten Göteborg angereist sind, um Surströmming zu riechen, eine schwedische Spezialität, aber auch ein übelriechender eingelegter Hering. "Wir kennen das bisher nur aus Youtube-Videos und wollten sehen, ob wir den Geruch aushalten können", erklären sie. Der Test am Geruchsglas zeigt: Sie können.

Die Schau der kulinarischen Grausamkeiten ist auf den zweiten Blick viel mehr als eine geruchliche Herausforderung. "Es wäre eine ziemlich einseitige Freak Show, würden wir hier nur ekliges Essen zeigen", sagt Kurator Samuel West. Zu jedem Essen erfährt man auch etwas zu seiner Geschichte und seiner Herstellung. Etwa zum Schlangenschnaps Habushu aus Japan, für den die Schlange erst gekühlt, ausgenommen und zugenäht wird. Taut sie später im Wein auf, stirbt sie schnell in angriffslustiger Pose.

 
 

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