Nach Kreuz-Aktion in Regensburg Treffen: Moschee als Ort der Begegnung und des Dialogs

Regensburgs Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) hat zu einem Gespräch über die geplante Moschee eingeladen. (Symbolbild) Foto: mir

Auf Einladung der Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer fand ein Treffen mit Vertretern der DITIB, der Ortsgruppe Religions for Peace und Vertretern des Stadtrats im Alten Rathaus statt.

Gleich zu Beginn machte die Bürgermeisterin deutlich, dass es nicht um die Frage geht „Moschee: ja oder nein“. Denn die DITIB Gemeinde hat ein Recht darauf, eine Moschee zu bauen und ihre Religion frei auszuüben. Ziel der Kommunalpolitik muss es daher sein, Politik für alle zu machen und ein Klima für eine offene und tolerante Stadtgesellschaft zu fördern.

Moschee als Ort der Begegnung und des Dialogs

Der Vorstand der DITIB Türkisch-Islamischen Gemeinde zu Regensburg e.V. nutzte die Gelegenheit, um über die Arbeit und die Mitgliederstruktur des Vereins zu berichten. Seit 1978 ist der Verein in Regensburg ansässig. In den folgenden Jahren ist die muslimische Gemeinde gewachsen, so dass der Gebetsraum in der Altstadt an seine Grenzen stieß. Auch die Ziele des Vereins, mehr Jugend- und Sozialarbeit, Begegnung und Dialog zu schaffen, konnte aufgrund der räumlichen Enge im Gebäude in der Lindnergasse nicht weiter verwirklicht werden.

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Daher suchte die Gemeinde bereits seit 2010 nach einem passenden Grundstück im Stadtgebiet. Nachdem sich ein Grundstückskauf im Norden der Stadt zerschlagen hatte, hat die DITIB nun in einem Gewerbegebiet im Stadtosten ein Grundstück gefunden. Dort beginnt ab Mai 2018 der Bau einer Moschee mit Kulturzentrum, der wohl in einem Jahr fertig gestellt wird.

Die neue, modern gehaltene Moschee soll - wie schon der Gebetsraum in der Lindnergasse - für alle offen stehen: Für Männer und Frauen, Kinder und Jugendliche, für Muslime und Nichtmuslime. Die geplante Außenanlage mit Kinderspielplatz und Teich lädt zum Verweilen ein und das Kulturzentrum, das sich über drei Etagen mit großer Küche und Seminarräumen erstreckt, soll zahlreiche Begegnungen ermöglichen.

Interreligiöser Dialog läuft in Regensburg vorbildlich

Die Vertreterin und der Vertreter der Ortsgruppe Religions for Peace bestätigten die gute interreligiöse Zusammenarbeit mit DITIB seit der Gründung 1991. Und um gerade diese Offenheit und Dialogbereitschaft weiter auszubauen, ist es wichtig und richtig, ein größeres und repräsentatives Gebäude zu haben.

Die Stadträte nutzten das Gespräch für Fragen zum Gebäude und dessen genaue Lage. Es wurde nochmals betont, dass das angedeutete Minarett nicht für den Gebetsruf nach außen gedacht, nicht begehbar und nur als Wahrzeichen für die Moschee zu verstehen sei. Auch zu den Deutschkenntnissen der Imame gab es Fragen: Da in der DITIB Gemeinde in Regensburg viele Muslime sind, die nicht Türkisch verstehen, wird schon seit vielen Jahren die Freitagspredigt auf Deutsch und Türkisch gehalten, die auch unter www.ditib.de einsehbar ist.

Diskussionsabend im Evangelischen Bildungswerk

Am Ende der Veranstaltung wurde nochmals der Wunsch nach mehr Information geäußert. Diesem Wunsch wird die Stadt jederzeit nachkommen, es liegt jetzt an DITIB weitere Formen der Vermittlung zu finden.

Eine Möglichkeit bietet sich am Mittwoch, 14. März 2018, um 19 Uhr im Evangelischen Bildungswerk (Am Ölberg 2). Dort diskutiert die DITIB Türkisch-Islamische Gemeinde mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kirche und Politik über den neuen Moscheebau. Auch Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer wird an der Podiumsdiskussion teilnehmen und sich den Fragen aus dem Publikum stellen. Aufgrund der begrenzten Platzanzahl wird um eine Anmeldung zur Veranstaltung unter http://www.ebw-regensburg.de/schaetze-des-islam-erleben-und-wertschaetzen/ gebeten.

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