Emotionen sind schon etwas Wunderbares, vor allem natürlich positive. Was Schiller in seiner Ode "Freude, schöner Götterfunken" als eine göttliche Gabe pries, lässt sich aus Sicht der modernen Hirnforschung ganz nüchtern als biochemischer Vorgang im menschlichen Gehirn beschreiben. Die genauen Prozesse, durch die Freude und Glück entstehen, geben zwar selbst Neurowissenschaftlern noch immer Rätsel auf. Aber irgendwas in unserem Hirnkastl bringt uns wohl dazu, Situationen auch mal ein bisschen besser zu finden, als sie es tatsächlich sind. Womit wir beim Fußball, bei der deutschen Nationalmannschaft und dem Gute-Laune-Onkel Hansi Flick wären.

Etwas mehr als zwei Monate ist der als Bundestrainer jetzt im Amt, und schon erinnern sich viele nicht mal mehr an den Namen seines Vorgängers. "Jürgen? Jochen? Johannes? Irgendwas mit J auf jeden Fall", schrieb der Kollege eines Sportportals schon vor dem Nordmazedonien-Spiel süffisant. Joachim, genannt "Jogi", Löw - so heißt der Mann natürlich. Und dieser Bundestrainer a. D. dürfte dieser Tage daheim in Freiburg sitzen, seinen Espresso schlürfen und sich darüber wundern, wie schnell sein einstiger Zuarbeiter Hansi Flick das darniederliegende Fußball-Deutschland wieder aufgerichtet hat.