Wer Bundeskanzlerin Angela Merkel und Premierminister Boris Johnson am Freitag beobachtete und auf den großen Bahnhof schaute, den der Gastgeber der Besucherin vom Kontinent bei ihrer wohl letzten Visite bereitete, konnte fast die komplizierte und mitunter verletzende Geschichte vergessen, auf die beide zurückblicken. In seiner Brexit-Kampagne hat Johnson Merkel bewusst als Feindbild aufgebaut. Mit seinen Winkelzügen in den Verhandlungen mit Brüssel hat er die Geduld nicht nur der Kanzlerin immer wieder überstrapaziert. Mit seinen Winkelzügen in den Verhandlungen mit Brüssel hat er die Geduld nicht nur der Kanzlerin immer wieder überstrapaziert. Und auch bei der Umsetzung des Scheidungsvertrags ist er, Stichwort Nordirland, auf Konfrontationskurs zur EU gegangen.

Umso bemerkenswerter, wie er sich für Merkel ins Zeug gelegt hat: Eine Rede vor dem Londoner Kabinett - dieses Privileg hatte Bill Clinton zuletzt als US-Präsident - dazu eine Audienz bei der Queen und eine akademische Auszeichnung zu Ehren der Deutschen.