Alexander Lukaschenko kennt kein Pardon, die Oppositionelle Maria Kolesnikowa ist wie erwartet schuldig gesprochen worden. Nach einem Verfahren, das alles andere war als fair, transparent und rechtsstaatlich. Die Staatsmedien durften während des Prozesses in den Gerichtssaal, nicht aber Kolesnikowas Familie. Die dem Diktator hörige Rachejustiz hat getan, was von ihr erwartet wurde. Der Vorwurf der versuchten illegalen Machtergreifung in Belarus war ebenso absurd wie es das brutal harte Urteil ist: elf Jahre für eine Frau, die sich dafür starkgemacht hat, dass der Staatschef den Willen seines Volkes bei der von ihm gestohlenen Präsidentschaft anerkennt.

Dazu jedoch ist er nicht bereit, und auch die Sanktionen des Westens haben ihn bislang nicht zur Umkehr bewegen können. Nicht nur, weil Lukaschenko sein Land an Moskau verkauft und sich mit russischen Rubeln seinen Verbleib an der Macht sichert. Die Weltbank gewährt Belarus weiter Kredite, der Internationale Währungsfonds hat sogar seine Bereitschaft bekundet, eine Milliarde Euro ohne Bedingungen freizugeben. Als handele es sich um ein ganz normales Mitgliedsland. Es ist nicht zu fassen.