Kino-Premiere in Regensburg Budget-Tricks und Inspiration aus den USA

Für die Umsetzung seines Debüt-Romans als Film musste Hubertus Hinse mit einem schmalen Budget kalkulieren: "Wenn ich für alle Arbeitsstunden der Schauspieler und der Crew Mindestlohn rechne, schätze ich die Kosten auf 70.000 bis 80.000 Euro", erklärt der 48-jährige Theaterpädagoge. "Das ist weniger als Low-Budget. Die Kategorie "Low-Budget" beginnt auf vielen Filmfestivals erst bei 100.000 Euro." Da er aber fast alle Schauspieler gut kenne, habe er mit ihnen vereinbart, sie dann zu bezahlen, wenn "Drudenherz" Gewinn abwirft. Außerdem hat der Regisseur vor allem zu Anfang der Drehbarbeiten versucht, "so viel wie möglich selbst zu machen", beispielsweise selbst die Kameras bedient. Auch die tiefe Trickkiste der analogen Fotografie war Hinse eine große Hilfe: "Um den Effekt der durchsichtigen Geister im Film zu erzeugen, habe ich viel mit sogenannter Doppelbelichtung gearbeitet. Wir haben also Szenen zwei mal gefilmt: Erst nur den Hintergrund oder Schauspieler ohne den Geist – und dann den Geist separat. Den konnten wir dann so drüberlegen, dass er durchsichtig wirkt." So konnte das Team viel Geld für teure "Special Effects" sparen und trotzdem einen "spektakulären Effekt" erzielen, wie Hinse erklärt. 

US-Vorbild und Oberpfälzer Charme

Inspiration für den Regisseur war vor allem die erfolgreiche US-amerikanische Fantasy-Serie "Supernatural", wie er sagt: "Was mir daran gefällt, ist, dass da auch übernatürliche Charaktere auf die moderne Welt treffen. Schade fand ich nur immer, dass das alles komplett fiktive Wesen waren. Ich wollte etwas Ähnliches machen, aber mit Sagengestalten, für die es wirklich eine alte Quelle gibt."

Als Wahl-Oberpfälzer wollte Hinse die liebenswert-komischen Eigenheiten der Region in seine Figuren einfließen lassen und sie über die Figurenkonstellation verdeutlichen: "Es gibt im Film auch humorvolle Passagen. Wir haben ein Polizisten-Duo, von denen einer wunderbar sächselt – und dann aber auf einen sehr urtümlich-bayerischen Kollegen trifft. Wir haben also mit lustigen Klischees gespielt." 

Zwei Jahre Dreharbeiten und ein Jahr Post-Produktion stecken mittlerweile in "Drudenherz". Am Sonntag, den 8. Dezember, präsentiert Hubertus Hinse sein Herzensprojekt um 13 Uhr im Garbo-Kino in Regensburg. Danach wird er mit dem Film auf Tour durch Niederbayern und die Oberpfalz gehen – dass es im Frühjahr auch eine Vorstellung in Straubing geben wird, steht bereits fest. 

Sehen Sie hier: Den offiziellen Trailer zu "Drudenherz".

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