Charmant, tiefsinnig, tanzbar und frech - das ist die Musik der Band "Wanda" um Sänger Marco Michael Wanda. Nun statten die sympathischen Indie-Rocker aus Wien ihrem Nachbarland Bayern auf dem Pfingst-Open-Air in Salching einen Besuch ab. Dort können sich alle Fans und die, die es bald werden wollen, vom Wiener Schmäh mit ganz viel Liebe überzeugen. Vorab hat Gitarrist Manuel Christoph Poppe, genannt Manu, erzählt, wie der Wurstkonsum der Deutschen ihn überrascht hat, welche Vorteile es hat, nahe der Heimat zu spielen, und wie die Band ihrem heimlichen Idol Falco nacheifert.
Super Kritiken, ausverkaufte Konzerte, euer Album "Amore" in aller Ohren - wie schwimmt es sich so auf der Erfolgswelle?

Manu: Wir staunen mit Freude und finden es etwas unheimlich. Mit Abstand das Schönste ist zu sehen, dass so viele Menschen Spaß bei den Konzerten haben und unsere Lieder mitsingen.

Habt ihr Angst, dass der Erfolg plötzlich abreißt?

Nein. Wir haben so tolle Fans, die uns hoffentlich auch dann treu bleiben, wenn uns der Feuilleton fallen lässt.

In anderen Gesprächen werden eure Songs auch als "Kinderlieder zum Mitsingen" beschrieben, aber teilweise sind sie inhaltlich doch sehr melancholisch. Woher kommt diese Traurigkeit?

Zwischen Melancholie und Traurigkeit besteht - meiner Meinung nach - ein Unterschied. Melancholie ist oft ein sehr schweres, aber auch bekräftigendes Lebensgefühl. Traurigkeit ist meistens scheiße. Unsere Inhalte sind in meinen Augen nicht traurig.

Welche Gefühle entfachen mehr Kreativität - positive oder negative?

Jedes Gefühl ist positiv. Plumpe Fröhlichkeit ist für mich sehr anstrengend und blockiert meinen kreativen Ausdruck. Ich hab' zu Mittag nach dem Aufstehen viel mehr Ideen als betrunken um 2 Uhr in der Früh. Das ist bei jedem anders.

Ihr werdet ja oft mit Falco verglichen. Ist euer Ziel auch, die US-Charts zu erobern?

Ja, unbedingt. Wir haben schon ein holländisches Produzenten-Duo beauftragt, uns international funktionierende Lieder zu schreiben, damit wir uns bald ein Haus in der Karibik leisten können (lacht).

Seit Januar seid ihr quasi pausenlos auf Tour. Wo verbringt ihr da den wohlverdienten Urlaub - in eurer Heimatstadt Wien oder etwa in Bologna?

Dieses Jahr wohl im Tonstudio und irgendeiner italienischen Stadt, in der wir das nächste Musikvideo drehen werden.

Nach Bayern, auch ein schönes Urlaubsziel, kommt ihr nun an Pfingsten. Gibt es da einen Unterschied zu einem Auftritt etwa in Hamburg oder Köln, wenn ihr so nahe der Heimat spielt?

Naja, die Anreise aus Wien ist kürzer, das Bier schmeckt besser und der Dialekt ist vertrauter. Aber glücklicherweise sind wir bis jetzt in jeder deutschen Stadt sehr herzlich empfangen worden. Es ist erstaunlich wie viel Wurst ihr esst. Von Bremen bis Passau!

Ihr steht eindeutig für Amore - und wofür noch?

Dass man den Hintern bewegt, den einem der Herrgott geschenkt hat, und nicht untätig herumlungert und seine Zeit verschwendet!

Während ihr am Freitag quasi das Festival eröffnet, folgen am Samstag und Sonntag auf der Mainstage unter anderem "Liquid", "Moop Mama", "Jennifer Rostock", "AnnenMayKantereit" und "Jesper Munk". Auf wen freut ihr euch am meisten und welche Bands feiert ihr zur Zeit selber?

Ich befürchte wir können uns keine anderen Künstler ansehen, weil wir am nächsten Tag schon weiter müssen. Aber feiern tun wir den Nino aus Wien. Der hat an dem Tag, an dem wir beim Pfingst-Open-Air auf der Bühne stehen, Geburtstag.