Interview mit Regisseur Aron Lehmann Dem Tod ein Lächeln abringen

Anke Engelke als Trauerrednerin in "Das letzte Wort" Foto: Frederic Batier

Der Regisseur und Drehbuchautor über die Netflix-Serie "Das letzte Wort" mit Anke Engelke.

Schluss. Aus. Anfang. Mit diesem Slogan wirbt Netflix für seine Comedy-Serie "Das letzte Wort". Ein Marketing-Einfall, der dem Schöpfer, Aron Lehmann, gut gefällt. Weil er klar umreißt, um was es hier geht: um die gestresste Karla (Anke Engelke), die ihren Ehemann Stephan (Johannes Zeiler) am 25. Hochzeitstag wegen eines Aneurysmas verliert. Auf die Trauer folgt Wut, als Karla entdeckt, dass ihr Mann Geheimnisse vor ihr hatte. Den Neuanfang wagt die mit der Familie im Clinch liegende Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs als Trauerrednerin bei der maroden Bestattungsagentur von Andi Borowski (Thorsten Merten). Aus dieser Ausgangssituation entwickeln Aron Lehmann - der auch drei Folgen inszeniert - und Carlos V. Irmscher mit den Autorinnen Nora Valo und Carolina Zimmermann eine episodenhafte Serie, in deren Tragikomik sich jeder wiederfinden kann.

Herr Lehmann, was haben Sie an skurrilen Vorkommnissen auf Beerdigungen erlebt, die Sie in der Entwicklung der Serie einbringen konnten?

Aron Lehmann: Ich glaube jeder kennt so einen Fall. Ich selbst habe im Familienkreis eine Beerdigung erlebt, bei der ich wirklich fassungslos war. Zuerst war da ein Trauerredner, der gleich betonte, nicht pathetisch werden zu wollen, weil es nicht zu dem Verstorbenen passen würde. Nur um dann eine Show ohne Bodenhaftung abzuziehen, als würde hier ein König aus einem Fantasyfilm beerdigt werden. Und dann hatte er noch einen Begleiter, der wie Miss Daisys Chauffeur die Urne in großen Schritten zum Friedhof trug. Obwohl ich dem Verstorbenen sehr nahestand, musste ich mich beim Weinen fast vor Lachen kugeln. Hier war einfach alles fehl am Platz. Solche Geschichten flogen uns bei der Recherche von allen Seiten zu.

Wie schwierig war es, dabei die Balance aus Trauer und Komik zu wahren und nicht ins Albern-Pietätlose abzugleiten?

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