In eigener Sache Straubinger Tagblatt ehrt langjährige Mitarbeiter

Die geehrten Mitarbeiter der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung mit der Verlegerfamilie sowie Laudatoren. Foto: Monika Schneider-Stranninger

Bei schönstem Spätsommerwetter sind am Dienstag 15 Mitarbeiter der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung auf dem Betriebsgelände des Druckzentrums am Asterweg geehrt worden. Für 25 oder sogar 40 Jahre im Verlag oder zum Abschluss ihres erfüllten Berufslebens.

Es sind Kollegen, die in ganz unterschiedlichen Sparten tätig sind oder waren. In Redaktion, Druckerei, Vertrieb, in Anzeigenverkauf oder Anzeigen-Gestaltung, in der Zeitungsauslieferung... Gemeinsam ist allen die Leidenschaft für ihr Produkt und der solidarische Sprint mit dem immer neuen Tagesziel einer druckfrischen, lesenswerten Zeitung, pünktlich im Briefkasten der Abonnenten und auf Smartphones und Tablets.

Die Mitarbeiter verbrächten einen wesentlichen Teil ihres Lebens im Unternehmen, hielt Senior-Verleger Dr. Hermann Balle vor Augen. Sie hätten menschlich viele Höhen und manche Tiefen erlebt und vor allem die Entwicklung der Mediengruppe mit neuen Geschäftsfeldern und technischen (R)Evolutionen. Wenn zu den persönlichen Jubiläen und für den Verlag an diesem Tag die Sonne scheine, sei das ein gutes Zeichen für alle, bedankte er sich im Namen der Verlegerfamilie für Engagement und Loyalität.

Verlagsleiter Klaus Huber, technischer Betriebsleiter Sven Lahrssen, Anzeigenleiter Stefan Mühlbauer, Vertriebsleiter Florian Liebl und für die Redaktionen Uschi Ach, Rainer Sobek und Doris Zitzelsberger würdigten jeweils ihre Kollegen mit ganz persönlichen Worten.

Hartnäckigkeit und Akribie

25 Jahre beim Straubinger Tagblatt und die meiste Zeit davon in der Landkreisredaktion ist Redakteurin Andrea Prechtl (Kürzel "map"). Ihre Kollegen schätzen sie für Hartnäckigkeit und akribisch recherchierte Texte und für das Herzblut, das sie in die täglich erscheinende Kolumne "kreis & quer" steckt. Mit spitzer Feder und untrüglichem Gespür insbesondere für frauenfeindliche Fettnäpfe hiesiger Politiker hat sie schon manchem Vertreter dieser Zunft den Spiegel vorgehalten.

Robert Gruchot arbeitet seit 25 Jahren nachts als Maschinenführer im Versand der Druckerei. Er gilt als stressresistent selbst bei technischen Problemlagen, die er findig aus der Welt zu schaffen versteht. Schließlich geht es hier um jede Minute.

Offen für Vorzüge der Digitalisierung

Isabella Zilk ist kaufmännische Angestellte in der Geschäftsstelle Waldmünchen der Chamer Zeitung. 1995 hatte sie sich auf eine Stellenanzeige "Texterfasserin" gemeldet und jahrelang selbst handschriftlich eingereichte Manuskripte verlässlich abgetippt. Später ist sie in den kaufmännischen Bereich gewechselt, wo sie nicht minder bewährte Anlaufstelle ist.

Christine Filter hat vor 25 Jahren eine kaufmännische Lehre beim Tagblatt absolviert. Mit dem Abschluss in der Tasche wurde die Buchhaltung ihr Metier. Dort ist sie mit höchster Sorgfalt und offen für die Vorzüge der Digitalisierung zugange. Vor allem wird geschätzt, dass sie immer freundlich zu jedem Kollegen ist, der sich mit einer Anfrage an sie wendet.

Mediengestalterin Sandra Scheifl gilt bei ihren Kollegen als "Sonnenschein", der immer für ein gutes Miteinander sorgt und den Laden zusammenhält. Sie stehe für ansprechende Anzeigengestaltungen und den hohen Anspruch eines immer fehlerfreien Satzes.

An der Druckmaschine jede Schraube bekannt

Werner Maier, Anzeigenverkaufsleiter beim Plattlinger Anzeiger, schafft trotz "schlank aufgestellter Geschäftsstelle" bemerkenswerte Umsätze. Dabei ist er immer freundlich und nimmermüde einsatzbereit und beweist auch bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter ein glückliches Händchen. "Ein Leuchtturm am Rande des Verbreitungsgebiets."

Sogar 40 Jahre bei der Zeitungsgruppe tätig ist Offsetdrucker Stefan Landstorfer, der an seiner Druckmaschine jede Schraube kennt. Und jeden Trick. Er sorgt für verlässlich erstklassige Qualität von Akzidenzprodukten.

Peter Parzefall, Redakteur in der Sportredaktion (Kürzel pp) hat sich in 40 Jahren im Verlag und darüber hinaus einen Namen gemacht. Als Sport- und Autoredakteur ist er eine markante Figur und "einer, wie man ihn sich als Kollegen und Freund nur wünschen kann". Ehrlich gegenüber sich selber und anderen, in seiner Meinung konsequent und mit selbstverständlicher Fürsorge für sein Umfeld. Nebenbei FC Schalke- und Led Zeppelin-Fan. Begonnen hat er als Volontär in der Chamer Zeitung.

Redaktionelle Handschrift unverkennbar

Franz-Xaver Amberger, Redaktionsleiter in Bad Kötzting, ist seit einem halben Jahr im Ruhestand - nach 40 Jahren Tätigkeit im Verlag. Er gilt bei seinen Lesern als Instanz, nie bösartig und reißerisch, aber mit Kritik auf den Punkt gebracht. Beim Fall des Eisernen Vorhangs hat er sich auch dank seiner Tschechisch-Kenntnisse eingebracht und bei der ersten Zeitung des Verlags aus Bayern in Böhmen. Seine Handschrift ist in seiner Redaktion unverkennbar.

Dem Dank an die Mitarbeiter schloss sich Verleger Prof. Dr. Martin Balle an. Seinen Sohn Frederik hatte die Liste der Geehrten zu der Frage inspiriert, "wie lange ist eigentlich Opa schon hier?" 59 Jahre. "Dann ist er der Rekordhalter." 2022 wird also Verleger Dr. Hermann Balle mit 60 Jahren im Verlag unter den Geehrten sein.

In den (Un-)Ruhestand verabschiedet

Ilona Gregori ist 1998 die erste Mitarbeiterin gewesen, die Klaus Huber, inzwischen Verlagsleiter, damals neu eingestellt hat. Die gelernte Bürokauffrau hat sechs Jahre Auslandserfahrung aus Lybien und Irak mitgebracht, war mit einer Modeboutique selbstständig und hatte mit einer Initiativbewerbung beim Tagblatt auf Anhieb Erfolg. Ilona Gregori war in der Anzeigen- und Beilagen-Dispo tätig und wird dieser Aufgabe auch im Ruhestand aushilfsweise treu bleiben. Im Kollegen- und Kundenkreis wird sie für Tatkraft, Pragmatismus und unschlagbares Improvisationstalent geschätzt.

Gertrud Wallner war 22 Jahre lang in der Geschäftsstelle Waldmünchen im Anzeigenverkauf tätig. Die gelernte Bürokauffrau war hier routinierter wie verlässlicher Ansprechpartner. Ihre Kollegen schätzen sie zudem für ihre Loyalität, Offenheit für alle neuen Aufgaben und für die Vorzüge der Digitalisierung.

45 Jahre lang Zeitungen ausgeliefert

Franz Schöberl hat über 45 Jahre lang die Zeitung ausgefahren. Über die Jahre kamen dabei hochgerechnet 60 Millionen Exemplare mit neun Tonnen Gewicht zusammen. Er hat Versand und Druckerei noch an der Rosengasse erlebt, wo einiges an Muskelkraft von den Fahrern nötig war, und dann den Quantensprung zum Druckzentrum am Asterweg. Er kennt die Kniffe, wie man im Winter die Tour in den Bayerischen Wald punktgenau schafft, selbst dann, wenn man noch vor dem Schneepflug unterwegs sein muss. Er hat in 45 Jahren nur ein einziges Mal verschlafen und ist bei den Zeitungszustellern, die er belieferte, nicht nur wegen seiner Zuverlässigkeit sondern auch seiner Geselligkeit beliebt.

Schusterbuben und Hurenkinder

Johann Eisenreich, der schon seine Schriftsetzerlehre im Tagblatt absolviert hat, war fast 48 Jahre im Verlag tätig. Er hat noch Bleisatz in der Praxis erlebt, danach alle folgenden (R)Evolutionen in der Drucktechnik vom Fotosatz bis hin zum Ganzseitenumbruch. Als Textmetteur zeichnet ihn die Liebe zum Detail aus. Das Handwerkliche muss stimmen. Sogenannte "Schusterbuben" und "Hurenkinder" beispielsweise sind ihm ein Gräuel. So heißt im Fachjargon eine einzeln stehende Zeile am Ende oder Anfang einer Textspalte. Sie gelten für Perfektionisten alter Schule als "Kapitalverbrechen", sprich Satzfehler, die den Leserhythmus stören.

Marianne Prebeck war 28 Jahre im Verlagshaus in der Poststelle tätig und wird dem Haus auch im Ruhestand aushilfsweise die Treue halten. Sie ist immer da, wenn man sie braucht, ist bestens organisiert, sorgt mit Vorsortierung von Postsendungen für einen Bonus bei der Einlieferung und bewahrt selbst in der größten Hektik die nötige Ruhe.

Von der Verlegerfamilie noch persönlich verabschiedet wird Bernd Stuhlfelner, der von 1974 bis Ende 2020 im Verlag tätig war, zunächst als Redakteur, später Chef der Sport- und dann der Niederbayern- und Landkreisredaktion. Dr. Hermann Balle würdigte vor allem seinen Anteil an der Realisierung der Universitätsstadt Straubing.

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