Halloween Geisterjäger Daniel über sein außergewöhnliches Hobby

Daniel ist Mitglied und Gründer des Ghosthunterteam Bavaria. Foto: Melanie Nusko

Daniel ist seit zehn Jahren als Geisterjäger unterwegs. 2018 gründete er das Ghosthunterteam Bavaria (GHTB) neu. Er erklärt, wie es vorgeht.

Daniel, wie bist du zum Geisterjagen gekommen?

Daniel: Eine Reportage über das Thema hat mein Interesse geweckt. Als ich Geisterjäger bei einer sogenannten Paranormalen Untersuchung (PU) begleitet habe, bin ich anschließend Mitglied beim Ghosthunterteam Bavaria geworden. 2018 habe ich nach einem Jahr Pause die GHTB neu gegründet.

Wie skeptisch stehst du dem Thema Geister gegenüber?

Ich brauche einen definitiven Beweis für ihre Existenz. Solange sich keine Figur vor mir in Luft auflöst, glaube ich nicht an Geister.

Was erhoffst du dir von deinem Hobby?

Ich möchte die Existenz von Geistern beweisen. Mich würde interessieren, ob und wie Geister uns sehen. Was sie von uns halten. Und ob es etwas nach dem Tod gibt. Wenn ja, was es ist.

Wie geben sich mögliche Geister zu erkennen?

Zum Beispiel durch Orbs. Das sind Energiebündel, die als Lichtpunkt auf Fotos festgehalten werden können. Aber auch durch Tonaufnahmen, Temperaturveränderungen oder Schatten.

Wieso sollten sich Geister uns gegenüber offenbaren?

Vielleicht wollten sie noch etwas vor ihrem Tod sagen, konnten es aber nicht mehr. Wir geben ihnen dann die Möglichkeit, sich zu öffnen. Vielleicht sind es auch Geister, die sich in einer Zeitschleife befinden und sich Erlösung erhoffen.

Welche Orte eignen sich für eine Untersuchung?

Besonders historische und verlassene Gebäude wie zum Beispiel Burgruinen. Aber das hat eher einen pragmatischen Grund. Solche Orte sind leicht zugänglich, erfordern keine Zutrittsgenehmigung oder Ähnliches.

Wie bereitet ihr euch auf eine Untersuchung vor?

Wir begehen den Ort am Tag, um uns mit den Räumlichkeiten vertraut zu machen. Außerdem prüfen wir unsere Geräte auf ihre Funktionsfähigkeit und tauschen alle Batterien aus.

Welche Geräte verwendet ihr bei euren Untersuchungen?

Handycam, handelsübliche Fotokameras mit Night-Shot-Modus. Bewegungsmelder, Wildkameras, Infrarot-Thermometer, Luftfeuchitgkeits- und Temperaturmesser, Messgerät für elekro- und biomagnetische Felder sowie Radio- und Mikrowellen, eine Spirit-Box, sie soll die Live-Kommunikation mit Geistern ermöglichen.

Wie lange Dauert eine Untersuchung und die dazu gehörige Auswertung?

Ganz unterschiedlich. Je nach Objekt kann es die ganze Nacht dauern. Die Auswertungen dauern dann um die zwei bis vier Wochen, schließlich arbeiten wir Vollzeit.

Was war euer aufregendstes Erlebnis bei der Geisterjagd?
Das war auf der Burgruine Bechthal in Mittelfranken. Da haben wir eine Gestalt gesehen, die dann auch wieder verschwunden ist. Das kann ich mir bis heute nicht erklären.

Geben sich Geister gleich bei einer Untersuchung oder im Nachhinein auf den Aufnahmen zu erkennen?

Meistens bemerkt oder erkennt man paranormale Erscheinungen erst bei der Auswertung des Bild-, Ton- und Videomaterials. Geister, sofern es welche sind, brauchen extrem viel Energie um sich sichtbar beziehungsweise hörbar zu machen. Die Kameras und Audio-Geräte nehmen die Umgebung besser auf, als wir das mit unseren Sinnen in diesem Moment nun.

Kann man Geister nur in der Nacht jagen?

Theoretisch könnte man Geister auch tagsüber jagen. Mir ist aber kein Team bekannt,dass das macht. Grund dafür ist, dass es in der Nacht einfach ruhiger ist und die eigenen Sinne besser geschärft sind.

Ein Absolutes No-Go bei der Geisterjagd?

Man sollte nicht zu ängstlich, aber auch nicht zu versessen darauf sein, etwas Übernatürliches zu entdecken. Und auch ganz wichtig: Geh nie alleine auf Geisterjagd.

Können Geister auch aus unserer Zeit stammen?

Ja, natürlich. Aber da wir vermehrt in historischen Gebäuden Untersuchungen durchführen, sind dort Geister wenn dann aus älterer Zeit.

Wie wichtig sind Emotionen und Empfindungen bei PUs?

Emotionen und Gefühle spielen eine sehr große Rolle. Ich bin der Überzeugung, dass sich Geister auch zu erkennen geben können, indem sie uns zum Beispiel einen Schauer über den Rücken laufen lassen. Sie können auch unsere Gefühle beeinflussen. Uns zornig oder traurig werden lassen.

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