Katastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz Alle aktuellen Entwicklungen im Live-Blog

Bundeskanzlerin Angela Merkel (M) und Malu Dreyer (6.v.l,SPD), Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, sprechen mit einem Betroffenen, der ihnen gestikulierend seine Lage nach dem Hochwasser berichtet. Foto: Christof Stache/POOL AFP/dpa

Während in Bayern vor wenigen Wochen schwere Unwetter wüteten und großen Schaden verursacht haben, sind nun Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz besonders schwer betroffen. In einem kaum vorstellbaren Ausmaß: Es gibt Tote, Verletzte und immer noch viele Vermisste. Wir informieren Sie in unserem Blog über die aktuellen Geschehnisse. 

Auch in Bayern ist es inzwischen in einigen Gegenden zu Überflutungen gekommen, unter anderem in Passau steigen die Pegel. Der Kreis Berchtesgaden hat den Katastrophenfall ausgerufen. Mehr dazu lesen Sie hier: Unwetter in Bayern: Zwei Tote im Hochwassergebiet

Sonntag, 18. Juli, 18.48 Uhr: Weiterhin akute Lebensgefahr in Erftstadt

In Erftstadt-Blessem besteht nach Einschätzung von Experten in der Nähe einer Abbruchkante weiterhin akute Lebensgefahr. Das teilte Landrat Frank Rock nach einem Gespräch mit den Fachleuten vor Ort am Sonntag mit. Die Stabilität des Untergrunds nach der Unwetterkatastrophe in dem besonders betroffenen Stadtteil müsse weiterhin überprüft werden. Eine abschließende Einschätzung sei noch nicht möglich.

In Blessem war durch die Fluten ein riesiger Krater entstanden, mindestens drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg stürzten ein. Der Ortsteil war evakuiert worden. Die Behörden sprachen ein Betretungsverbot aus.

"Angesichts der Zerstörung in Teilen des Ortes, grenzt es an ein Wunder, dass wir bisher keine Todesopfer zu beklagen haben. Das ist ein Stück weit erleichternd. Gleichwohl müssen wir mit Hochdruck an einer Perspektive für die Bewohner arbeiten, die verständlicherweise schnellstmöglich wieder in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren möchten", so Rock.

Sonntag, 18. Juli, 18.10 Uhr: Seehofer besucht am Montag THW-Einsatzkräfte

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) besucht am Montag die von der Unwetter-Katastrophe besonders betroffenen Gebiete in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Der Minister wolle sich vor Ort ein Bild von der Arbeit des Technischen Hilfswerks (THW) machen. Das THW ist dem Bundesinnenministerium unterstellt. Die Organisation hat den Angaben zufolge 2500 Helferinnen und Helfer in den Hochwassergebieten im Einsatz, um Menschen in Sicherheit zu bringen, Keller abzupumpen, die Stromversorgung sicherzustellen und um Schuttberge abzutragen.

Seehofer wird am späten Vormittag an der Steinbachtalsperre in Euskirchen (NRW) erwartet. Dort ist die Lage sehr angespannt, es droht ein Bruch. Deswegen wurden dahinter gelegene Ortschaften evakuiert. Gegen Mittag will Seehofer nach Bad Neuenahr-Ahrweiler in Rheinland-Pfalz fahren, um ein Krankenhaus zu besuchen. Dort hat das THW eine Trinkwasseraufbereitungsanlage installiert, damit das Krankenhaus weiterhin das nötige Trinkwasser bekommt. Dies war nötig geworden, nachdem die Wassermassen die Leitungen im Umfeld der Klinik beschädigt hatten.

Sonntag, 18. Juli, 17.58 Uhr: Altmaier will Arbeit des Katastrophenschutzes prüfen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier fordert eine umfassende Aufarbeitung etwaiger Fehler beim Katastrophenschutz bei der Flutkatastrophe in Westdeutschland. "Es muss, sobald wir die unmittelbare Hilfe geleistet haben, auch geschaut werden: Gibt es Dinge, die nicht gut gelaufen sind, gibt es Dinge, die schief gelaufen sind? Und dann muss korrigiert werden", sagte der CDU-Politiker am Sonntag im "Bild live"-Politiktalk "Die richtigen Fragen". "Es geht nicht um Schuldzuweisungen, es geht um Verbesserungen für die Zukunft."

Altmaier sagte, anders als bei früheren Hochwasserkatastrophen hätten die Menschen diesmal nicht Stunden oder Tage gehabt, um sich vorzubereiten. Deshalb müsse man darüber reden: "Haben wir ausreichend Vorsorge getroffen, um solche Ereignisse rechtzeitig zu erkennen?" In Bayern, Österreich und an anderen Orten gebe es ja bereits ähnliche Geschehnisse. "Das ist ein wichtiger Warnschlag, ein Warnsignal für uns alle", sagte Altmaier.

Sonntag, 18. Juli, 17.41 Uhr: Viele Orte haben inzwischen wieder Handynetz

Die Mobilfunkanbieter Telefónica Deutschland und Vodafone haben nach eigenen Angaben das durch die Unwetterkatastrophe beschädigte Handynetz vielerorts wieder herstellen können. Von Telefónica hieß es am Sonntag, seit Freitag arbeiteten Techniker daran im Dauereinsatz. Inzwischen habe man an mehr als zwei Dritteln der Standorte, die von einem Stromausfall betroffen waren, das Mobilfunknetz wieder instandgesetzt. Vodafone teilte am Sonntag mit, weniger als zehn Prozent der Vodafone-Kunden seien noch ohne Handyempfang.

In besonders stark von den Überflutungen betroffenen Orten setze Telefónica auf mobile Basisstationen und nutze Notstromaggregate, um die Mobilfunkmasten mit Elektrizität zu versorgen, erläuterte das Unternehmen. "Wir weisen jedoch darauf hin, dass die Mobilfunkversorgung noch nicht überall die Kapazitäten erreicht wie vor dem Hochwasser", erklärte ein Sprecher. Daher solle die Kommunikation etwa mit Freunden und Familie aus Rücksicht auf andere betroffene Mobilfunkkunden auf das Notwendigste reduziert werden.

Das Telekommunikationsunternehmen Vodafone konnte vielen Kunden das Netz zurückbringen, indem rund 200 funktionierende Stationen neu justiert und so deren Reichweite erhöht wurde, wie Volker Petendorf, Konzernsprecher von Vodafone erklärte. "Sie funken jetzt auch in Gebiete, deren Stationen vom Hochwasser zerstört wurden." In den Katastrophengebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen war nach schweren Unwettern das Mobilfunknetz vielerorts ganz ausgefallen. Grund dafür ist laut Telefónica der hochwasserbedingte Ausfall der Energieversorgung.

Sonntag, 18. Juli, 17.06 Uhr: Experten wollen Lage an der Steinbachtalsperre am Montag neu bewerten

An der von einem Bruch bedrohten Steinbachtalsperre bei Euskirchen wollen Fachleute erst am Montag entscheiden, wann die Menschen in den evakuierten Gebieten in ihre Häuser zurückkehren können. Ursprünglich war diese Entscheidung für Sonntag geplant gewesen, allerdings floss das Wasser langsamer ab als erwartet. Experten gingen weiterhin davon aus, dass zwei Drittel des Wassers in der Talsperre abgelassen sein müssen, bis der Zustand als sicher gelten könne, teilte die Bezirksregierung Köln am Sonntag mit. Am Montag werde die Situation neu bewertet.

Aus der Talsperre wird Wasser abgelassen, um Druck von dem Damm zu nehmen. Erst wenn die Talsperre zu zwei Dritteln entleert sei, bestehe keine akute Dammbruchgefahr mehr, hatte die Bezirksregierung am Samstagabend mitgeteilt. Die Orte Swisttal und Rheinbach unterhalb der Steinbachtalsperre an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz waren evakuiert worden.

Sonntag, 18. Juli, 16.47 Uhr: Bauarbeiten an Autobahnen werden Monate dauern

Nach der Unwetterkatastrophe müssen sich Autofahrer auf den Autobahnen 1 und 61 im Süden Nordrhein-Westfalens noch monatelang auf Beeinträchtigungen einstellen. Bei den Kommunen Erftstadt und Swisttal hatten die Wassermassen Teile der Fahrbahn weggerissen. Die Schadensbegutachtung laufe noch, erst danach könnten die Bauarbeiten beginnen, sagte ein Sprecher der Autobahngesellschaft des Bundes am Sonntag. Wie lange die Reparatur dauern werde, könne er nicht sagen. Sehr wahrscheinlich geht es aber um mehrere Monate.

Bis auf Weiteres gelten Vollsperrungen auf der A1 zwischen dem Autobahndreieck Erfttal und der Anschlussstelle Hürth in der einen Fahrtrichtung und in der anderen Fahrtrichtung vom Kreuz Köln-West bis nach Erfttal, wie die Autobahngesellschaft mitteilte. Die A61, die sich bei Erftstadt mit der A1 verbindet, ist in beiden Fahrtrichtungen zwischen den Autobahnkreuzen Kerpen und Meckenheim voll gesperrt.

Sonntag, 18. Juli, 16.32 Uhr: Greenpeace fordert klimapolitische Reaktion auf Katastrophe

Greenpeace-Vorstand Martin Kaiser fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, klimapolitisch auf die Unwetterkatastrophe zu reagieren. "Die Erderhitzung trifft uns bereits mit voller Wucht, es müssen endlich politische Konsequenzen folgen", erklärte Kaiser am Sonntag anlässlich des Besuchs der Kanzlerin in den betroffenen Katastrophenregionen Schuld und Adenau in Rheinland-Pfalz. Das Wohl der Menschen und der Natur müsse ins Zentrum aller Politik rücken.

Daher ruft Greenpeace auf, Braunkohlekraftwerke zu drosseln und bis zum Jahr 2025 keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr zuzulassen. Auch sollten laut Kaiser bis 2035 Tierbestände in der Landwirtschaft halbiert werden. "Damit die dringend für den Wiederaufbau benötigten Mittel kurzfristig zur Verfügung stehen, muss der Aus- und Neubau von Autobahnen und Bundesstraßen gestoppt und klimaschädliche Subventionen sofort beendet werden", erklärte der Vorstand.

Sonntag, 18. Juli, 16.22 Uhr: Scheuer sieht "riesige Aufgabe" beim Beheben der Infrastruktur-Schäden

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zufolge wird das endgültige Ausmaß der Infrastrukturschäden nach den Hochwassern erst nach weiteren Räumungsarbeiten zu beurteilen sein. "Wenn an der Ahr von 35 Brücken wohl 20 zerstört sind, dann kann man jetzt schon die Riesenaufgabe, die vor uns steht, erahnen", sagte Scheuer der "Passauer Neuen Presse" und dem "Donaukurier" (Montag). Auch Prognosen zur Freigabe von Bahnstrecken seien "erst nach ausgiebiger Schadensbegutachtung möglich, die aufgrund der komplizierten Lage vor Ort aber nur langsam voranschreiten". Allein auf der Rhein-Ahr-Bahn seien sieben Brücken und 27 Kilometer Gleisanlagen durch das Hochwasser zerstört worden.

Mehrere Tage nach den verheerenden Unwettern in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen mit mehr als 150 Todesopfern wird mit dem Rückzug der Wassermassen nach und nach das Ausmaß der Schäden sichtbar. Neue Informationen über die Lage kämen zwar minütlich, "aber eben noch sehr punktuell", sagte Scheuer. "Wir sind von Beginn der Katastrophe an am Arbeiten, um bei Straße, Schiene, Wasserstraße und Mobilfunk ein Schadensbild zu haben." Am Montag soll es Lagebesprechungen in seinem Ministerium geben. "Zuerst müssen Wasser und Schlamm beseitigt sein, ehe wir besichtigen und genau beurteilen können."

Sonntag, 18. Juli, 16.14 Uhr: Merkel fordert mehr Tempo im Kampf gegen den Klimawandel

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei einem Besuch in dem besonders von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz auf Tempo im Kampf gegen den Klimawandel gedrängt. "Wir müssen schneller werden im Kampf gegen den Klimawandel", sagte sie am Sonntag in Adenau. "Wir müssen auch der Anpassung noch größere Aufmerksamkeit zuwenden." Mitigation, also Anpassung an Auswirkungen von Klimawandel wie Dürre und Extremregen, sei nicht nur für Afrika ein Thema, sondern auch für Deutschland.

Investitionen in Klimaschutz seien teuer, sagte Merkel. Aber was Klimawandel anrichten könne, sei noch teurer. "Wir müssen uns anstrengen - sehr anstrengen", so Merkel. Begleitet wurde die Kanzlerin unter anderem von der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

Sonntag, 18. Juli, 16.07 Uhr: Erftstädter können ihr Wasser wieder benutzen

Bewohner in der vom Hochwasser besonders betroffenen Stadt Erftstadt können wieder Wasser in Maßen benutzen. "Eine Dusche oder eine notwendige Maschine Wäsche sind kein Problem", teilte die Stadt am Sonntag mit. Sollte es zu einem Rückstau des Wassers im Haus oder der Wohnung kommen, müsse der Verbrauch aber wieder reduziert werden. "Bitte lassen Sie insbesondere Geräte nicht unbeaufsichtigt", schrieb die Stadt.

Sonntag, 18. Juli, 15.53 Uhr: Mobilfunknetze noch immer mit Lücken

Die Telekommunikationsunternehmen kommen nun beim Wiederaufbau der Netzversorgung voran, nachdem der Mobilfunk in den Hochwasser-Regionen teilweise ausgefallen war. Von den rund 150 betroffenen Stationen seien inzwischen wieder zwei Drittel in Betrieb, sagte ein Sprecher des Netzbetreibers Telefónica (o2) am Sonntag.

In den meisten Fällen waren die Antennen aus, weil die Stromversorgung unterbrochen war. Etwa 50 Stationen sind noch außer Betrieb. "Viele der noch ausgefallenen Stationen befinden sich an Orten, die noch nicht wieder zugänglich sind", sagte der Sprecher. Es seien vier mobile Stationen im Einsatz, zehn weitere stünden bereit.

Bei Vodafone waren am Sonntag noch ein Sechstel der Mobilfunkstationen in den deutschen Hochwasser-Katastrophengebieten nicht am Netz, wie ein Firmensprecher berichtete. Bei Anlagen in umliegenden Gebieten sei die Reichweite erhöht worden, um eine "Basisversorgung" zu ermöglichen. Bei einer solchen Basisversorgung ist die Leistung etwas schwächer als sonst üblich, aber immerhin ermöglicht sie mancherorts wieder Verbindungen. Auch Vodafone setzt auf mobile Einheiten, um Funklöcher zu stopfen. Nach Schätzung der Düsseldorfer Firma sind zehn Prozent der Kunden in den Katastrophengebieten noch ohne Empfang, also im Funkloch.

Bei der Telekom sind ebenfalls noch Funklöcher in den Hochwassergebieten vorhanden. Es gebe Mobilfunkstandorte und Kabel, an die man für die Reparatur noch nicht heran komme oder aus Gefahrengründen nicht heran dürfe, sagte ein Firmensprecher. Zahlreiche Standorte seien inzwischen aber wieder am Netz.

Sonntag, 18. Juli, 15.53 Uhr: Dreyer will niemanden zurücklassen

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) geht von einem "Kraftakt auf lange, lange Zeit" aus, bis der Wiederaufbau in den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Gebieten bewältigt ist. "Es wird lange dauern, bis die Leute wieder sagen können: Ich erkenne meine Heimat wieder", sagte sie am Sonntag bei einem Besuch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Adenau.

Vorrang habe nun die Suche nach den noch immer Vermissten. "Wir werden nicht ruhen, bis die Menschen, die vermisst werden, gefunden werden", versprach sie. Auch Merkel sagte, die Rettungsarbeiten hätten "absoluten Vorrang". Die Unwetterkatastrophe im Landkreis Ahrweiler hat bislang 110 Todesopfer gefordert, 670 Menschen wurden verletzt.

Sonntag, 18. Juli, 15.42 Uhr: Unwetterschäden an hunderten Kilometern von Bahngleisen

Die Unwetterkatastrophe in Deutschland hat auch bei der Bahn gravierende Schäden hinterlassen, die in den nächsten Tagen Folgen für die Reisenden und Pendler haben werden. Nach einem ersten Lagebild gab es in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz "massive Beschädigungen" an 80 Stationen und Haltepunkten sowie an Gleisen auf mehr als 600 Kilometern Länge, wie die Deutsche Bahn am Sonntag in Düsseldorf mitteilte.

Auch Weichen, Signaltechnik, Stellwerke, Brücken sowie Fahrzeuge seien durch Wasser, Schlamm und Geröll beschädigt worden. Nun werde mit Hochdruck daran gearbeitet, alle Schäden zu beseitigen. 2000 Bahnbeschäftigte seien seit Mittwoch in den betroffenen Regionen im Einsatz. Noch immer müsse an vielen Stellen Wasser abfließen und danach Schlamm und Geröll abgetragen werden. Auf der linken Rheinseite fahren seit Sonntag zwischen Bonn und Koblenz wieder Züge.

Der Nahverkehr mit S-Bahnen und Regionalzügen bleibe in NRW und in Teilen von Rheinland-Pfalz "stark beeinträchtigt", hieß es in der Mitteilung mit Blick auf das Ahrtal, die Eifel, das Siegerland und die Gegend um Hagen. Auf Pendler kämen zum Wochenstart noch auf "erhebliche Einschränkungen" zu, in NRW fielen 30 Linien ganz oder teilweise aus oder würden umgeleitet. "Aufgrund gesperrter Strecken verkehren zahlreiche S-Bahn- und Regionallinien weiterhin nicht oder nur eingeschränkt." Es gibt Bus-Ersatzverkehr - "sofern in den Krisenregionen die Straßeninfrastruktur noch intakt ist".

Sonntag, 18. Juli, 15.31 Uhr: Merkel zeigt sich geschockt und kündigt rasche Hilfe an

"Wir stehen an Ihrer Seite, Bund und Land", sagte Merkel am Sonntag in Adenau im Kreis Ahrweiler. Bund und Land würden Hand in Hand arbeiten, "um die Welt wieder Schritt für Schritt in Ordnung zu bringen in dieser wunderschönen Gegend". Mehr dazu lesen Sie hier: Kanzlerin Merkel im Katastrophengebiet.

Sonntag, 18. Juli, 13.21 Uhr: Bundeskanzlerin Merkel im Eifel-Katastrophengebiet eingetroffen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Sonntag zu einem Besuch in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten in Rheinland-Pfalz eingetroffen. Gegen Mittag war Merkel in der Eifelgemeinde Schuld, die besonders schwer von der Flutkatastrophe getroffen worden war. Die Kanzlerin wolle sich vor Ort ein Bild von der Lage machen, hieß es im Vorfeld. Begleitet wurde sie unter anderem von der Mainzer Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

Sonntag, 18. Juli, 13.01 Uhr: Hilfsbereitschaft füllt Lager - NRW-Kreise eröffnen Spendenkonten

Die Hilfsbereitschaft angesichts der Not der Anwohner in den Hochwasser-Gebieten ist groß. Die Lager mit Lebensmittel- und Kleiderspenden seien gut gefüllt, berichteten am Sonntag die Kreise Euskirchen und Rhein-Erft in Nordrhein-Westfalen. Beide Kreise haben Konten für Hochwasser-Hilfen eingerichtet und bitten um Geldspenden. Sachspenden gebe es derzeit genug. "Die Räume sind begrenzt, momentan reicht das, was da ist", sagte ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises. Auch der Kreis Euskirchen erklärte, die kommunalen Anlaufstellen seien ausreichend versorgt. Der Bedarf sei gedeckt. "Es besteht vielerorts das Problem, dass zusätzliche Spenden nicht verwaltet und gelagert werden können."

Sonntag, 18. Juli, 12.57 Uhr: Kramp-Karrenbauer besucht Soldaten in NRW-Katastropheneinsatz

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer will noch am Sonntag Soldaten im Katastropheneinsatz in Nordrhein-Westfalen besuchen. Die Ministerin wolle sich im schwer betroffenen Erftstadt einen Einblick in die Einsatzlage verschaffen und mit Männern und Frauen der Bundeswehr sprechen, sagte ein Sprecher ihres Ministeriums am Mittag.

Die Bundeswehr hatte im Erftstadter Ortsteil Blessem bei den Bergungs- und Rettungsarbeiten geholfen - auch mit einem Bergepanzer und drei Transportpanzern Fuchs. Insgesamt waren am Sonntag 800 Soldaten mit etwa 110 Fahrzeugen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zur Unterstützung unterwegs.

Sonntag, 18. Juli, 12.31 Uhr: Zahl der Toten bei Unwetterkatastrophe steigt in NRW auf 46

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Toten im Zusammenhang mit der Unwetterkatastrophe auf 46 gestiegen. Das teilte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums am Sonntag mit. Damit hat sich die Zahl der Todesopfer gegenüber Samstag um eine Person erhöht. Allein aus NRW seien 650 Polizisten und 19.000 Einsatzkräfte etwa von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) an den Rettungsarbeiten beteiligt, hieß es weiter.

Sonntag, 18. Juli, 11. 41 Uhr: Sinkende Pegelstände in Wassenberg - aber keine Entwarnung

Nach dem Bruch eines Damms der Rur gibt es noch keine Entwarnung im nordrhein-westfälischen Wassenberg. Zwar seien sinkende Wasserpegel in allen Ortsteilen zu beobachten und die Wassermassen könnten zunehmend wieder über die Kanalisation aufgenommen werden. Im teilweise unter Wasser stehenden Stadtteil Ophoven könnten aber weitere Dammbrüche noch nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, teilte die Stadt am Sonntag mit.

"Die Lage ist recht unüberschaubar", sagte ein Feuerwehrsprecher am Sonntagmorgen. Etwa 700 Bewohner von Ophoven an der Grenze zu den Niederlanden hatten in der Nacht zum Samstag ihre Häuser verlassen müssen. Man prüfe derzeit, welche Bewohner in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren dürfen. Einige Straßen konnten wieder genutzt und an das Stromnetz angeschlossen werden, hieß es bei der Stadt.

Sonntag, 18. Juli, 11.31 Uhr: Hochwasser im Südwesten klingt langsam ab

Nach Hochwasser und Überschwemmungen in Baden-Württemberg entspannt sich die Lage allmählich. Die Wasserstände an Hoch- und Oberrhein und am Bodensee seien zwar weiter auf einem hohen Niveau, teilte die Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) am Sonntag mit. Das Hochwasser klinge aber ab. Am Rhein-Pegel Maxau bei Karlsruhe wurde am frühen Samstagabend mit 8,65 Metern der Scheitelwert erreicht. Das entspricht einem Hochwasser, wie es im statistischen Mittel nur alle zehn Jahre vorkommt.

Die Rhein-Schifffahrt zwischen Iffezheim und Germersheim war bereits in der Nacht zum Mittwoch eingestellt worden. Am Donnerstag wurde die Sperrung bis Mannheim ausgedehnt. Mit einer Freigabe ist nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) Oberrhein erst in der kommenden Woche zu rechnen.

Sonntag, 18. Juli, 10.02 Uhr: Menschen in Erftstadt suchen Angehörige - 70 Fahrzeuge geborgen

In der vom Hochwasser besonders betroffenen Ortschaft Erftstadt westlich von Köln suchen zahlreiche Menschen nach ihren Angehörigen. Bisher wurden laut Angaben der Stadt bei der am Samstag eröffneten "Personenauskunftsstelle" 59 Menschen gemeldet, deren Aufenthaltsort ungewiss ist. 16 davon kämen aus Erftstadt.

Unter den Gesuchten seien auch Bewohner einer Altenpflegeeinrichtung, die am Samstag evakuiert werden musste. Viele Menschen wüssten nicht, wo ihre Angehörigen sein könnten, weil etwa das Telefonnetz zusammengebrochen war, erklärte ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises am Sonntag. Den Angaben der Stadt zufolge konnten Einsatzkräfte bislang 70 Fahrzeuge bergen, 25 stünden noch im Wasser.

Sonntag, 18. Juli, 9.08 Uhr: Experten sollen Lage an der Steinbachtalsperre neu bewerten

An der von einem Bruch bedrohten Steinbachtalsperre bei Euskirchen fließt das Wasser langsamer ab als erwartet. Deshalb sollen Experten am Sonntag die noch immer angespannte Lage am Staudamm neu bewerten, wie die Bezirksregierung Köln auf Twitter mitteilte. Die ursprünglich geplante Prognose, am Sonntagnachmittag gegen 15.00 Uhr Entwarnung geben zu können, kann den Angaben zufolge deshalb nicht gehalten werden.

Sonntag, 18. Juli, 8.50 Uhr: Merkel besucht Hochwasseropfer

Unwetter hatten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz eine Schneise der Verwüstung hinterlassen - mehr als 150 Menschen starben durch die Fluten. Bei neuen Unwettern im Süden und Osten Deutschlands hat am späten Samstagabend der Landkreis Berchtesgadener Land in Oberbayern den Katastrophenfall ausgerufen. Auch in der Sächsischen Schweiz gingen gewaltige Regenmassen nieder. Am Sonntag will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die am schwersten getroffenen Gebiete in der Eifel besuchen.

Sonntag, 18. Juli, 7.27 Uhr: Hochwasserkatastrophe in Ahrweiler - mindestens 110 Menschen tot

Nach der Hochwasserkatastrophe im Kreis Ahrweiler in Reinland-Pfalz hat sich die Zahl der Todesopfer bis Sonntagmorgen auf 110 erhöht. Ebenso wurden 670 Personen verletzt, wie die Polizei mitteilte. Die Zahl der Toten und Verletzten könnte sich aber weiter erhöhen. In einer Vielzahl der umliegenden Gemeinden gibt es auch weiterhin weder Strom noch Telefonempfang. Ebenso sind weiterhin eine Vielzahl der Straßen im Ahrtal gesperrt.

Samstag, 17. Juli, 23.13 Uhr: Katastrophenfall in Oberbayern nach starkem Regen ausgerufen

Der Landkreis Berchtesgadener Land hat wegen Hochwassers den Katastrophenfall ausgerufen. Es gebe sehr viele Murenabgänge, die Feuerwehr sei überlastet, sagte ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Traunstein am späten Samstagabend. Betroffen seien vor allem die Orte Berchtesgaden und Bischofswiesen im Südosten Bayerns. Einzelne Häuser seien schon geräumt worden. Die Bevölkerung sei aufgerufen, Keller zu verlassen und die Straßen zu meiden, da über diese viel Wasser schieße.

Samstag, 17. Juli, 20.03 Uhr: Laschet: Eindruck während Steinmeier-Rede "tut mir leid"

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat sich für den Eindruck entschuldigt, er habe sich während der Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im nordrhein-westfälischen Hochwassergebiet unangemessen verhalten. Er bedauere den Eindruck, der durch eine Gesprächssituation entstanden sei. "Dies war unpassend und es tut mir leid", schrieb Laschet am Samstagabend im Kurznachrichtendienst Twitter. "Uns liegt das Schicksal der Betroffenen am Herzen, von dem wir in vielen Gesprächen gehört haben."

Auf Fernsehbildern und Aufnahmen von Fotografen ist der CDU-Politiker während einer Rede des Bundespräsidenten in Erftstadt im Hintergrund zu sehen. In einer Sequenz scherzen Laschet und seine Begleiter. Zu sehen ist, wie er sich lachend zu seinen Begleitern dreht.

Samstag, 17. Juli, 20 Uhr: Schäden jenseits der Vorstellungskraft: Fluten geben Zerstörung frei

Nach dem langsamen Rückzug der Wassermassen wird in den Überschwemmungsgebieten nach und nach das Ausmaß der Schäden sichtbar. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach am Samstag bei einem Besuch in dem von den Fluten besonders stark heimgesuchten Erftstadt von Schäden, "die unsere Vorstellungskraft übersteigen". Es gebe "Gemeinden, die von Verwüstung, von Zerstörung gezeichnet sind".

Der Bundespräsident hatte sich zusammen mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) über die Lage in Erftstadt informiert. Zur Stadt gehört die Ortschaft Blessem, wo es zu gewaltigen Erdrutschen gekommen war. Laschet sprach von einer "Jahrhundertkatastrophe". Es sei eine "nationale Aufgabe", der betroffenen Region zu helfen.

Samstag, 17. Juli, 19.30 Uhr: Rettungswagen mit Demenzkranken aus Hochwassergebiet fängt Feuer

Dramatische Sekunden in einem Rettungswagen: Das Fahrzeug sollte am Samstag zwei demenzkranke Senioren aus dem Ahrweiler Hochwassergebiet in Rheinland-Pfalz ins Krankenhaus nach Linz bringen, als starker Rauch aus dem Motorraum kam. Wie die Polizei mitteilte, stoppte der Notarzt das Fahrzeug. Wenig später schlugen Flammen aus dem Motorraum, und der Rettungswagen begann zu brennen. "Geistesgegenwärtig und todesmutig" hätten der Notarzt und die 24 Jahre alte Rettungssanitäterin die Senioren aus dem völlig verrauchten Wagen gerettet. "Hierbei hob die 24-jährige die nicht gehfähige Seniorin kurzerhand hoch und trug sie aus dem Fahrzeug."

Samstag, 17. Juli, 18.34 Uhr: Zahl der Toten bei Unwetterkatastrophe steigt in NRW auf 45

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Toten im Zusammenhang mit der Unwetterkatastrophe auf 45 gestiegen. Das teilte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums am Samstagabend mit. Damit hat sich die Zahl der Todesopfer gegenüber Freitag um zwei erhöht.

Keine Toten wurden bislang bei der Bergung der Fahrzeuge auf der überfluteten Bundesstraße 265 bei Erftstadt gefunden, wie ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises berichtete. Bei der Überprüfung der insgesamt 28 Autos und Lastwagen, die von den Wassermassen überspült worden waren, kamen auch Taucher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zum Einsatz.

Samstag, 17. Juli, 17.49 Uhr: Kanzlerin Merkel kommt in Hochwassergebiete nach Rheinland-Pfalz

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Sonntag (14.30 Uhr) die vom Hochwasser betroffenen Gebiete in Rheinland-Pfalz besuchen. Merkel werde sich in der Eifelgemeinde Schuld, die besonders schwer von der Unwetterkatastrophe getroffen wurde, ein Bild von der Lage machen. Im Anschluss ist ein Pressestatement in Adenau geplant - gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und weiteren rheinland-pfälzischen Ministern.

Samstag, 17. Juli, 17.15 Uhr: Vier Feuerwehrleute bei Hochwassereinsätzen in NRW gestorben

Bei den Hochwassereinsätzen in Nordrhein-Westfalen haben mindestens vier Feuerwehrleute ihr Leben verloren. Das teilte der Verband der Feuerwehren (VdF) am Samstag mit. Neben den beiden in Altena und Werdohl gestorbenen Männern seien zwei weitere Todesfälle gemeldet worden. In Nettersheim (Kreis Euskirchen) sei ein Feuerwehrangehöriger bei einem Rettungseinsatz ums Leben gekommen. Ein weiterer Feuerwehrangehöriger der Feuerwehr Rheinbach (Rhein-Sieg-Kreis) sei im Einsatz leblos aufgefunden worden und später im Krankenhaus gestorben. "Die Betroffenheit in den Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus ist riesig. Wir alle werden das nach Ende der Einsätze erst verarbeiten müssen", sagte der stellvertretende VdF-Landesvorsitzende, Bernd Schneider.

Samstag, 17. Juli, 17.02 Uhr: Kuh wird 100 Kilometer von Hochwasser mitgetrieben - gerettet

Eine in den Niederlanden von der Hochwasser führenden Maas mitgerissene Kuh ist rund 100 Kilometer weiter aus dem Fluss gerettet worden. "Es ist für uns sehr überraschend, dass die Kuh so eine Strecke überstanden hat", sagte ein Feuerwehrmann dem Sender "Omroep Brabant" am Samstag. "Ob das Tier die ganze Zeit mitgetrieben wurde, ober ob es auch Abschnitte gab, wo es mit den Füßen den Boden berührte, wissen wir nicht."

Samstag, 17. Juli, 16.46 Uhr: Landkreistag-Präsident für Katastrophen-Warnungen per SMS

Nach den massiven Überflutungen im Westen Deutschlands sieht der Landkreistag Reformbedarf im Katastrophenschutz. "Die Landkreise als Katastrophenschützer vor Ort tun alles Mögliche, die Lage in den betroffenen Landkreisen in den Griff zu bekommen", sagte der Präsident des kommunalen Spitzenverbandes, Reinhard Sager, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Schließlich hätten die Katastrophenschutzstäbe der Landkreise die Aufgabe, die verschiedenen Akteure einzusetzen und zu koordinieren. "Wir brauchen allerdings eine noch besser eingespielte Zusammenarbeit zwischen den Kommunen, den Ländern und dem Bund", fügte Sager hinzu.

Samstag, 17. Juli, 16.18 Uhr: Laschet besucht Notunterkunft für Hochwasser-Opfer

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat am Samstag in Erftstadt ein Unterkunft für durch das Hochwasser wohnungslos gewordene Menschen besucht. In der zum Aufenthaltsraum umfunktionierten Kantine eines Gymnasiums traf der CDU-Chef und Unions-Kanzlerkandidat mit etwa 20 Bewohnern zusammen, wie ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur vor Ort berichtete.

Samstag, 17. Juli, 15.30 Uhr: Günther fordert Bund-Länder-Fonds für Flutopfer und mehr Klimaschutz

Bund und Länder müssen die Hochwasserfolgen angesichts der dramatischen Situation in Teilen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nach Ansicht von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) gemeinsam bewältigen. "Es braucht jetzt eine gemeinsame Kraftanstrengung von Bund und Ländern, um den Menschen in den betroffenen Regionen schnell und unbürokratisch zu helfen", sagte Günther der Deutschen Presse-Agentur in Kiel.

Samstag, 17. Juli, 15.01 Uhr: Polizei: Keine Drohnen über Einsatzgebieten fliegen lassen

Die Polizei im nordrhein-westfälischen Euskirchen hat Neugierige davor gewarnt, in die Hochwassergebiete zu kommen. Zudem sollten Privatleute keine Drohnen über Einsatzgebieten von Polizei und Rettungsdienst fliegen lassen. "Sie behindern dadurch die Drohnen der Rettungskräfte!", schrieb die Polizei, die unter anderem für das Gebiet an der bedrohten Steinbachtalsperre zuständig ist, auf Twitter. Zudem sei der Drohneneinsatz unzulässig und stelle eine Ordnungswidrigkeit dar.

Samstag, 17. Juli, 14.26 Uhr: Polizei startet im Hochwassergebiet Ahrweiler neue Suche

Nach der Hochwasserkatastrophe will die Polizei in den besonders schwer zugänglichen Regionen im Raum Ahrweiler mit Hubschraubern nach weiteren Opfern der Flut suchen. Das Gebiet werde in Sektoren eingeteilt, und es würden Luftaufnahmen gemacht, teilte die Polizei in Koblenz am Samstag mit. Die Sektoren würden dann von Einsatzkräften systematisch abgesucht. Die Suche soll Sonntagabend bis zum Einbruch der Dunkelheit abgeschlossen sein. Über weitere Suchen werde dann entschieden.

Samstag, 17. Juli, 14.23 Uhr: Habeck fordert schnelle Katastrophen-Hilfe und mehr Klimaschutz

Nach der Hochwasser-Katastrophe im Westen Deutschlands fordern die Grünen schnelle Hilfe für die Betroffenen – und dann eine gemeinsame Kraftanstrengung für mehr Klimaschutz. Über allem stehe aber jetzt immer noch die Rettung von Menschenleben, sagte der Bundesvorsitzende Robert Habeck am Samstag in einem Grußwort für einen kleinen Online-Parteitag der bayerischen Grünen.

Samstag, 17. Juli, 14.13 Uhr: Hochwasserkatastrophe in NRW: Mehr als 23 000 Kräfte im Einsatz

In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben des Innenministeriums rund 22.000 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Hilfsorganisationen wie dem Technischen Hilfswerk (THW) an den Rettungsarbeiten beteiligt. Hinzu kämen 700 Beamte der Landespolizei und Kräfte der Bundespolizei sowie Einsatzkräfte aus Hessen, Niedersachsen und Hamburg. Die Bundeswehr ist nach Angaben vom Freitag mit weiteren 900 Soldaten vor Ort. Die Koordinierungsgruppe des Krisenstabs Nordrhein-Westfalen tausche sich rund um die Uhr zur aktuellen Lage bei der Hochwasserkatastrophe aus und helfe landesweit bei der Koordinierung, hieß es am Samstagmorgen in Düsseldorf.

Samstag, 17. Juli, 14.09 Uhr: Steinmeier: Dürfen Hoffnung der Hochwasseropfer nicht enttäuschen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zu anhaltender Hilfe für die Opfer der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands aufgerufen. "Die Unterstützungsbereitschaft, sie muss anhalten, im Großen wie im Kleinen", sagte er am Samstag bei einem Besuch im nordrhein-westfälischen Katastrophengebiet an der Erft.

Samstag, 17. Juli, 14.07 Uhr: Laschet: Hochwasser "Jahrhundertkatastrophe" und "nationale Aufgabe"

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat bei einem Besuch in Erftstadt das Hochwasser als "Jahrhundertkatastrophe" bezeichnet. Es sei eine "nationale Aufgabe", der betroffenen Region zu helfen. Land und Kommunen könnten dies nicht allein stemmen. Unions-Kanzlerkandidat Laschet war zu einem gemeinsamen Besuch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nach Erftstadt westlich von Köln gekommen. Die Stadt war besonders schwer von Sturzflut und Hochwasser getroffen worden.

Samstag, 17. Juli, 13.52 Uhr: Weiterhin Dammbruchgefahr an Steinbachtalsperre

An der Steinbachtalsperre bei Euskirchen droht trotz des sinkenden Wasserstands weiterhin ein Bruch des Staudamms. Der Damm sei "äußerst instabil", große Teile des Bauwerks seien weggebrochen, teilte die Bezirksregierung Köln am Samstag mit. Es drohe weiterhin akute Überflutungsgefahr für die Orte unterhalb der Talsperre. Weitere Evakuierungen seien deshalb geplant. Aus der Talsperre wird Wasser abgelassen, um Druck von dem Damm zu nehmen. Das geschieht über Pumpen, den mittlerweile freigelegten Grundablass der Talsperre und eine Bypassleitung. Knapp 6 Kubikmeter Wasser könnten pro Sekunde abfließen, heißt es in der Mitteilung.

Samstag, 17. Juli, 13.46 Uhr: Laschet verspricht Hochwasser-Betroffenen Direkthilfe

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat bei einem Besuch in Erftstadt Direkthilfe für die vom Hochwasser betroffenen Menschen versprochen. Es werde "sehr unbürokratisch Geld ausgezahlt", sagte der Unions-Kanzlerkandidat bei einem Besuch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der besonders betroffenen Stadt. Danach werde man zusammen mit dem Bund "strukturell" den Städten helfen müssen, den Wiederaufbau zu bewerkstelligen.

Samstag, 17. 13.44 Uhr: Bundespräsident Steinmeier dankt Helfern bei Hochwasserkatastrophe

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Helfern bei der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands gedankt. Viele hätten "bis zur Erschöpfung und jenseits davon gearbeitet", sagte Steinmeier am Samstag bei einem Besuch im nordrhein-westfälischen Katastrophengebiet an der Erft. Er sprach den Helfen seinen tief empfundenen Dank "im Namen aller Deutschen" aus. Der Ruf nach Hilfe aus allen Teilen der Region sei "groß und drängend", sagte Steinmeier in Erftstadt.

Samstag, 17. Juli, 13.10 Uhr: Kanzlerin Merkel kommt in Hochwassergebiete nach Rheinland-Pfalz

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Sonntag die vom Hochwasser betroffenen Gebiete in Rheinland-Pfalz besuchen. Dies bestätigte die Staatskanzlei in Mainz am Samstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Details würden noch geklärt. Zunächst hatte die "Bild am Sonntag" darüber berichtet. Am Montag will Bundesinnenminister Horst Seehofer die Katastrophengebiete in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz besuchen

Samstag, 17. Juli, 12.36 Uhr: NRW-Innenministerium: Opferzahl nach Hochwasser mit 43 unverändert

Nach dem verheerenden Hochwasser sind in Nordrhein-Westfalen laut Innenministerium noch immer 43 Todesopfer offiziell bekannt. Die Zahl habe sich seit Freitag nicht verändert, so eine Sprecherin. Die Rettungskräfte fürchteten unterdessen, dass sie nach dem Rückzug des Wassers weitere Opfer entdecken könnten. So sind unter anderem in Erftstadt-Blessem die Arbeiten noch in vollem Gange. Man könne daher nicht ausschließen, noch Tote zu finden, so ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises am Samstag.

Samstag, 17. Juli, 11.27 Uhr: Schwierige Aufräumarbeiten in Trier nach der Flut in vollem Gang

In dem vom Hochwasser massiv betroffenen Trierer Stadtteil Ehrang sind nach der Flut die Aufräumarbeiten in vollem Gang. "Da stapeln sich die Berge von Sperrmüll", sagte ein Stadtsprecher am Samstag. Erste Anwohner gingen zurück in die Häuser. "Wer da geschlafen hat, hatte kein Wasser und keinen Strom." Betroffen sind der Stadt zufolge 670 Häuser, bei denen im Keller und Erdgeschoss fast alles zerstört wurde.

Samstag, 17. Juli, 11.16 Uhr: Bundeswehr räumt überflutete Fahrzeuge von Bundesstraße bei Erftstadt

Auf der Bundesstraße 265 bei Erftstadt in Nordrhein-Westfalen hat die Bundeswehr begonnen, die von den Fluten eingeschlossenen Fahrzeuge mit Radpanzern zu bergen. Menschen seien in den Lastwagen und Autos bisher nicht entdeckt worden, teilte die Feuerwehr der Stadt Erftstadt am Samstag mit. Auf der B265 waren zahlreiche Fahrzeuge überspült worden. Eine Sprecherin des Rhein-Erft-Kreises hatte am Freitag gesagt, es sei unklar, ob alle Insassen es rechtzeitig aus ihren Wagen geschafft hätten, als sie von den Wassermassen überrascht wurden.

Samstag, 17. Juli, 11.04 Uhr: Rhein-Hochwasser bei Köln: Höchststand erreicht, Pegelstände sinken

Das Rhein-Hochwasser hat bei Köln in der Nacht zum Samstag seinen Höchststand mit 8,06 Metern erreicht, danach fiel laut Städtischen Entwässerungsbetrieben der Wasserstand wieder. Für die nächsten Tage seien keine "abflusswirksamen Niederschläge" vorhergesagt, so dass der Rheinwasserstand in Köln weiterhin fallen werde, hieß es am Vormittag.

Samstag, 17. Juli, 10.47 Uhr: Polizei warnt nach Hochwasser vor freiliegenden Stromleitungen

Nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz hat die Polizei wegen der zerstörten regionalen Infrastruktur vor den Gefahren freiliegender Stromleitungen gewarnt. "Unter Umständen können Stromleitungen auch noch aus mehreren Metern auch ohne direkten Kontakt lebensgefährlich sein", teilte die Polizei am Samstag in Koblenz mit. Menschen in der betroffenen Region sollten großen Abstand halten und sich nicht in Gefahr bringen. Ein Hubschrauber mit Fachleuten an Bord solle die Gefahr nun prüfen, sagte ein Sprecher.

Samstag, 17. Juli, 10.40 Uhr: Nach Dammbruch der Rur: Stadtteil von Wassenberg teils unter Wasser

Nach dem Bruch eines Damms der Rur und einer Evakuierung steht im nordrhein-westfälischen Wassenberg der Stadtteil Ophoven teilweis unter Wasser. Das sagte ein Feuerwehrsprecher am Samstagmorgen. Etwa 700 Bewohner von Ophoven an der Grenze zu den Niederlanden hatten in der Nacht ihre Häuser verlassen müssen. Es sei für die Bürger nach wie vor gefährlich, sich in dem Gebiet aufzuhalten, sagte der Sprecher. "Durch hohe Wasserstände verursachte Gefährdungen können nicht ausgeschlossen werden", teilte auch die Stadt mit. Wer nicht in der Lage sei, seine Wohnung selbstständig zu verlassen, solle über eine Hotline um Hilfe bitten.

Samstag, 17. Juli, 10.07 Uhr: Polizei-Appell an potenzielle Hochwassertouristen und Gaffer

Mit einem eindringlichen Appell hat sich die Polizei in Rheinland-Pfalz zum Start ins Wochenende über Twitter an potenzielle Hochwassertouristen und Gaffer gewandt. "Es ist nicht an der Zeit für Touren in einem Katastrophengebiet", hieß es am Samstag von der Polizei in Mainz. Denn viele Menschen hätten dort gerade erst "großes Leid und Verluste erfahren". Während des Katastropheneinsatzes seit Donnerstag war es bereits zu Behinderungen durch Schaulustige gekommen.

Samstag, 17. Juli, 9.28 Uhr: Hochwasserkatastrophe in NRW: Über 19.000 Kräfte im Einsatz

In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben der Landesregierung mehr als 19.000 Einsatzkräfte an den Rettungsarbeiten beteiligt. Die Koordinierungsgruppe des Krisenstabs Nordrhein-Westfalen tausche sich rund um die Uhr zur aktuellen Lage bei der Hochwasserkatastrophe aus und helfe landesweit bei der Koordinierung, hieß es am Samstagmorgen in Düsseldorf.

Samstag, 17. Juli, 8.51 Uhr: Rettungseinsatz nach Flut in Rheinland-Pfalz läuft auf Hochtouren

Koblenz (dpa) - Nach der Flutkatastrophe in der Region Ahrweiler sind auch am Samstag Hunderte Rettungskräfte in Rheinland-Pfalz auf der Suche nach weiteren Opfern und Vermissten. Die Polizei geht bislang von mehr als 90 Todesopfern und über 600 Verletzten aus. Bei dem Schadensausmaß sei mit weiteren Opfern zu rechnen, sagte ein Polizeisprecher am Samstagmorgen. "Der Einsatz läuft auf Hochtouren."

Samstag, 17. Juli, 8.32 Uhr: Zahl der Toten nach Hochwasserkatastrophe steigt auf über 130

Nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands ist die Zahl der Toten auf mehr als 130 gestiegen. Die Polizei bezifferte allein die Zahl der Todesopfer im Großraum Ahrweiler bis Samstagmorgen auf über 90. Es sei zu befürchten, dass noch weitere hinzukämen, teilte die Polizei Koblenz am Samstag mit. Insgesamt liege dem Polizeipräsidium die Meldung über 618 Verletzte vor. Auch diese Zahl könne sich noch weiter erhöhen. Mehr als zwei Tage nach dem Unglück werden immer noch Menschen vermisst. In Nordrhein-Westfalen gab es nach Angaben des NRW-Innenministeriums landesweit mindestens 43 Todesopfer und viele Verletzte.

Samstag, 17. Juli, 8.13 Uhr: Bislang keine Todesopfer in Erftstadt-Blessem entdeckt

In der besonders vom Hochwasser betroffenen nordrhein-westfälischen Ortschaft Erftstadt-Blessem gibt es bislang keine bestätigten Todesopfer. Das sagte ein Kreisprecher am Samstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Die Lage in Blessem sei derweil weiter angespannt. In anderen Teilen des Kreises gingen die Pegelstände unterdessen zurück, im Norden habe man Evakuierungen aufheben können. Da die Arbeiten der Rettungskräfte im Bereich Blessem noch in vollem Gange sind, könne man nicht ausschließen, noch Todesopfer zu finden. Belastbare Zahlen zu Vermissten gebe es nicht.

Samstag, 17. Juli, 7.57 Uhr: Nach Dammbruch: Weiter angespannte Lage in Wassenberg

Nach dem Bruch eines Damms der Rur ist im nordrhein-westfälischen Wassenberg (Kreis Heinsberg) der Stadtteil Ophoven evakuiert worden. Die Lage war am frühen Morgen laut Mitteilung der Stadt weiter angespannt. Der zuständigen Kreispolizei Heinsberg und der Bezirksregierung Köln waren am Morgen aber keine besonderen Vorkommnisse aus der Nacht bekannt. Wie die Bezirksregierung am Freitagabend mitgeteilt hatte, waren rund 700 Anwohner von der Evakuierung betroffen. Für zwei weitere Stadtteile - Effeld und Steinkirchen - gab es in der Nacht weiter eine Vorwarnung, dass es zur Evakuierung kommen könnte.

Samstag, 17. Juli, 6.23 Uhr: Polizei Koblenz meldet über 90 Tote

Die Polizei Koblenz hat nach dem derzeitigen Stand von Samstag um 5 Uhr bereits über 90 Menschen registriert, die bei der Hochwasserkatastrophe im Großraum Ahrweiler ums Leben gekommen sind. Es sei zu befürchten, dass noch weitere Todesopfer hinzukommen, teilte die Polizei am Samstagmorgen mit. Insgesamt liege dem Polizeipräsidium die Meldung über insgesamt 618 Verletzte vor.

Samstag, 17. Juli, 5 Uhr: Wissenschaftler sieht schnelle Hilfen für Unwetter-Opfer skeptisch

Die Forderung nach schnellen Hilfen für Unwetter-Geschädigte sieht ein Mannheimer Wissenschaftler skeptisch. "Die ökonomische Forschung zeigt, dass schnelle und unbürokratische Hilfen für Hochwasser-Opfer, so notwendig sie im Einzelfall auch erscheinen mögen, langfristig kontraproduktiv wirken", sagte Daniel Osberghaus vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Sie liefen den Anreizen zur privaten Vorsorge wie etwa zum Abschluss einer Elementarschadenversicherung oder zu baulichen Vorsorgemaßnahmen zuwider. Außerdem benachteiligten sie de facto Hausbesitzer mit einer Versicherung und könnten schnell als ungerecht empfunden werden, sagte der Hochwasser-Experte.

Freitag, 16. Juli, 23.34 Uhr: Bezirksregierung Köln: Deich der Rur gebrochen - Stadtteil evakuiert

Im Kreis Heinsberg ist nach der Unwetterkatastrophe der vergangenen Tage ein Damm der Rur gebrochen. Nach Informationen der Bezirksregierung Köln haben Rettungskräfte damit begonnen, in Wassenberg den Ortsteil Ophoven zu evakuieren. Betroffen sind laut der Mitteilung via Twitter vom späten Freitagabend rund 700 Einwohner. Wie groß der Schaden durch den Dammbruch ist, ist derzeit noch nicht bekannt. Die Rur hat seine Quelle in der Eifel und mündet bei Roermond in den Niederlanden in die Maas.

Freitag, 16. Juli, 22.06 Uhr: Lage an Steinbachtalsperre: Rückkehr in Ortschaften am Sonntag

Die Lage an der Steinbachtalsperre entspannt sich nach Auskunft des Kreises Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) weiter. Es werde aktuell davon ausgegangen, dass im Laufe des Sonntags eine Rückkehr in die evakuierten Ortschaften möglich ist, heißt es in einer Mitteilung vom Freitagabend. Voraussetzung sei eine gleichbleibende Wetterlage.

Die Orte Swisttal und Rheinbach unterhalb der Talsperre an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz waren evakuiert worden. Der Kreis warnte die Bewohner davor, in die Häuser zurückzukehren. "Wenn Sie Ihr Zuhause noch nicht verlassen haben, tun Sie dies unbedingt", hieß es in der Mitteilung.

Freitag, 16. Juli, 20.55 Uhr: Merkel informiert sich per Videoschalte über Lage in NRW

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich am Freitagabend in einer Videokonferenz von der Koordinierungsgruppe des nordrhein-westfälischen Innenministeriums über die aktuelle Lage im Katastrophengebiet informieren lassen. Laut Mitteilung einer Sprecherin der Bundesregierung waren auch Ministerpräsident Armin Laschet und Innenminister Herbert Reul (beide CDU) beim Gespräch mit der Kanzlerin dabei. Merkel sicherte dabei kurz- und langfristige Unterstützung durch den Bund für die betroffenen Menschen in den Hochwassergebieten zu.

Freitag, 16. Juli, 20.49 Uhr: Grundablass der Steinbachtalsperre nicht mehr verstopft

Die Lage an der Steinbachtalsperre entspannt sich nach Auskunft des Kreises Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) weiter. Nach Informationen der Bezirksregierung Köln ist der bislang nach der Hochwasserkatastrophe verstopfte Grundablass der Talsperre jetzt freigelegt, wie es in einer Mitteilung von Freitagabend hieß. Über diese Öffnung kann jetzt Wasser kontrolliert abgelassen werden, um den Druck auf dem Bauwerk zu senken.

Das Technische Hilfswerk (THW) pumpte zusätzlich Wasser ab. Am Nachmittag hatte der Kreis gemeldet, dass eine Drohne keine kritischen Risse an dem Bauwerk entdeckt hatte. Der Kreis schätzte die Lage aber weiterhin kritisch ein.

Die Orte Swisttal und Rheinbach unterhalb der Talsperre an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz bleiben evakuiert. Der Kreis warnte die Bewohner davor, in die Häuser zurückzukehren. "Wenn Sie Ihr Zuhause noch nicht verlassen haben, tun Sie dies unbedingt", hieß es in der Mitteilung.

Freitag, 16. Juli, 19.28 Uhr: Steinmeier besucht am Samstag Erftstadt

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt am Samstag in den von der Unwetterkatastrophe besonders getroffenen Rhein-Erft-Kreis. Nach Angaben der NRW-Staatskanzlei besucht das Staatsoberhaupt am Mittag zusammen mit Ministerpräsident Armin Laschet Erftstadt, wo zahlreiche Häuser und Autos weggespült worden waren. Steinmeier will sich in der Feuerwehrleitzentrale ein Bild von der aktuellen Lage machen und mit Rettungskräften sprechen. Ein Besuch Steinmeiers in den betroffenen Flutgebieten von Rheinland-Pfalz ist nach Angaben einer Sprecherin der Mainzer Staatskanzlei vom Freitagabend derzeit nicht geplant.

Freitag, 16. Juli, 19.16 Uhr: Weiterhin rund 100.000 Menschen ohne Strom

Im Westen Deutschlands waren nach dem verheerenden Unwetter auch am Freitagnachmittag noch etwa 102.000 Menschen ohne Strom. Das Unwetter und die daraus entstandenen Überflutungen sorgten weiterhin für Ausfälle in der Stromversorgung in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, teilte der zum Eon-Konzern gehörende Energieversorger Westenergie in Essen mit.

Westenergie betonte, es werde mit Hochdruck daran gearbeitet, die Stromversorgung wiederherzustellen. Etwa zehn Umspannanlagen des Verteilnetzbetreibers Westnetz seien derzeit aber noch von den Überschwemmungen direkt betroffen. Einzelne Anlagen seien nach wie vor schwer erreichbar, in anderen stehe immer noch das Wasser.

Bevor sie wieder in Betrieb genommen werden könnten, müssten sie geprüft und gereinigt werden. Bei größeren Schäden an den Umspannanlagen werde daran gearbeitet, die Stromversorgung über Umschaltungen aus anderen Anlagen oder durch Notstromaggregate wieder herzustellen.

Freitag, 16. Juli, 19.07 Uhr: Annalena Baerbock reist ins Katastrophengebiet

Nach dem Abbruch ihres Urlaubs wegen der schweren Unwetter in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock ins Krisengebiet gereist. Wie eine Sprecherin am Freitagabend mitteilte, will sich Baerbock vor Ort über die Lage der Menschen im Krisengebiet informieren. Dabei verzichte sie bewusst auf Pressebegleitung oder öffentliche Auftritte, erklärte die Sprecherin. Aus Parteikreisen hieß es, die Lage im Katastrophengebiet sei zu ernst, um sie für Wahlkampfauftritte zu nutzen. Zunächst hatte der "Spiegel" über die Reise der Grünen-Chefin berichtet.

Den Angaben zufolge traf Baerbock am Freitag in Mainz ein, wo sie sich mit der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Anne Spiegel persönlich ausgetauscht haben soll. Für Samstag sind weitere Termine in Nordrhein-Westfalen angesetzt. Angaben zu möglichen Gesprächspartnern machte die Sprecherin zunächst nicht.

Freitag, 16. Juli, 18.59 Uhr: NRW-Finanzverwaltung setzt Katastrophenerlass in Kraft

Dutzende Menschen in NRW sind in Folge des Hochwassers gestorben. Die Zahl derer, die Hab und Gut verloren haben, dürfte noch deutlich höher sein. Ihnen will die Landesregierung helfen. Mehr dazu lesen Sie hier: NRW-Finanzverwaltung setzt Katastrophenerlass in Kraft.

Freitag, 16. Juli, 18.34 Uhr: Spendenkonto von Aktion Deutschland Hilft

Aktion Deutschland Hilft, ein Bündnis deutscher Hilfsorganisationen, leistet im Katastrophengebiet Nothilfe. Einsatzkräfte des Arbeiter-Samariter-Bundes, der Johanniter-Unfall-Hilfe und des Malteser Hilfsdienstes unterstützen die Menschen mit medizinischer Versorgung, Evakuierungen, Lebensmitteln und Notunterkünften.

Wenn Sie die Hilfsorganisationen mit einer Spende unterstützen wollen, können Sie das online unter www.Aktion-Deutschland-Hilft.de oder unter folgender Bankverbindung tun:

Aktion Deutschland Hilft
Stichwort: Hochwasser Deutschland
IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30 (Bank für Sozialwirtschaft)

Freitag, 16. Juli, 17.16 Uhr: Kanzlerin Merkel will bald Katastrophengebiet besuchen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwägt einen baldigen Besuch im Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz. Wie der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, am Freitag nach der Teilnahme Merkels an einer Videokonferenz des Landeskrisenstabs Rheinland-Pfalz mitteilte, ist die Bundeskanzlerin mit der Landesregierung über einen baldigen Besuch im Katastrophengebiet im Gespräch.

Merkel habe sich im Gespräch mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Vertretern der Einsatzkräfte und Landesministerien über die aktuelle Lage in den Katastrophengebieten und den Stand der Rettungsarbeiten informiert. Die Bundeskanzlerin habe den betroffenen Menschen in Rheinland-Pfalz die kurz- ebenso wie langfristige Unterstützung des Bundes zugesichert.

Freitag, 16. Juli, 16.59 Uhr: DFB und DFL spenden drei Millionen Euro

Die Deutsche Fußball Liga und der Deutsche Fußball-Bund haben den Opfern der Hochwasser-Katastrophe im Westen Deutschlands finanzielle Hilfe zugesagt. Wie die beiden Verbände am Freitag mitteilten, wollen sie einen Hilfsfonds mit drei Millionen Euro auflegen. "Die Bilder der Überschwemmungen und Verwüstungen, das gesamte Ausmaß dieser Katastrophe, lassen uns betroffen und entsetzt zurück", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. "Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Verstorbenen, den Verletzten und den vielen Menschen, die in Not sind."

Mit dem Geld werde man menschliches Leid nicht mildern können. "Wir hoffen aber, damit gemeinsam wenigstens an einigen Stellen unterstützen zu können. Solidarität in dieser Krisensituation halten wir für selbstverständlich", hieß es weiter. Darüber hinaus habe der DFB auch die Europäische Fußball-Union UEFA kontaktiert, die ebenfalls Unterstützung zugesagt habe.

Freitag, 16. Juli, 16.38 Uhr: Drohne findet keine kritischen Risse in Steinbachtalsperre

Die Lage an der Steinbachtalsperre ist nach Auskunft des Kreises Euskirchen stabil, "aber nicht unkritisch". Bei der Überprüfung des Dammes mit einer Drohne seien keine kritischen Risse gefunden worden, so eine Kreissprecherin. Nach wie vor sei das Grundabflussrohr der Talsperre verstopft. Um Druck aus der Anlage zu nehmen, werde weiterhin das Wasser mit Hochleistungspumpen aus der Talsperre geholt.

Mehrere Orte unterhalb der Steinbachtalsperre waren in den vergangenen Tagen wegen der Gefahr eines Durchbrechens der Staumauer evakuiert worden. Der Kreis Euskirchen appelliert an die Bewohner, noch nicht in die Häuser zurückzukehren. Die Gefahr sei noch nicht gebannt.

Freitag, 16. Juli, 16.26 Uhr: Mindestens 362 Verletzte im Kreis Ahrweiler

Bei der Unwetterkatastrophe im Kreis Ahrweiler sind mindestens 362 Menschen verletzt worden. Diese Zahl könne sich aber noch weiter erhöhen, teilte die Polizei in Koblenz am Freitag mit. Dies gelte auch für die Toten, die das Innenministerium zuletzt mit 63 angegeben hatte.

Freitag, 16. Juli, 16.26 Uhr: Spendenkonto für die Opfer in Rheinland-Pfalz

Angesichts enormer Hochwasserschäden hat die Landesregierung in Rheinland-Pfalz ein Spendenkonto für Betroffene eingerichtet. "Aktuell erreichen uns zahlreiche Anfragen, wie die von der Unwetter-Katastrophe in Rheinland-Pfalz betroffenen Menschen unterstützt werden können. Das zeigt, dass die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung wirklich groß ist", teilten Landesinnenmister Roger Lewentz und Landesfinanzministerin Doris Ahnen (beide SPD) am Freitag mit. Das Konto ausschließlich für die in Rheinland-Pfalz Betroffenen wurde vom Landesinnenministerium bei der Sparkasse Mainz eingerichtet. Gespendet werden kann unter dem Kennwort "Katastrophenhilfe Hochwasser".

Freitag, 16. Juli, 16.24 Uhr: Zwei Festnahmen wegen Einbruchs

Im Unwetterkatastrophengebiet im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz sind am Donnerstag zwei Menschen wegen des Verdachts des Einbruchdiebstahls festgenommen worden. Die Beschuldigten seien dem Haftrichter vorgeführt worden, aber kein Haftbefehl erlassen worden, weil ein dringender Tatverdacht fehlte, teilte die Staatsanwaltschaft in Koblenz am Freitag mit. Die Ermittlungen dauerten an. Darüber hinaus hätten einige die Lage für Diebstähle ausgenutzt, hieß es bei der Polizei. Zahlen dazu waren zunächst nicht bekannt.

Freitag, 16. Juli, 16.22 Uhr: DFB und DFL spenden 3 Millionen Euro

Die Deutsche Fußball Liga und der Deutsche Fußball-Bund haben den Opfern der Hochwasser-Katastrophe im Westen Deutschlands finanzielle Hilfe zugesagt. Wie die beiden Verbände am Freitag mitteilten, wollen sie einen Hilfsfonds mit drei Millionen Euro auflegen. "Die Bilder der Überschwemmungen und Verwüstungen, das gesamte Ausmaß dieser Katastrophe, lassen uns betroffen und entsetzt zurück", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. "Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Verstorbenen, den Verletzten und den vielen Menschen, die in Not sind." Mit dem Geld werde man menschliches Leid nicht mildern können. "Wir hoffen aber, damit gemeinsam wenigstens an einigen Stellen unterstützen zu können. Solidarität in dieser Krisensituation halten wir für selbstverständlich", hieß es weiter. Darüber hinaus habe der DFB auch die Europäische Fußball-Union UEFA kontaktiert, die ebenfalls Unterstützung zugesagt habe.

Freitag, 16. Juli, 14.55 Uhr: FDP setzt Bundestagswahlkampf aus

Wegen der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands macht die FDP eine Pause im Bundestagswahlkampf. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern und den Einsatzkräften. Jetzt stehen nicht parteipolitische Unterschiede im Zentrum, sondern gemeinsame Solidarität und rasche Nothilfe", schrieb FDP-Chef Christian Lindner am Freitag auf Twitter. "Aus Anteilnahme und Respekt wird die FDP deshalb jetzt ihren Wahlkampf einige Tage aussetzen."

Freitag, 16. Juli, 14.48 Uhr: Unwettergefahr nimmt am Wochenende ab

In den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Gebieten Deutschlands dürften die Menschen sehnsüchtig auf diese Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gewartet haben: Die Unwettergefahr nimmt am Wochenende von Nordwesten her allmählich ab.

Freitag, 16. Juli, 14.37 Uhr: Zahl der Todesopfer auf 103 angestiegen

Bei der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands steigt die Opferzahl weiter. Bis Freitagmittag wurden 103 Tote als Folge der Überschwemmungen gezählt. In Rheinland-Pfalz kamen nach offiziellen Angaben mindestens 60 Menschen ums Leben, in Nordrhein-Westfalen waren es 43.

Freitag, 16. Juli, 13.44 Uhr: Kirchen rufen zu Spenden für Hochwasseropfer auf

Mehrere kirchliche Organisationen rufen zu Spenden für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz auf. So haben das Diakonische Werk Rheinland-Westfalen-Lippe (Diakonie RWL) und die evangelischen Kirchen im Rheinland und Westfalen ein gemeinsames Spendenkonto eingerichtet.

Freitag, 16. Juli, 13.24 Uhr: Gefahr an Steinbachtalsperre: Evakuierung von Swisttal abgeschlossen

Die Evakuierung von etwa 2.000 Menschen in Swisttal im Süden von Nordrhein-Westfalen ist abgeschlossen. Das teilte der Rhein-Sieg-Kreis am Freitag mit. Die Gefahr von Hochwasser durch ein Durchbrechen der Staumauer der Steinbachtalsperre bestehe weiterhin.

Im Ortsteil Odendorf seien zwei Seniorenheime evakuiert worden. Mehr als 80 Bewohnerinnen und Bewohner seien in andere Heime oder in Krankenhäuser gebracht worden. Zurzeit werde die Verlegung der rund 2.000 betroffenen Menschen aus den Betreuungsstationen in andere Einrichtungen organisiert, in denen ein längerere Aufenthalt möglich ist.

Freitag, 16. Juli, 13.14 Uhr: Polizei Köln: Rund 60 Menschen weiterhin vermisst

Im Raum Euskirchen sucht die Polizei weiterhin nach 40 vermissten Menschen. Im Raum Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis werden ebenfalls noch 19 Menschen vermisst, wie die Polizei Köln am Freitag mitteilte. Bei der Hotline für vermisste Personen des Rhein-Sieg-Kreises seien mehr als 300 Nachfragen eingegangen. Viele der Anrufe seien auf das zusammengebrochene Mobilfunknetz zurückzuführen.

Am Freitagmorgen hatte die Polizei Köln von 24 Toten im Kreis Euskirchen und sechs Toten im Rhein-Sieg-Kreis berichtet. Noch immer seien nicht alle der Leichen geborgen, hieß es in der Mitteilung. Die Überprüfung der Vermisstenmeldungen laufe.

Freitag, 16. Juli, 13.13 Uhr: Reul: Drei Häuser und Teil der Burg in Erfstadt eingestürzt

Im besonders schwer von der Unwetterkatastrophe betroffenen Erftstadt-Blessem sind nach aktuellem Stand drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg eingestürzt. "Wir gehen von mehreren Toten aus, wissen es aber nicht", sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) am Freitag in Düsseldorf. Im bisher durchforsteten östlichen Teil des Ortes gebe es keine Todesopfer, alle dort lebenden Menschen seien in Sicherheit. "Aber das ist noch nicht die ganze Stadt." Die Lage in Erftstadt sei "wegen der Dynamik" zurzeit "ganz besonders kritisch" und noch sehr unübersichtlich.

Freitag, 16. Juli, 13.05 Uhr: Teile von A1-Standstreifen brechen ab und stürzen in die Erft

In der Nähe der vom Hochwasser heimgesuchten Ortschaft Erftstadt-Blessem sind Teile der gesperrten Autobahn 1 in den Fluss Erft gestürzt. Dies berichtete ein dpa-Reporter als Augenzeuge. Nach seinen Angaben brachen schätzungsweise mehr als 40 Meter des Standstreifens in mehreren Stücken mit einem Knacken ab und fielen in den Fluss. Auf den Abschnitten hätten sich keine Fahrzeuge befunden. Auch ein Stück Lärmschutzwand sei eingestürzt.

Freitag, 16. Juli, 12.49 Uhr: Überschwemmung: A44 bei Jülich nach Vollsperrung wieder frei

Nach einer Vollsperrung der Autobahn 44 bei Jülich wegen einer überschwemmten Fahrbahn ist die Strecke wieder frei. Das hat die Autobahn GmbH Rheinland am Freitagmittag per Twitter mitgeteilt. Die Strecke zwischen den Anschlussstellen Jülich-Ost und Jülich-West war am Freitagmorgen zunächst in beide Richtungen nicht befahrbar.

Freitag, 16. Juli, 12.46 Uhr: Laschet: "Flut-Katastrophe von historischem Ausmaß"

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die dramatischen Unwetterfolgen als "Flut-Katastrophe von historischem Ausmaß" bezeichnet. Mindesten 43 Menschen hätten in NRW ihr Leben verloren, sagte er am Freitag nach einer Sondersitzung des Landeskabinetts in Düsseldorf. Es stehe zu befürchten, dass die Opferzahlen weiter steigen werden. Besonders dramatisch sei die Situation in Erftstadt. "Die Fluten haben vielen Menschen buchstäblich den Boden unter den Füßen weggezogen." Laschet dankte allen Rettungskräften für ihren Einsatz.

Freitag, 16. Juli, 12.33 Uhr: Zahl der Toten auf 93 angestiegen

Die Zahl der Toten durch die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands ist mittlerweile auf 93 angestiegen. In Rheinland-Pfalz kamen in den Fluten mindestens 50 Menschen ums Leben, in Nordrhein-Westfalen waren es 43. Die Zahl dürfte sich angesichts einer hohen Zahl von Vermissten noch erhöhen.

Freitag, 16. Juli, 12.30 Uhr: Verteidigungsministerium löst militärischen Katastrophenalarm aus

Das Verteidigungsministerium hat wegen der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands einen militärischen Katastrophenalarm ausgelöst. Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) habe die Entscheidung getroffen, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Freitag in Berlin.

"Das bedeutet, dass die Entscheidungsinstanzen weit nach vorn, nämlich genau dorthin verrückt werden, wo sie gebraucht werden. Als Beispiel kann jetzt eine Verbandsführerin vor Ort entscheiden, ob der Bergepanzer, ob der militärische Lkw, ob das Stromaggregat bereitgestellt wird, wenn es denn verfügbar wird", sagte der Offizier. "Ich denke, bei solchen Lagen ist Dezentralität ganz wichtig und auch für den Erfolg der Maßnahmen ganz ausschlaggebend."

Freitag, 16. Juli, 12.16 Uhr: Steinmeier will "zu gegebener Zeit" ins Hochwassergebiet

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will sich selbst einen Eindruck von der Lage im Hochwassergebiet im Westen Deutschlands machen. "Ich werde mir zu gegebener Zeit ein Bild der Lage vor Ort machen, vor allem das Gespräch mit Helferinnen und Helfern und den Betroffenen suchen", sagte Steinmeier am Freitag in Berlin. Er nannte die Überschwemmungskatastrophe mit zahlreichen Todesopfern eine Tragödie. "Das macht mich fassungslos", sagte der Bundespräsident. In Gedanken sei er bei den Hinterbliebenen der Opfer. "Ihr Schicksal trifft mich ins Herz."

Freitag, 16. Juli, 12.05 Uhr: Eigentümerverband fordert staatlichen Hilfsfonds für Hochwasseropfer

Angesichts der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen fordert der Eigentümerverband Haus & Grund einen staatlichen Hilfsfonds. "Viele Menschen haben ihr Zuhause verloren. Ganze Familien stehen vor dem Nichts", erklärte Haus-&-Grund-Präsident Kai Warnecke am Freitag in Berlin. "Ihnen muss schnell und unbürokratisch vom Staat geholfen werden." Der Verband vertritt Haus-, Wohnungs-, und Grundeigentümer in Deutschland.

Freitag, 16. Juli, 12.04 Uhr: Seehofer plant Besuch in Überschwemmungsgebieten

Um sich einen eigenen Eindruck von der Lage im Katastrophengebiet im Westen Deutschland zu verschaffen, will Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) demnächst in die betroffenen Regionen reisen. "Es wird ein Vor-Ort-Besuch geplant. Details dazu werden derzeit abgestimmt", sagte ein Sprecher des Ministeriums am Freitag auf Anfrage.

Seehofer hatte sich kürzlich gegen eine Veränderung der Zuständigkeiten im Katastrophenschutz ausgesprochen. Für diese Aufgabe sind in Friedenszeiten die Länder verantwortlich. Sie können vom Bund aber Hilfe anfordern, etwa durch die Bundeswehr, die Bundespolizei oder das Technische Hilfswerk.

Freitag, 16. Juli, 11.36 Uhr: Verteidigungsministerium weist Kommunen auf Hilfsmöglichkeit hin

Das Verteidigungsministerium hat die von der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands betroffenen Regionen auf die Möglichkeit militärischer Hilfe hingewiesen. Diese könne einfach beantragt werden, schrieb das Ministerium am Freitag auf Twitter und hängte ein Formular an. "Für uns steht fest: Die Bundeswehr unterstützt bei dieser Katastrophe schnell und unkompliziert", hieß es weiter. Zum Start der Corona-Hilfe hatte es bei möglichen Einsatzen Verzögerungen gegeben, weil Landkreise und Kommunen ihre Notsituation nicht gemeldet hatten.

Freitag, 16. Juli, 11.28 Uhr: Lage an Steinbachtalsperre weiter angespannt

Die Situation an der Steinbachtalsperre im Kreis Euskirchen bleibt weiter angespannt. "Die Lage ist stabil, aber nicht unkritisch", teilte der Kreis am Freitagvormittag mit. Der Pegelstand habe sich über Nacht bis zum Einsetzen des Regens um etwa zwei Zentimeter abgesenkt und danach gehalten werden können. Der Grundablass der Steinbachtalsperre sei aber weiterhin nicht in Funktion. Ein Überlaufrohr werde freigepumpt, um weiteres Wasser abzulassen.

Freitag, 16. Juli, 11.27 Uhr: Erste Aufräumarbeiten in Kordel - Lage aber "weiter kritisch"

In Kordel im Landkreis Trier-Saarburg sind nach dem großen Hochwasser erste Aufräumarbeiten angelaufen. Auch wenn die Pegel sinken: Die Lage sei nach wie vor kritisch, sagte der Sprecher der Kreisverwaltung am Freitag. Noch gebe es Bereiche in dem Ort mit 2.000 Einwohnern, die nicht erreichbar seien. Auch wegen Hangrutschgefahr sollten Menschen die Gemeinde meiden.

Im Fokus stehen zunächst Sicherungsarbeiten. Ein Statikteam sei vor Ort, um zu prüfen, ob die Häuser begehbar seien, sagte der Sprecher. "Sobald das geht, wird aufgeräumt." Zudem werde versucht, die Straßen befahrbar zu machen. Der Ort ist wegen überschwemmter Zufahrtswege weiter zum Großteil abgeschnitten. In weiten Teilen gebe es nach wie vor Stromausfall. Kordel liegt an der Kyll, einem Mosel-Zufluss.

Freitag, 16. Juli, 11.26 Uhr: Noch 1.200 Haushalte in Leverkusen ohne Strom

Im vom Hochwasser getroffenen Leverkusen haben am Freitag die Aufräumarbeiten begonnen. Noch immer seien rund 1.200 Haushalte ohne Strom, teilte die Stadt mit. Beim Leerpumpen der unzähligen vollgelaufenen Keller hätten diese Häuser Vorrang, damit die Stromversorgung wieder hergestellt werden könne. Zur Unterstützung der Feuerwehr würden im Laufe des Tages rund 200 Bundeswehrsoldaten in der Stadt erwartet. Mehrere Straßen und Wege seien noch gesperrt. Einige Brücken seien durch die Überschwemmungen möglicherweise beschädigt und müssten einer Sonderprüfung unterzogen werden, ehe sie wieder freigeben werden könnten.

Freitag, 16. Juli, 11.13 Uhr: Überlauf aus Bevertalsperre reduziert: Anwohner können zurück

Die Anwohner von Hückeswagen im Bergischen Land können nach den starken Regenfällen wieder zurück in ihre Wohnungen. Die Evakuierung der Häuser, die durch einen drohenden Dammbruch des Beverteiches gefährdet waren, ist aufgehoben, wie die Stadt am Freitagvormittag mitteilte. Das betreffe rund 800 Menschen. Der Damm sei standsicher und auch der Überlauf aus der Bevertalsperre habe deutlich reduziert werden können. "Der Wasserpegel sinkt daher weiterhin konstant, so dass kein Bruch des Dammes mehr zu befürchten ist", teilte die Stadt weiter mit. Die Wasserbehörde und der Wupperverband werden demnach den Zustand des Dammes aber weiterhin überprüfen.

Die Menschen hatten in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ihre Häuser verlassen müssen. An der nahe gelegenen Bevertalsperre war ein unkontrollierter Überlauf befürchtet worden.

Freitag, 16. Juli, 11.08 Uhr: Feuerwehr rettet Haustiere aus gefluteten Häusern

Besondere Evakuierungsaktion in Trier: Die Feuerwehr hat aus dem überschwemmten Stadtteil Ehrang in der Nacht zum Freitag mehr als 60 Haustiere in Sicherheit gebracht. Tierbesitzer, die am Donnerstag wegen der Flut schnell ihre Häuser verlassen mussten, hätten um ihre zurückgelassenen Haustiere gebangt, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Freitag in Trier. "Ich kann das total gut nachvollziehen, weil es ein Tier ist, das man einfach gerne hat und das zum Leben gehört."

Freitag, 16. Juli, 11.02 Uhr: Tausende Helfer im Einsatz - Bundeswehr macht eigene Lagebewertung

Nach der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands waren am Freitag Tausende Helfer in Rettungseinsätzen unterwegs. Wegen der Vielzahl der Notsituationen wollte die Bundeswehr nicht mehr nur auf Anträge zur Hilfeleistung warten, sondern sich auch auf eine eigene Lagebewertung stützen, wie ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. Bereits am Vortag war bei Gefahr für Leib und Leben sogenannte Soforthilfe geleistet worden.

Freitag, 16. Juli, 10.48 Uhr: Zahl der Vermissten weiter unklar - Rettungsmaßnahmen laufen noch

Die Zahl der vermissten Menschen nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz ist weiterhin unklar. "Das Handynetz ist zum großen Teil noch nicht funktionsfähig", sagte der Koblenzer Polizeisprecher, Ulrich Sopart, am Freitag. Es sei auch davon auszugehen, dass eine Reihe von Menschen mehrfach vermisst gemeldet wurden. Genau lasse sich das noch nicht sagen. Mehr als 50 Menschen seien ums Leben gekommen. "Ich befürchte, die Zahl wird sich noch erhöhen."

Noch immer würden Menschen gerettet, sagte Sopart. Schwerpunkte der Einsätze seien die Orte Schuld, Insul und Ahrbrück. Für Menschen, die ihre Wohnungen und Häuser verloren haben, seien Unterkünfte eingerichtet worden. Wie viele Menschen durch das verheerende Unwetter obdachlos geworden sind, lasse sich aber noch nicht abschätzen.

Freitag, 16. Juli, 10.31 Uhr: Deutsche Polizeigewerkschaft verurteilt Katastrophentourismus

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) in NRW hat das Verhalten von Schaulustigen verurteilt, die während der Hochwasser-Katastrophe Rettungseinsätze und Zerstörungen filmen und fotografieren. "Das ist ein absolutes No-Go. Das geht überhaupt nicht", sagte ihr Landesvorsitzender Erich Rettinghaus der Düsseldorfer "Rheinischen Post". "Man sieht schon Bilder von Rettungskräften bei Aufräumarbeiten, die von Schaulustigen auf der anderen Straßenseite gefilmt werden. Das darf nicht sein und muss unterbunden und geächtet werden", so Rettinghaus. "Ich vermute, dass solches Verhalten in den nächsten Tagen aber leider noch öfters zu beobachten sein wird."

Freitag, 16. Juli, 10.30 Uhr: NRW-Innenministerium: Zahl der Todesopfer auf 43 gestiegen

Die Zahl der Unwettertoten ist in Nordrhein-Westfalen auf mindestens 43 gestiegen. Das hat das NRW-Innenministerium am Freitag auf Anfrage mitgeteilt. Bislang war die Zahl auf mindestens 30 beziffert worden.

Freitag, 16. Juli, 10.22 Uhr: Auch Nachbarländer kämpfen mit Hochwasser

In der Schweiz stiegen Flusspegel nach starken Regenfällen stark an. Im Kanton Schaffhausen überschwemmten laut der Nachrichtenagentur Keystone-sda angeschwollene Bäche die Dörfer Schleitheim und Beggingen. Wassermassen flossen durch Straßen, in Keller, rissen Fahrzeuge mit und zerstörten kleinere Brücken. In Belgien wurden entlang der Maas vorbeugend Menschen aus einigen Gemeinden in Sicherheit gebracht, wie die Nachrichtenagentur Belga meldete.

Freitag, 16. Juli, 9.53 Uhr: Papst Franziskus betet für Opfer der Hochwasserkatastrophe

Papst Franziskus hat nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands sein Mitgefühl ausgedrückt und der Toten gedacht. Das katholische Kirchenoberhaupt habe mit großer Betroffenheit von den schweren Unwettern und Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erfahren, hieß es in einem von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichneten Telegramm vom Donnerstagabend. Franziskus gedachte im Gebet der ums Leben gekommenen Menschen und bekundete den Angehörigen seine tief empfundene Anteilnahme. Der 84-Jährige bete auch für die zahlreichen Vermissten, Verletzen und alle, die zu Schaden gekommen seien oder durch die Naturgewalten ihre Lebensgrundlage verloren haben, hieß es weiter.

Freitag, 16. Juli, 9.32 Uhr: Bezirksregierung: Todesopfer nach Hauseinstürzen in Erftstadt

Beim Einsturz von Häusern in Erftstadt-Blessem sind Menschen ums Leben gekommen. "Es gibt Todesopfer", sagte eine Sprecherin der Bezirksregierung Köln am Freitag. In der Ortschaft war es zu massiven und schnell fortschreitenden Unterspülungen von Häusern gekommen.

Freitag, 16. Juli, 9.01 Uhr: Mehr als 80 Tote in NRW und Rheinland-Pfalz

Die Lage in den Überschwemmungsgebieten in Nordrhein-Westfalen ist am Freitag angespannt geblieben. Dramatische Berichte kamen aus Erftstadt: In Erftstadt-Blessem sei eine Reihe von Häusern ganz oder teilweise eingestürzt, teilte die Bezirksregierung Köln am Freitagmorgen mit. Ursache seien massive und schnell fortschreitende Unterspülungen der Häuser. Das NRW-Innenministerium sprach am späten Donnerstagabend von mindestens 30 Toten. Der Landrat von Euskirchen, Markus Ramers (SPD), sagte, er rechne mit weiteren Toten, die entdeckt würden, wenn das Wasser abgeflossen sei.

In Rheinland-Pfalz ist die Zahl der Toten auf 50 gestiegen. "Die Befürchtung ist, dass es noch mehr werden", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Koblenz am Freitagmorgen. Die Bergungsarbeiten liefen weiter.

Freitag, 16. Juli, 8.56 Uhr: Ministerpräsidentin Dreyer: Hilfe vom Bund ist notwendig

Für den Aufbau der von der Unwetterkatastrophe betroffenen Landstriche in Rheinland-Pfalz braucht es aus Sicht von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) auch die Hilfe des Bundes. "Es ist ganz klar, dass diese Katastrophe nicht allein durch das Land zu stemmen ist, erst recht nicht durch die Kommunen", sagte sie am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Es werde lange dauern, bis die betroffenen Regionen wieder aufgebaut sein würden. "Das ist ein langer Weg, auch ein teurer Weg, und deshalb ist es sehr wichtig und beruhigend, dass auch der Bund signalisiert hat, dass das eine Sache ist, die wir gemeinsam stemmen müssen."

Freitag, 16. Juli, 8.32 Uhr: Zugverkehr in Hochwasser-Regionen weiter massiv eingeschränkt

Der Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist wegen der Überflutungen weiterhin massiv beeinträchtigt. Zahlreiche Strecken seien komplett gesperrt oder nur eingeschränkt befahrbar, teilte die Deutsche Bahn am Freitag in Düsseldorf mit. "Die Wassermassen haben Gleise, Weichen Signaltechnik, Bahnhöfe und Stellwerke in vielen Landesteilen von NRW und Rheinland-Pfalz stark beschädigt." Allein in Nordrhein-Westfalen seien Gleise auf einer Länge von rund 600 Kilometern betroffen. Die Ermittlung der Schäden laufe weiter auf Hochtouren.

Im Nahverkehr verkehren zahlreiche S-Bahn- und Regionallinien weiterhin nicht oder nur eingeschränkt, wie die Bahn mitteilte. Soweit es die Straßenverhältnisse zulassen, seien Ersatzbusse unterwegs.

Freitag, 16. Juli, 8.30 Uhr: Rurtalsperre übergelaufen - Keine Einsätze in Düren

Trotz Überlaufens der Rurtalsperre in der Eifel hat sich die Lage in Düren über Nacht leicht entspannt. "In der Nacht gab es nur einen geringen Anstieg der Rur", sagte ein Sprecher der Feuerwehr Düren am Freitagmorgen. "Aufgrund des Anstiegs ist es zu keinen zusätzlichen Einsätzen gekommen." Am Freitagmorgen liefen demnach keine Einsätze im Stadtgebiet Düren.

Freitag, 16. Juli, 8.18 Uhr: 23 Landkreise in NRW von Überschwemmungen betroffen

In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben des Bundesamtes für Bevölkerung und Katastrophenschutz (BBK) in Bonn 23 Städte und Landkreise von Überschwemmungen betroffen. Nach Angaben des BBK auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur waren dies (Stand Donnerstagabend): Oberbergischer Kreis - Rhein-Sieg-Kreis - Mettmann - Heinsberg - Düren - Hochsauerlandkreis - Rheinisch-Bergischer Kreis - Wuppertal - Rhein-Erft-Kreis - Bochum - Hagen - Mülheim an der Ruhr - Euskirchen - Essen - Ennepe-Ruhr-Kreis - Köln - Leverkusen - Solingen - Märkischer Kreis - Oberhausen - Unna - Düsseldorf - Bottrop

Freitag, 16. Juli, 7.07 Uhr: Hauseinstürze in Erftstadt - Lage dramatisch

In Erftstadt-Blessem ist eine Reihe von Häusern ganz oder teilweise eingestürzt. Das hat die Kölner Bezirksregierung am Freitagmorgen mitgeteilt. Ursache seien massive und schnell fortschreitende Unterspülungen der Häuser. Aus den Häusern kämen immer wieder Notrufe. Menschen könnten derzeit aber nur mit Booten vom Wasser aus gerettet werden. Dazu erschwere ein nicht abstellbarer Gasaustritt die Rettungsarbeiten. Mehrere Pflegeheime würden geräumt.

Freitag, 16. Juli, 7 Uhr: Zahl der Toten in Rheinland-Pfalz nach Hochwasser steigt auf 50

Nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz ist die Zahl der Toten auf 50 gestiegen. "Die Befürchtung ist, dass es noch mehr werden", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Koblenz am Freitagmorgen. 

Freitag, 16. Juli, 6.03 Uhr: Merkel verspricht Hilfen

Nach der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wollen Bund und Länder rasch helfen, um die immensen Zerstörungen zu beseitigen. Bundeskanzlerin Angela Merkel versprach den Betroffenen Hilfen, das nordrhein-westfälische Landeskabinett berät an diesem Freitag in einer Sondersitzung darüber. Rheinland-Pfalz hat bereits als kurzfristige Unterstützung 50 Millionen Euro bereitgestellt, um etwa Schäden an Straßen, Brücken und anderen Bauwerken zu beheben. In den Hochwassergebieten gehen an diesem Freitag die Aufräum- und Bergungsarbeiten weiter. Viele Menschen werden noch vermisst.

Freitag, 16. Juli, 5.56 Uhr: Mehrere Straßen rund um das Ahrtal gesperrt

Nach dem Unwetter sind weiterhin mehrere Straßen rund um das Ahrtal gesperrt. Die Autobahn 61 ist zwischen dem Autobahnkreuz Meckenheim und Türnich beidseitig nicht passierbar, wie die Polizei Koblenz am Freitagmorgen mitteilte. Auch die Bundesstraße 9 ist demnach beidseitig zwischen Bad Breisig und Remagen gesperrt. Die Polizei bittet Autofahrer, das Ahrtal weiträumig zu umfahren. Rettungskräfte seien weiterhin im Einsatz.

Freitag, 16. Juli, 4.09 Uhr: Wasserverband: Rurtalsperre läuft "mit geringer Dynamik" über

Die Rurtalsperre läuft infolge der immensen Regenmengen bei Unwettern in Nordrhein-Westfalen nun über. Wie der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) in der Nacht zu Freitag mitteilte, läuft die Talsperre seit 23.50 Uhr "mit einer geringen Dynamik" über. Zunächst hatte der Verband damit gegen 20 Uhr gerechnet. Die Zuflüsse zu den Talsperren hätten sich aber in den vergangenen Stunden "erfreulich reduziert". Zuvor war laut Verband bereits die Urfttalsperre übergelaufen, die der Rurtalsperre vorgelagert ist. Dadurch füllte sich letztere schneller.

Im Nachgang sei mit Überschwemmungen im Unterlauf der Rur zu rechnen. Überflutungen von Kellern und Häusern seien zu erwarten. Der Kreis Düren hatte bereits vor der Gefahr von Überflutungen in den Städten Heimbach, Nideggen und der Gemeinde Kreuzau gewarnt. Am frühen Freitagmorgen twitterte der Kreis, der Pegel-Anstieg der Rur könnte sich etwa drei Stunden nach dem Überlauf in Obermaubach bemerkbar machen, in Düren nach ca. vier und in Jülich nach 6 bis 7 Stunden.

Freitag, 16. Juli, 3 Uhr: Lage in Hochwassergebieten weiter angespannt

Die Aufräum- und Bergungsarbeiten nach der Hochwasserkatastrophe im Westen von Deutschland gehen am Freitag weiter. Mindestens 58 Menschen kamen ums Leben. Noch werden Dutzende Menschen vermisst, nachdem stundenlanger Starkregen aus kleinen Flüssen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz reißende Wassermassen gemacht hatte. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sicherte Hilfen beim Wiederaufbau zu.

Freitag, 16. Juli, 0.16 Uhr: SPD: "Alle Anstrengungen bündeln, um Menschenleben zu retten"

Die SPD-Spitze setzt in der Hochwasser-Katastrophe auf konzentriertes Krisenmanagement und rasche Hilfe. "Jetzt gilt es, alle Anstrengungen zu bündeln, um Menschleben zu retten und noch größere Schäden zu verhindern", sagte SPD-Chef Norbert Walter-Borjans der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Walter-Borjans und die Co-Vorsitzende Saskia Esken drückten die Hoffnung aus, "dass die Vermissten unversehrt in den Kreis ihrer Familien zurückkehren".

Freitag, 16. Juli, 0.01 Uhr: Bundesamt unterstützt Hochwasserregionen mit Satellitenbildern

as Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) unterstützt die von Hochwasser und Unwetter betroffenen Regionen in Deutschland unter anderem mit Satellitenbildern. "Auf Anfrage der Länder Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen hat das BBK den Copernicus Dienst für Katastrophen- und Krisenmanagement ausgelöst", sagte Vizepräsident Thomas Herzog dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitag). Copernicus ist das europäische Erdbeobachtungsprogramm.

Donnerstag, 15. Juli, 23.39 Uhr: Merkel: Werden Menschen nicht alleine lassen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Menschen nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands Hilfen zugesagt. "Wir werden sie in dieser schwierigen, schrecklichen Stunde nicht alleine lassen und werden auch helfen, wenn es um den Wiederaufbau geht", sagte Merkel am Donnerstag nach einem Treffen mit US-Präsident Joe Biden in Washington.

Merkel sagte, ihr gehe das Leid der Betroffenen sehr nahe. Sie habe sich den ganzen Tag lang über die Katastrophe informieren lassen. Es sei ein Tag gewesen von Angst um Leben und Besitz, ein Tag der Sorgen und Verzweiflung. Hunderttausende hätten erleben müssen, dass Wohnhäuser zu "Todesfallen" geworden seien.

Donnerstag, 15. Juli, 23.26 Uhr: Biden: Hochwasserkatastrophe in Deutschland eine "Tragödie"

US-Präsident Joe Biden hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sein Beileid angesichts der vielen Todesopfer bei der Hochwasserkatastrophe in Westdeutschland ausgesprochen. "Es ist eine Tragödie und unsere Herzen sind bei den Familien, die geliebte Menschen verloren haben", sagte Biden nach einem Gespräch mit Merkel am Donnerstag im Weißen Haus in Washington.

Donnerstag, 15. Juli, 23.16 Uhr: 1.300 Vermisste im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler

Nach der schweren Hochwasserkatastrophe werden im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler 1.300 Menschen vermisst. Das teilte die Kreisverwaltung am Donnerstagabend mit. Eine Sprecherin erklärte, das Mobilfunknetz sei lahmgelegt - und daher gebe es keinen Handy-Empfang und viele Menschen seien nicht erreichbar. "Wir hoffen, dass sich das klärt", sagte sie zu der hohen Zahl. Zugleich teilte der Kreis mit, dass es weitere Todesopfer gebe. Zahlen wollte die Sprecherin dazu noch nicht nennen.

Nach wie vor seien über 1.000 Angehörige von Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr, THW, DRK und weiterer Katastrophenschutzeinheiten aus weiten Teilen von Rheinland-Pfalz, dem südlichen NRW sowie dem angrenzenden Baden-Württemberg im Einsatz.

Donnerstag, 15. Juli, 23.10 Uhr: Hochwasser-Schäden: Laschet fordert "nationale Kraftanstrengung"

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) dringt nach der verheerenden Hochwasser-Katastrophe auf eine zügige Instandsetzung zerstörter Einrichtungen. Es müssten Wege gefunden werden, sehr schnell wieder Straßen, Brücken und andere Infrastruktur in Gang zu setzen, sagte Laschet am Donnerstagabend in der ZDF-Talkshow "maybrit illner". Der Unions-Kanzlerkandidat war aus dem durch das Hochwasser stark zerstörten Stolberg bei Aachen zugeschaltet. Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf das dort zerstörte Rathaus.

Das Land werde helfen, kündigte Laschet an. "Ich habe heute auch mit Olaf Scholz und der Bundeskanzlerin gesprochen." Auch der Bund wolle helfen. "Wir brauchen jetzt hier eine große nationale Kraftanstrengung, damit schnell die schlimmsten Dinge beseitigt werden."

Donnerstag, 15. Juli, 22.44 Uhr: Nach Flutkatastrophe: BVB will Benefizspiel organisieren

Nach der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund finanzielle Hilfe für die Opfer angekündigt. "Auch der BVB wird seinen Teil dazu beitragen, um den Betroffenen zu helfen und die Einnahmen eines Benefizspiels, das wir möglichst in Hagen bestreiten möchten, den Opfern zukommen lassen", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (62) am Donnerstagabend in einer Vereinsmitteilung. Die entsprechenden Gespräche sollen in den kommenden Tagen aufgenommen werden.

Donnerstag, 15. Juli, 22.39 Uhr: Wasserstand an Steinbachtalsperre sinkt

An der von einem Dammbruch bedrohten Steinbachtalsperre im Kreis Euskirchen sinkt der Wasserstand. Dies teilte Markus Böhm vom Krisenstab am Donnerstagabend mit. Zum einen sei der Zufluss zurückgegangen, sagte der Geschäftsführer des Energiedienstleisters e-regio. Zum anderen pumpe das Technische Hilfswerk Wasser aus der Talsperre nah an der Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Am Freitagmorgen soll es eine neue Begutachtung des Dammes geben. Weil der Ablass der Talsperre infolge des Unwetters verstopft ist, kann das Wasser nicht kontrolliert abgelassen werden.

Donnerstag, 15. Juli, 22.05 Uhr: Mindestens 58 Tote bei Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands

Ganze Landstriche sind verwüstet, Häuser weggespült: Nach Unwettern im Westen Deutschlands sind mindestens 58 Menschen gestorben. In Rheinland-Pfalz werden Dutzende Menschen vermisst. Politiker äußerten ihr Mitgefühl, dankten den Helfern und Einsatzkräften und machten sich auf den Weg ins Katastrophengebiet.

Donnerstag, 15. Juli, 21.40 Uhr: Neun weitere Tote waren Bewohner einer Behinderteneinrichtung

Bei den neun weiteren Menschen, die bei der Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz ums Leben gekommen sind, handelte es sich um Bewohner einer Behinderteneinrichtung in Sinzig. Das sagte eine Sprecherin des rheinland-pfälzischen Innenministeriums am Donnerstagabend. Die Fluten seien schneller gekommen, als die Menschen hätten in Sicherheit gebracht werden können.

Donnerstag, 15. Juli, 20.50 Uhr: Erneut Warnung vor Starkregen in Wuppertal und Schwelm

Für Wuppertal und Teile des Ennepe-Ruhr-Kreises hat der Deutsche Wetterdienst am Donnerstagabend erneut vor schweren Gewittern mit heftigem Starkregen gewarnt. Innerhalb einer Stunde könnten dabei bis zu 40 Liter Regen fallen. Auch vor Sturmböen wurde gewarnt. Eine amtliche Unwetterwarnung galt zunächst bis 20.45 Uhr. Auch nordöstlich davon in Hagen, Dortmund, im Kreis Unna und in Hamm warnte die Wetterbehörde am Abend vor starkem Gewitter mit kräftigem Regen.

Donnerstag, 15. Juli, 20.28 Uhr: Bundeswehr schickt weitere Soldaten in den Hilfseinsatz

Die Bundeswehr hat nach der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands weitere Soldaten in den Hilfseinsatz geschickt. Inzwischen seien mindestens 850 Männer und Frauen zur Unterstützung der Rettungsarbeiten eingesetzt, sagte ein Bundeswehrsprecher der Deutschen Presse-Agentur am Abend. Am Donnerstag sei in neun Fällen Amtshilfe geleistet worden.

So seien im Raum Hagen 230 Soldaten und Großgerät im Einsatz, darunter zwei 2 Bergepanzer, Lastwagen und Radlader. In Leverkusen helfen 200 Soldaten beim Befüllen von Sandsäcken. In Aachen waren zwei Bergepanzer und ein Rettungshubschrauber "SAR" unterwegs.

Im Landkreis Ahrweiler helfen 100 Soldaten. Sie nutzen fünf "tiefwatfähige Fahrzeuge", die also auch in überschwemmten Straßenzügen noch vorankommen, vier Radlader und 2 Rettungshubschrauber "SAR" der Bundeswehr. Insgesamt befanden sich nach Angaben der Bundeswehr dort elf Hubschrauber im Einsatz, auch um von den Fluten eingeschlossene Menschen zu retten. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm war die Bundeswehr mit fünf Krankenwagen und Besatzung unterwegs und errichtete auch sieben mobile Satellitenanlagen, im Raum Trier-Saarburg sind 40 Soldaten mit 12 Booten und einem "Jetlowsystem" - eine Art Fähre - unterwegs.

Donnerstag, 15. Juli, 20.14 Uhr: Neun weitere Todesopfer in Rheinland-Pfalz

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) geht von neun weiteren Todesopfern durch die Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz aus. "Wir gehen davon aus, dass wir neun weitere Tote bergen konnten durch die Feuerwehr, das ist jedenfalls die Meldung der technischen Einsatzleitung", sagte Lewentz am Donnerstagabend im SWR Fernsehen.

Donnerstag, 15. Juli, 19.45 Uhr: Luftrettungs-Spezialisten aus Bayern retten 20 Menschen

Zwei bayerische Luftrettungsspezialisten haben am Donnerstag in Rheinland-Pfalz bei der Rettung von 20 Menschen geholfen. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) sind nach Angaben des BRK darin geschult, sich aus Hubschraubern abzuseilen und Menschen aus Häusern zu bergen.

Die Rettungs-Experten waren am Donnerstagmorgen in "Edelweiß"-Hubschraubern der Bayerischen Bereitschaftspolizei nach Rheinland-Pfalz geflogen. Bei den Einsätzen in der Eifel und um Trier hätten sie Menschen von ihren Dächern und aus Situationen, in denen weder Fahrzeuge noch Boote sie erreichen konnten, geholt.

Lesen Sie weiter unter Bayerische Einsatzkräfte helfen bei Rettung von 20 Menschen.

Donnerstag, 15. Juli, 19.41 Uhr: Hunderttausende aktuell ohne Strom

Rund 165.000 Menschen im Westen Deutschlands waren nach Angaben des Energieversorgers Eon wegen des Unwetters auch am Donnerstagnachmittag noch ohne Strom. Besonders betroffen seien die Eifel, der linksrheinische Rhein-Sieg-Kreis, der Rheinisch-Bergische Kreis und Teile des Bergischen Landes, teilte das Unternehmen in Essen mit.

Im Gebiet der E.ON-Tochter Westnetz hatte Starkregen in der Nacht zum Donnerstag die Pegelstände stark steigen lassen und den Boden aufgeweicht. In Ortsnetzstationen und Umspannanlagen sei es deshalb zu Überflutungen gekommen. Aus Sicherheitsgründen seien die Anlagen bei eindringendem Wasser abgeschaltet worden. Teilweise wurden Anlagen nach Unternehmensangaben schwer beschädigt oder mit den Fluten weggerissen. Alle verfügbaren Mitarbeiter seien vor Ort im Dauereinsatz, um die Stromversorgung wiederherzustellen, hieß es.

Donnerstag, 15. Juli, 19.37 Uhr: Zahl der Todesopfer steigt weiter

Nach Informationen der Deutschen Presseagentur liegt die Zahl der Todesopfer durch die Unwetterkatastrophe in den beiden Bundesländern mittlerweile bei mindestens 50. Noch immer werden hunderte Menschen vermisst.

Donnerstag, 15. Juli, 19.12 Uhr: Trauerbeflaggung am Freitag in Rheinland-Pfalz

An allen Behörden in Rheinland-Pfalz werden die Fahnen am Freitag auf halbmast gesetzt. Ministerpräsidentin Malu Dreyer habe nach der Unwetterkatastrophe im Norden des Landes für die Dienstgebäude Trauerbeflaggung angeordnet, teilte die Staatskanzlei am Donnerstagabend in Mainz mit. Damit werde ein "sichtbares Zeichen der Trauer" gesetzt.

Donnerstag, 15. Juli, 19.01 Uhr: Mehrere tausend Bürger in Rheinland-Pfalz in Sicherheit gebracht

Bei der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz sind laut Landesinnenminister Roger Lewentz (SPD) mehrere Tausend Bürger vor den Fluten in Sicherheit gebracht worden. Ihre Zahl liege "deutlich im vierstelligen Bereich", sagte er am Donnerstag bei einem Besuch der stark getroffenen Kurstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. Allein im Landkreis Ahrweiler seien 13 Helikopter "zusammengezogen worden".

Mit Blick auf die mindestens 19 Toten in Rheinland-Pfalz fügte Lewentz hinzu: "Die Menschen sind quasi im Bett überrascht worden." Die Hochwassernacht erinnere ihn an die Flutkatastrophe von Hamburg 1962. Auch damals wurden die Opfer in der Nacht überrascht - mehr als 300 Bürger verloren ihr Leben.

Der Landesinnenminister sagte, viele Häuser seien in Rheinland-Pfalz zerstört worden - das werde die Einsatzkräfte weiterhin sehr beschäftigen: "Wir werden eine lange Lage haben." Für genaue Bilanzen sei es noch zu früh, ergänzte Lewentz auch mit Blick auf die zahlreichen weiter Vermissten. "Jetzt haben wir nur das Retten im Kopf", betonte er.

Donnerstag, 15. Juli, 18.55 Uhr: Putin spricht Angehörigen Beileid aus

Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Angehörigen der Opfer der Hochwasser-Katastrophe im Westen Deutschlands sein Beileid ausgesprochen. In einem Telegramm bat der Staatschef Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, den Hinterbliebenen "meine aufrichtige Anteilnahme" zu übermitteln. Das teilte der Kreml am Donnerstagabend in Moskau mit. Den Verletzten wünschte Putin baldige Genesung. Russland hatte zuletzt in einigen Landesteilen selbst mit Überflutungen zu kämpfen.

Donnerstag, 15. Juli, 18.38 Uhr: UN bringt Hochwasserkatastrophe in Zusammenhang mit Klimawandel

Die Vereinten Nationen sehen die Hochwasser-Katastrophe im Westen Deutschlands als Folge des fortschreitenden Klimawandels. "Es ist ein größerer Trend in Bezug auf den Klimawandel, dass er zu größeren Klimaextremen führt", sagte eine UN-Sprecherin am Donnerstag in New York. Maßnahmen zur Bekämpfung der Klimakrise seien nötig, um Vorfälle wie jenen in Deutschland künftig zu begrenzen. Die UN bedauerte die zahlreichen Toten und sprach ihren Angehörigen ihr Beileid aus.

Donnerstag, 15. Juli, 18.32 Uhr: Aufruf wegen Unterkünften für Menschen aus Ahrweiler in Bonn

Angesichts der großen Unwetterschäden im Kreis Ahrweiler hat die Bonner Oberbürgermeisterin Menschen in ihrer Stadt dazu aufgerufen, Hilfe anzubieten: "Liebe Bonnerinnen und Bonner, bitte stellt Unterkünfte zur Verfügung! Meldet Euch, die Stadt stellt den Kontakt zu Menschen her, die Eure Hilfe brauchen", schrieb Katja Dörner (Grüne) am Donnerstag auf Twitter.

Viele Menschen hätten in Ahrweiler durch den Starkregen in teils dramatischen Aktionen ihr Zuhause verloren. Melden könnten sich nun Privatpersonen, Hotels und Pensionen in Bonn, die noch Zimmer frei hätten. Die Stadt richtete dafür eine zentrale Koordinierungsstelle ein. Im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler starben bei der Hochwasserkatastrophe mindestens 19 Menschen.

Donnerstag, 15. Juli, 18.27 Uhr: Malu Dreyer bestürzt über Ausmaß der Katastrophe

Bei einem Besuch im Katastrophengebiet im Landkreis Ahrweiler hat sich die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) besorgt über das Schicksal der 50 bis 70 noch vermissten Menschen gezeigt. Diese seien hoffentlich bei guten Freunden und Verwandten, weil ihnen rechtzeitig die Flucht vor den Wassermassen gelungen sei, sagte Dreyer. "Aber wir können im Moment das Schlimmste noch gar nicht ausschließen." Später fügte sie hinzu: "Wir beten dafür, dass diese Menschen auch gefunden werden und zwar möglichst unverletzt."

Immer noch gebe es Menschen, die auf Bäumen oder Dächern sitzend ausharrten, sagte die Regierungschefin. Bei der Fahrt nach Bad Neuenahr-Ahrweiler habe sie in einem unter Wasser stehenden Wohngebiet die Rettung eines Mannes durch die freiwillige Feuerwehr miterlebt, der sich gestern Abend über das Gerüst eines Rohbaus in Sicherheit gebracht habe.

"Rheinland-Pfalz hat eine Katastrophe dieser Art noch nie erlebt", sagte Dreyer. "Unser Land trauert heute sehr." Ihr Mitgefühl sei bei den Angehörigen der Todesopfer - ihre Zahl stieg am Donnerstag auf 19.

Donnerstag, 15. Juli, 18.25 Uhr: Zwei Tote in überflutetem Keller in Geilenkirchen gefunden

Rettungskräfte haben in einem überfluteten Keller eines Hauses in Geilenkirchen in Nordrhein-Westfalen am Donnerstag zwei leblose Personen gefunden. Die Wiederbelebungsversuche blieben nach Mitteilung der Polizei erfolglos. Nach ersten Ermittlungen handelte es sich um zwei Bewohner des Hauses im Alter von 74 und 78 Jahren. Sie starben noch am Einsatzort. Die genaue Todesursache ist noch Teil der Ermittlungen, wie die Polizei mitteilte. Die Zahl der Todesfälle in den betroffenen Bundesländern stieg damit auf vorläufig mindestens 46. 

Donnerstag, 15. Juli, 18.03 Uhr: Sondersendungen auf zahlreichen Fernsehsendern

Mehrere Fernsehsender haben am Donnerstag Sondersendungen zur Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands ins Programm genommen. RTL und ntv sendeten ab 15 Uhr eine zweieinhalbstündige Sendung mit dem Titel "RTL/ntv Spezial: Wetterkatastrophe in Deutschland", wie die Sender mitteilten. Um 20.15 Uhr sollte dann ein dreißigminütiges "RTL Aktuell Spezial: Wetterkatastrophe in Deutschland" folgen.

Das WDR Fernsehen plante nach eigenen Angaben weitere Sondersendungen um 17 Uhr und um 20.45 Uhr über die Auswirkungen des Unwetters in NRW. Die Ausstrahlung von "Hier und Heute" wurde demnach auf 15 Uhr vorgezogen. Um 20.15 Uhr übernehme man zudem den ARD-"Brennpunkt". Das Erste sendete einer Mitteilung zufolge zusätzlich zum "Brennpunkt" auch "verlängerte "Tagesschau"-Ausgaben um 12 und 15 Uhr".

Das ZDF kündigte eine "hallo deutschland"-Sendung zum Thema ab 17.10 Uhr und ein "ZDF spezial" Sondersendung ab 19.25 Uhr an. Zudem wurde beim Polittalk "maybrit illner" das Thema geändert. Es sollte nun über "Regenflut und Hitzerekorde - schutzlos in der Klimakrise?" debattiert werden. Nach Unwettern im Westen Deutschlands sind mindestens 42 Menschen gestorben. In Rheinland-Pfalz wurden noch Dutzende Menschen vermisst.

Donnerstag, 15. Juli, 17.56 Uhr: Scholz betont bei Ortsbesuch Verantwortung für Kampf gegen Klimawandel

Bei einem Besuch des Katastrophengebiets im nördlichen Rheinland-Pfalz hat Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) zu verstärkten Bemühungen für den Klimaschutz aufgerufen. Der SPD-Kanzlerkandidat zeigte sich am Donnerstag in Bad Neuenahr-Ahrweiler betroffen von der "gewaltigen Zerstörung, die die Natur angerichtet hat". Aber diese Naturkatastrophe habe "sicher auch etwas damit zu tun", dass der Klimawandel mit Geschwindigkeit fortschreite. "Und deshalb muss das ein weiterer Ansporn sein - auch als Verpflichtung für all diejenigen, die hier Opfer geworden sind -, dass wir alles dafür tun, den menschengemachten Klimawandel aufzuhalten", sagte Scholz.

Der Vizekanzler Olaf Scholz unterbrach wegen der Katastrophe seinen Urlaub und eilte nach Bad Neuenahr-Ahrweiler. Dort traf er mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Innenminister Roger Lewentz (SPD) zusammen.

Der Bundesfinanzminister kündigte im Namen der ganzen Bundesregierung eine solidarische Unterstützung für die betroffenen Regionen an. Die Katastrophe sei nicht allein auf Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen beschränkt, sondern "eine Angelegenheit von nationaler Bedeutung". Es gebe bereits mit anderen Bundesministerien Überlegungen, wie eine Unterstützung aussehen könne. Diese müsse den Ländern, den Landkreisen, den Gemeinden und auch den Bürgerinnen und Bürgern zugute kommen - "hier und auch anderswo, wo das Wasser zugeschlagen hat und große Zerstörung angerichtet hat".

Donnerstag, 15. Juli, 17.52 Uhr: Spendenkonto für hochwassergeschädigte Denkmalschutz-Bauten

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat ein Sonderkonto für vom Hochwasser geschädigte denkmalgeschützte Bauten eingerichtet. Die Stiftung berichtete am Donnerstag in Bonn von verzweifelten Nachrichten aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz über geschädigte Baudenkmale, die gerade frisch instand gesetzt worden waren. Die Eigentümer seien auf solidarische und schnelle Hilfe angewiesen, da oft Versicherungen die Bauwerke in gefährdeten Regionen gar nicht erst versicherten. Der Sprecher der Bonner Stiftung erinnerte an zurückliegende Flutkatastrophen an der Elbe in Sachsen sowie in Passau in Bayern. "So nah war uns das Wasser noch nie", sagte er.

Donnerstag, 15. Juli, 17.45 Uhr: Ruhr führt rekordverdächtige Wassermengen

Auch die Ruhr führt nach dem Unwetter der vergangenen Tage an vielen Stellen Rekordhochwasser. So sei etwa bei Hattingen am Donnerstagmittag mit 1450 Kubikmetern Wasser pro Sekunde etwa 20 Mal soviel Wasser durchgeflossen wie im langjährigen Mittel, sagte ein Sprecher des Ruhrverbandes. So ein Hochwasser habe es mindestens seit 1960 nicht gegeben.

"Wir haben an der Ruhr Wasserstände, die einen Meter höher liegen als das, was bisher aufgetreten ist", sagte auch Ulrich Windau vom Hochwasserwarndienst der Bezirksregierung Arnsberg am Donnerstag. So erreichte der Pegel bei Wetter mit 7,21 Meter einen neuen Höchststand, auch bei Hattingen wurden nie registrierte Hochwasserwerte gemessen.

Donnerstag, 15. Juli, 17.41 Uhr: Städte im Ruhrgebiet sollen Trinkwasser abkochen

In mehreren Städten im Ruhrgebiet sollen Anwohner wegen des Hochwassers ihr Trinkwasser abkochen. "Es ist mit gravierenden Geschmacks- und Geruchsveränderungen zu rechnen", teilte die Stadt am Donnerstag mit. Betroffen seien die Versorgung von Mülheim an der Ruhr (ohne Mintard), Ratingen-Breitscheid und Teile von Oberhausen und Bottrop. Durch das Hochwasser sei das Uferfiltrat von Flusswasser beeinträchtigt worden, hieß es in der Mitteilung. Die Wasserwerksgesellschaft desinfiziere das Wasser daher mit Ozon, UV-Licht und Chlor "in extrem hoher Konzentration".

Donnerstag, 15. Juli, 17.33 Uhr: Hilfe sogar aus Großbritannien?

Der britische Premierminister Boris Johnson hat den Hochwassergebieten in Westeuropa Hilfe angeboten. "Es ist schockierend, die verheerenden Überschwemmungen in Deutschland, Luxemburg, den Niederlanden und Belgien zu sehen", twitterte Johnson am Donnerstag. "Das Vereinigte Königreich ist bereit, jede benötigte Unterstützung bei den Rettungs- und Bergungsarbeiten zu leisten." Seine Gedanken seien bei den Familien der Opfer und allen Betroffenen.

Donnerstag, 15. Juli, 17.25 Uhr: Zahl der Todesopfer in Rheinland-Pfalz steigt auf 19 – Viele Vermisste

Die Zahl der Todesopfer im nördlichen Rheinland-Pfalz ist auf 19 gestiegen. Ein Sprecher der Polizei in Koblenz teilte mit, dass ein weiterer Mensch in den Fluten ums Leben gekommen sei. Nähere Angaben sind bislang nicht bekannt. Etwa 50 bis 70 Menschen wurden nach Angaben von Innenminister Roger Lewentz (SPD) noch vermisst. Schwerpunkt der Katastrophe ist der Kreis Ahrweiler. Allein im 700 Einwohner zählenden Dorf Schuld an der Ahr stürzten sechs Häuser ein, etwa 40 Prozent der weiteren Wohngebäude wurden beschädigt. Erhebliche Schäden gab es auch in weiteren Regionen der Eifel.

Donnerstag, 15. Juli, 17.14 Uhr: Merkel sagt Hilfe zu  

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Menschen in den Hochwassergebieten in Deutschland Unterstützung des Staates zugesagt. Wo man helfen könne, werde man das tun, sagte sie am Donnerstag am Rande ihres Besuches in Washington. "Dies sind für die Menschen in den Überschwemmungsgebieten entsetzliche Tage. Meine Gedanken sind bei ihnen. Und sie können darauf vertrauen, dass alle Kräfte unseres Staates - von Bund, Ländern und Gemeinden - gemeinsam alles daran setzen werden, auch unter schwierigsten Bedingungen Leben zu retten, Gefahren abzuwenden und Not zu lindern." 

Mehr dazu lesen Sie hier: Merkel kündigt Bundeshilfe für Hochwasser-Geschädigte an.

Donnerstag, 15. Juli, 16.53 Uhr: Unterstützung aus Deggendorf

Die technischen Spezialkräfte der Bundespolizeiabteilung Deggendorf sind zusammen mit einem polizeiärztlichen Trupp zur Unterstützung bei der derzeit anhaltenden Hochwasserkatastrophe für den südlichen Bereich Deutschlands angefordert worden. Sie sind derzeit auf dem Weg zur Kräftesammelstelle in der Bundespolizeiabteilung Bad Bergzabern. Von dort aus werden alle für den süddeutschen Raum geplanten Einsatzkräfte lageangepasst koordiniert. Die entsendete technische Einsatzeinheit der Bundespolizeiabteilung Deggendorf verfügt über Wasserwerfer, Boote, schwere Zugmaschinen, Radlader und spezialisierte Kräfte zur Rettung aus Höhen und Tiefen.

Donnerstag, 15. Juli, 15.40 Uhr: Zahl der Toten steigt weiter an

Die Zahl der Toten steigt nach dpa-Informationen leider weiter an. Demnach gibt es aktuell mindestens 42 Tote.

Donnerstag, 15. Juli, 15.32 Uhr: Entspannung der Wetterlage

Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist der Höhepunkt der extremen Niederschläge in Teilen Deutschlands überschritten. Der DWD-Meteorologe Marco Manitta erwartete am Donnerstag "eine Entspannung der Wetterlage". Zwar könne es weiterhin "punktuellen Starkregen" geben, dieser sei aber nicht mehr so verbreitet wie in der vergangenen Nacht, sagte Manitta der Deutschen Presse-Agentur. "Das Unwetterpotenzial sinkt deutlich."

Die größten Niederschlagsmengen gab es Manitta zufolge in einem breiten Streifen vom Sauerland über das Bergische Land und die Eifel, den Großraum Köln/Bonn bis zur Grenze nach Luxemburg. Spitzenreiter war Rheinbach-Todenfeld (Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen) mit 158 Millimeter Wasser im Messzeitraum 24 Stunden - wobei das meiste davon in kürzerem Zeitraum vom Himmel fiel, wie der Experte erklärte.

Donnerstag, 15. Juli, 15.19 Uhr: Hilfe auch aus Bayern

Bereits am Donnerstagvormittag hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Unterstützung zugesichert. "In dieser schlimmen Situation ist Solidarität gefragt: Bayern bietet Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz jedwede Hilfe an, um die Schäden des katastrophalen Unwetters zu beseitigen", sagte Söder der dpa. Und erste Unterstützung aus dem Freistaat ist offenbar schon auf dem Weg. Nach idowa-Informationen sind bereits unter anderem zahlreiche Beamte der Bundespolizei auch aus dem Deggendorfer Raum unterwegs in die vom Hochwasser extrem betroffenen Gebiete.

Donnerstag, 15. Juli, 14.35 Uhr: Zahl der Toten steigt auf 33

Ganze Landstriche sind überflutet, Orte von der Außenwelt abgeschnitten, Häuser eingestürzt: Im Zusammenhang mit der schweren Hochwasserkatastrophe hat sich die Zahl der Toten im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler auf mindestens 18 erhöht. Das teilte die Polizei Koblenz am Donnerstag mit. Somit stieg die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit dem schweren Unwetter auf insgesamt 33. In Nordrhein-Westfalen waren nach ersten Erkenntnissen 15 Menschen ums Leben gekommen.

Weitere Gebäude in der Katastrophenregion seien vom Einsturz bedroht. "So eine Katastrophe haben wir noch nicht gesehen. Es ist wirklich verheerend", sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) in Mainz.

Auch in Nordrhein-Westfalen bleibt die Lage angespannt. Nach dem Abklingen des Starkregens kämpfen Feuerwehr und andere Einsatzkräfte an vielen Orten mit einer sich verschärfenden Hochwasserlage. Mindestens 15 Menschen starben

Donnerstag, 15. Juli, 14.11 Uhr: Dreyer nennt Katastrophe "verheerend"

"Leider müssen wir bestätigen, dass sich die Zahl der Todesopfer in Zusammenhang mit der Hochwasserkatastrophe im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler auf derzeit insgesamt 18 erhöht hat", teilte die Polizei am Nachmittag bei Twitter mit. "Unser tiefes Mitgefühl gilt allen Betroffenen." In Rheinland-Pfalz waren mehrere Orte in der Eifel besonders schwer von dem Hochwasser betroffen, Dutzende Menschen wurden noch vermisst.

In der Katastrophenregion waren mehrere Häsuer noch vom Einsturz bedroht. "So eine Katastrophe haben wir noch nicht gesehen. Es ist wirklich verheerend", sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) in Mainz.

Donnerstag, 15. Juli, 13.52 Uhr: Laschet in Altena 

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) besuchte am Donnerstag Altena im Märkischen Kreis. Dort war am Mittwochnachmittag ein 46-jähriger Feuerwehrmann nach der Rettung eines Mannes aus einem überfluteten Stadtteil gestorben. Am Donnerstag war Altena noch immer von der Außenwelt abgeschnitten.

Der Unions-Kanzlerkandidat informierte sich in der Leitzentrale des Kreises beim Landrat und beim Kreisbrandmeister über die Lage, wie die Deutsche Presse-Agentur aus NRW-Regierungskreisen erfuhr. Anschließend fuhr er in die besonders von den Unwettern betroffene Stadt Hagen, um sich auch dort ein Bild vor Ort zu machen. Seine Reise durch Süddeutschland hatte Laschet abgebrochen und auch seine Teilnahme an der CSU-Klausur im bayerischen Seeon abgesagt.

Donnerstag, 15. Juli, 11.28 Uhr: Lage an mehrere Orten sehr kritisch

In Nordrhein-Westfalen ist die Lage im Kreis Euskirchen besonders schlimm. Dort kamen nach Behördenangaben acht Menschen ums Leben. Genauere Angaben zur Todesursache teilte der Kreis zunächst nicht mit. In mehreren Orten sei die Lage sehr kritisch, hieß es. Teilweise bestehe kein Zugang zu den Orten. Im Kreisgebiet sei die Kommunikation weitgehend ausgefallen.

Viele Flüsse und Bäche in der Eifel, im Bergischen Land, im Rheinland und Sauerland führten am Donnerstag weiterhin Hochwasser, sie waren am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag über die Ufer getreten. Straßen wurden überschwemmt, Keller liefen voll. Tausende Feuerwehrleute waren landesweit im Einsatz.

In Köln wurden zwei Menschen tot in ihren mit Wasser vollgelaufenen Kellern entdeckt. Die Feuerwehr habe die tote Frau sowie den toten Mann am späten Mittwochabend bei Einsätzen gefunden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. In Solingen starb ein 82 Jahre alter Mann nach einem Sturz im überfluteten Keller seines Hauses. Bei dem Sturz sei er mit dem Kopf unter Wasser geraten, sagte eine Sprecherin der Wuppertaler Polizei. Ein 77 Jahre alter Mann aus Kamen kam in dem unter Wasser stehenden Keller seines Wohnhauses ums Leben.

Donnerstag, 15. Juli, 11.14 Uhr: Mehrere Feuerwehrleute ums Leben gekommen

Im Sauerland starben bei den Rettungseinsätzen zwei Feuerwehrleute. Ein 46-Jähriger Feuerwehrmann war am Mittwochnachmittag in Altena nach der Rettung eines Mannes aus einem überfluteten Stadtteil ins Wasser gestürzt und abgetrieben. Knapp zwei Stunden später kollabierte ein 52 Jahre alter Feuerwehrmann bei einem Einsatz im Bereich des Kraftwerks Werdohl-Elverlingsen. Er sei am Mittwochabend trotz Reanimations- und Hilfsmaßnahmen gestorben, teilte die Polizei mit. Ersten Erkenntnissen nach handelte es sich bei dem Unglück um einen gesundheitlichen Notfall.

In Rheinbach bei Bonn wurde am frühen Donnerstagmorgen eine tote Frau auf einer Straße entdeckt. Ein Zusammenhang mit dem Unwetter, von dem auch Rheinbach mit überfluteten Straßen stark betroffen war, sei wahrscheinlich, erklärte die Bonner Polizei.

Vielerorts mussten Menschen vor den Fluten in Sicherheit gebracht werden. Es gab auch großflächige Stromausfälle. Betroffen waren vor allem das Bergische Land und die Eifel. Auch der Bahnverkehr ist durch die Überflutungen und den Dauerregen massiv beeinträchtigt. Die Bahn rief dazu auf, Fahrten von und nach Nordrhein-Westfalen nach Möglichkeit zu verschieben. Aufgrund von Streckensperrungen fuhren zahlreiche S-Bahn- und Regionallinien nicht oder nur eingeschränkt, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Auch auf den Autobahnen gibt es erhebliche Wetter-Folgen.

 

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