Glosse Fazit nach dem "Tream"-Auftritt: Man wird alt

Proppenvoll war die Festhalle Schmidt am Mittwochabend, die "Moosner" sorgten von Beginn an für die richtige Bierzeltstimmung. Doch mit dem Auftritt von "Tream" nahm der Partyabend geradezu hysterische Ausmaße an. Foto: Dorothee Walter

Der Auftritt von Schlager-Rapper "Tream" hat unseren Redakteur am Mittwoch ziemlich mitgenommen. Nicht, weil er sein Bier gern mit Sprite mischt, sondern weil er gemerkt hat: Ja, man wird alt.

Ich kann mich guten Gewissens als "Topsis"-Veteran bezeichnen. Die Stimmungsband aus dem Chiemgau war steter Gast auf den Landshuter Dulten und hat uns somit gut durch Schul- und Studentenjahre gebracht. Dass die "Topsis" während der Corona-Pandemie leise - um nicht zu sagen klammheimlich - ihren Abschied bekanntgegeben haben, hat für Wehmut gesorgt. Kein letztes Konzert, keine allerletzte große Bierzelt-Party - aber gut, alles hat im Leben seine Zeit. Und mit den "Moosnern" konnte ja auch, wie sich herausstellte, ein würdiger Nachfolger gefunden werden.

Übrigens: Für unsere Plus-Abonnenten haben wir jeden Tag eine solche Glosse aus Landshut. Hier geht's zum Abo.

Was mich aber am Mittwochabend in der Festhalle Schmidt wirklich zutiefst getroffen hat: Es wurde mir drastisch vor Augen geführt, dass ich alt werde. Da tauchen viele junge Fans auf, die nur auf eines warten: den Auftritt eines Künstlers namens "Tream". Von dem ich, das muss ich zugeben, zuvor noch nie gehört hatte. Und bestürmen seine Box, bejubeln ihn und verfolgen ihn mit ihren Handys, dass man meinen könnte, die "Backstreet Boys" wären kurzfristig zu einem Überraschungsauftritt nach Landshut gekommen.

Was ist da bitte passiert? Warum wissen alle, wer der Typ ist - und ich steh komplett ahnungslos daneben? Nun gut, liebe Teenager, ich bin dafür kommenden Donnerstag in Stuttgart bei einem Konzert eines gesetzten Herrn namens Howard Carpendale. Und da habt jetzt ihr keine Ahnung, um wen es sich da handelt. Ätsch!

Eines sei euch aber von einem alten Sack gesagt: Zu früheren "Topsis"-Zeiten hat man in den Spielpausen nicht langweilige Fußballvereine - ob BVB oder FCB - als Nachkömmlinge von Prostituierten beschimpft. Vielmehr wurde mit "La, la, la, la - Landshut!"-Gesängen der hiesige Eishockey-Verein bejubelt. Also etwas mehr Lokalpatriotismus bitte! Das wünsche ich mir und euch.

Weitere Artikel

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading