Geisenhausen Der Tollemogei-Wahnsinn aus Sicht der Polizei

Auch in diesem Jahr hatte die Vilsbiburger Polizei am Tollemogei in Geisenhausen alle Hände voll zu tun. Foto: Benni Diemer

Der ganz normale Wahnsinn am Tollemogei bescherte der Polizei auch in diesem Jahr wieder jede Menge Arbeit in Geisenhausen. Die Chronik der "Narrischen".

Gegen 16.40 Uhr ging es für die Polizei noch vergleichsweise harmlos an: mehrere Jugendliche mussten von einem fahrenden Faschingswagen geholt werden - zu gefährlich und obendrein nicht legal. Im Laufe dieses Einsatz wurden die Polizisten gleich auf ihren nächsten Fall aufmerksam. Ein gerade mal 15-jähriger Jugendlicher hatte schon um diese Uhrzeit derart viel Alkohol in sich reingekippt, dass er auf einem Gehweg schlief. Er wurde zur Polizeiwache gebracht und dort von seinem Vater abgeholt.

Keine fünf Minuten später musste ein 20-jähriger Mann vor sich selbst geschützt werden. Er war derart blau, dass ihm die Polizisten einen Platzverweis erteilten und ihn an einen seiner Freunde übergaben. 15 Minuten später der nächste Faschings-Scherzkeks: ein sturzbetrunkener 18-Jähriger pinkelte direkt an ein geparktes Polizeiauto. Sein Pech: die Beamten erwischten ihn dabei. Doppelt Pech: er wollte noch flüchten, war aber zu betrunken, um zu laufen. 

Übermütig wurde auch ein 21-jähriger Mann gegen 17.40 Uhr. Im Vollrausch lief er über ein in der Bahnhofstraße geparktes Auto. "An dem Fahrzeug entstand Sachschaden im vierstelligen Bereich", berichtet ein Polizeisprecher. Der Autodach-Tänzer erhält für seine "Show-Einlage" eine Anzeige wegen Sachbeschädigung. 

16 Kilometer zu Fuß - eine kleine Weltreise

Deutlich zu viel vorgenommen hatte sich dagegen ein 17-jähriger Jugendlicher. Auch er hatte gegen 18 Uhr alkoholbedingt bereits starken Seegang. Das hielt ihn aber nicht davon ab, sich zu Fuß auf den Heimweg zu machen - 16 Kilometer. Eine Polizeistreife hielt den einsamen Wanderer in der Holzhausener Straße an und brachte ihn auf die Polizeiwache, wo ihn seine Mutter abholte. 

Schwein gehabt

Zur selben Zeit erneut in der Bahnhofstraße: diesmal konnten zwei Schluckspechte offenkundig der Frage "Welches Schweinderl hätten's denn gern?" nicht wiederstehen. Eine Polizeistreife ertappte die beiden jungen Männer dabei, wie sie gerade ein Plastikschwein in Originalgröße mit sich schleppten. Das Problem: das Schweinderl gehörte nicht ihnen und hatte einen Wert im dreistelligen Bereich. Gegen das Duo wird nun wegen gemeinschaftlichen Diebstahls ermittelt.

Wo sich Wildbisler, Diebe und Alkoholleichen herumtreiben, dürfen freilich auch Vandalen nicht fehlen. Gegen 18.40 Uhr wurde ein Jugendlicher dabei beobachtet, wie er auf den Einkaufswägen vor einem Supermarkt herumturnte. Dabei zerriss er ein größeres Werbeplakat. Bei der anschließenden Kontrolle durch eine Polizeistreife zeigte sich der Jugendliche allerdings reumütig und versicherte, sich noch am Folgetag bei dem Filialleiter zu melden und die Schadensregulierung zu klären. Gegen ihn wird dennoch wegen Sachbeschädigung ermittelt. 

Um kurz vor 19 Uhr hatte ein junger Mann starke Probleme, seinen Heimweg zu Fuß anzutreten. Er torkelte gegen eine Laterne und stieß einen Blumentopf um. Nach einem Besuch auf der Rettungswache durfte er nach Hause.

Ein Veilchen bekam ein 38-jähriger Mann gegen 19.20 Uhr vor einem Wirtshaus verpasst. Auslöser war ursprünglich ein Beziehungsstreit. In diesen Streit mischten sich laut Polizei aber immer mehr Personen ein, bis irgendwann die Fäuste flogen und eine direkt gegen das rechte Auge des 38-Jährigen segelte. 

Schlägereien und Drogen

Zur selben Zeit wenige Meter entfernt in einer Gaststätte. Dort machte sich ein völlig betrunkener 22-Jähriger reichlich unbeliebt. Immer wieder pöbelte er andere Gäste an. Als Quittung gab's dafür ein Lokalverbot durch den Sicherheitsdienst. Darum scherte sich der junge Mann aber herzlich wenig. Er wollte das Lokal partout nicht verlassen. Erst als die Polizei anrückte, machte er sich wider Willen auf den Weg nach draußen. Gegen ihn wird jetzt wegen Hausfriedensbruch ermittelt.

Gegen 20 Uhr flogen dann wieder die Fäuste - diesmal im Partyzelt. Dort war schlagartig Schluss mit lustig. Sicherheitsdienst und Polizei mussten dort einige betrunkene Streithähne voneinander trennen.

Mit der Faust eines Fremden durfte auch ein Faschingsbesucher gegen 21 Uhr unliebsame Bekanntschaft machen. Dabei hatte der Mann lediglich eine Bekannte begrüßt. Damit war deren Begleiter aber offensichtlich so gar nicht einverstanden. Und schon gab's auf die Zwölf.

Deutlich ernster wurde es gegen 21 Uhr auf dem Marktplatz. Dort kam es zu einer Rangelei zwischen einem 17-Jährigen und einem 20-Jährigen. Letzterer hatte noch einen 38-jährigen Kumpel im Schlepptau. Der wollte in dem Fall eigentlich nur schlichten. Das wurde ihm allerdings zum Verhängnis. Der 17-Jährige schleuderte den 38-Jährigen auf den Boden und trat ihm sofort mit dem Springerstiefel ins Gesicht. Ein Glück, dass zwischenzeitlich bereits die Polizei alarmiert wurde. Die Beamten konnten noch Schlimmeres verhindern. Der 38-Jährige wurde vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Gegen den 17-Jährigen wird jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Wie die Polizei berichtet, waren alle an der Rangelei Beteiligten teils erheblich betrunken.

Zu späterer Stunde führte die Polizei etliche Jugendschutzkontrollen durch. Immer wieder wurden dabei Jugendliche beim Kiffen erwischt - sowohl im Partyzelt, als auch davor. 

Den letzten Einsatz verzeichnete die Vilsbiburger Polizei gegen 0.40 Uhr. Diesmal rasselten zwei völlig betrunkene Männer in der Vilsbiburger Straße gewaltig aneinander. Beide wurden dabei verletzt, einer erlitt einen Nasenbeinbruch. Beide erwartet nun eine Anzeige wegen Körperverletzung. 

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