Gäubodenvolksfest Nachgefragt: Das erwarten Festwirte von ihren Bedienungen

Eine Bedienung auf dem Gäubodenvolksfest trägt mehrere Massen durch das Bierzelt (Archivbild). Foto: Armin Weigel/dpa
Eine Bedienung auf dem Gäubodenvolksfest trägt mehrere Massen durch das Bierzelt (Archivbild). Foto: Armin Weigel/dpa

Elf Tage Massen tragen, Hendl servieren und übellaunige Gäste ertragen: Die elf Tage Gäubodenvolksfest sind selbst für gestandene Bedienungen eine Herausforderung. Wir haben bei den Festwirten Weckmann, Krönner und Reisinger nachgefragt: Was muss sie eigentlich alles drauf haben, die Volksfestbedienung?

„Sieben bis acht Mass muss sie auf alle Fälle schon mal tragen können“, betont Stephan Weckmann. Auch den Schlitten, also das Tablett mit Essen, sollten die Essensausträger problemlos tragen können. Das sei wichtig, denn die Bedienung muss auch zehn Tage durchhalten, so der Festwirt. „Sie sollte auch gut Kopfrechnen können. Das muss zackig gehen. Ausdauer und Freude am Beruf gehört natürlich auch dazu.“

Schnell, ausdauernd und freundlich – so muss eine Bedienung sein, wenn sie im Festzelt Krönner arbeiten will. Auch rechnen und im Team arbeiten sollte sie können, erklärt Josef Krönner. Für ihn hat es durchaus Vorteile für die Bedienung, hübsch zu sein. „Wenn man nett ist, gut aussieht und auch noch gut ist, dann klappt das auch mit dem Trinkgeld.“

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Aussehen ist für den Festwirt Weckmann bei den Bedienungen dagegen eher zweitrangig, solange sie gepflegt sind. „Eine freundliche und taffe Bedienung kommt, denke ich, besser an als eine, die nur hübsch ist.“ Das Alter ist für Weckmann, in dessen Festzelt auch Bedienungen über 50 arbeiten, nicht so wichtig. „Wir haben zwar mehr junge Bedienungen, das liegt aber an den Bewerbungen, die wir bekommen haben.“

Auch für den Festwirt Reisinger sind Alter und Aussehen eher Nebensache: „Das Alter ist ziemlich unwichtig. Wichtig ist, dass man als Bedienung gepflegt daher kommt – die Männer wie die Frauen übrigens.“

Volksfest ist kein „Probelauf“

Unerfahrene haben es wohl eher schwer, einen Kellnerjob auf dem Volksfest zu ergattern. „Gastroerfahrung ist für mich schon sehr wichtig. Vor allem wer jung ist, überschätzt sich gerne. Der Job als Bedienung ist Hardcore, den muss man auch zehn Tage durchstehen können“, sagt Weckmann. 

Das sieht Josef Krönner ähnlich: „Uns ist es immer lieber wenn die Bedienungen schon mehr Erfahrung mitbringen, denn man hat ja keinen Probelauf,das Fest beginnt und dann muss es funktionieren."

Bedienungswesen hat sich gewandelt

Eine Volksfestbedienung von heute könne man nicht mehr mit einer von früher vergleichen - zumindest sehen das die Festwirte Reisinger so. „Früher war eine Bierzelt-Bedienung ein eigener Schlag. Sie hat zwölf oder 14 Maß getragen, sie dir auf den Tisch geknallt und abkassiert. Sie war permanent von oben bis unten nass, angeschletzt vom Bier und verschwitzt“, erklärt Hubert Reisinger rückblickend.

Während die Bedienungen im Festzelt Reisinger heute für etwa sechs Tische zuständig sind, hatten sie früher bis zu 18 Tische. „Die Originale sterben aus. Heute haben wir junge, leistungsfähige Bedienungen – gut 40 Prozent Männer.“ Die würden meistens im Biergarten eingesetzt, weil da die Laufwege weiter sind.

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