Frikadellen halten die Region in Atem Listerien-Gefahr hat jetzt auch die Oberpfalz erreicht

In bestimmten Chargen von Fertigfrikadellen des Herstellers Fleisch-Krone wurden Listerien entdeckt. Auch in der Oberpfalz haben die hiesigen Behörden deshalb sofort reagiert. (Symbolbild) Foto: imago

Nach dem Wilke Wurst-Skandal rollt die nächste Listerien-Gefahr auf Deutschland zu – auch auf Ostbayern. Diesmal geht es um Produkte des Herstellers Fleisch-Krone. In Regensburg und der Oberpfalz wurde bereits Alarm geschlagen.

Vor wenigen Tagen wurde die Bevölkerung darüber informiert, dass in verschiedenen Fertigfrikadellen-Varianten der Firma Fleisch-Krone bei entsprechenden Proben Listerien gefunden wurden. Allerdings nur in bestimmten Chargen mit den Mindesthaltbarkeitsdaten bis zum 5. und 20. November. Verkauft wurden die Fleischbällchen unter den Bezeichungen "Gut Bartenhof" und "JA!".

Doch nicht nur der Hersteller reagierte sofort, sondern auch die Behörden in Niedersachsen, wo das betroffene Unternehmen ansässig ist. Von dieser Maßnahme betroffen: die Zulassung von Fleisch-Krone. Diese ruht vorübergehend. Damit kann das Unternehmen bis auf weiteres nicht am Handel teilnehmen. „Damit ist gesichert, dass dort derzeit nichts rausgeht“, begründete Hiltrud Schrandt, Sprecherin des Landesamtes für Verbraucherschutz, diesen Schritt.

Damit ist zumindest gewährleistet, dass nicht noch weitere möglicherweise mit Listerien belastete Produkte dieses Unternehmens in Umlauf geraten. Dennoch stellen die Fleischprodukte, die bis dahin in den Handel gelangt sind, eine nicht unerhebliche Gefahr dar. Auch in der Region Oberpfalz. Am Montag wurde deshalb in Regensburg Alarm geschlagen. „Die Stadt wurde von der Regierung der Oberpfalz informiert. Die dabei genannten Verkaufsstellen in Regensburg wurden daraufhin überprüft, ob die jeweiligen Produkte aus dem Verkehr gezogen und entsprechende Verbraucherinformationen angebracht wurden“, berichtet Juliane von Roenne-Styra, Sprecherin der Stadt Regensburg gegenüber idowa. Proben seien dagegen keine genommen worden.

Aktuell noch keine Listerien-Fälle in der Oberpfalz

Die Regierung der Oberpfalz wurde am Montagnachmittag durch das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit über den neuen Verdachtsfall informiert. Daraufhin wurden sofort alle behördlichen Hebel in Bewegung gesetzt. „Wir haben diese Informationen noch am Nachmittag im Rahmen des bewährten Schnellwarnsystems an die betroffenen Kreisverwaltungsbehörden in der Oberpfalz weitergegeben“, sagt Regierungssprecher Markus Roth. Von der Listerien-Gefahr durch die Fertigfrikadellen seien in der Oberpfalz alle Landkreise und kreisfreien Städte betroffen – mit Ausnahme der Stadt Amberg.

Doch wer überwacht nun die Rückrufaktion? „Dafür sind die jeweiligen Landkreise, beziehungsweise die kreisfreien Städte zuständig“, so Roth. Entsprechende Konsequenzen würden daher vor Ort von den Kreisverwaltungsbehörden gezogen.

Die mögliche Gefahr durch Listerien ist nicht zu unterschätzen. Die Bakterien können Durchfall, Fieber und im schlimmsten Fall sogar Blutvergiftungen auslösen. Dabei ist es nicht gesagt, dass die ersten Symptome bereits wenige Stunden nach dem Verzehr des kontaminierten Lebensmittels auftreten. Es wurden bereits Fälle bekannt, in denen die Symptome erst Wochen später zum Vorschein kamen. So werden wohl also erst die nächsten Wochen zeigen, ob es in der Oberpfalz zu Listerien-Erkrankungen durch befallene Frikadellen gekommen ist. Stand jetzt scheint es zumindest noch kein Problem zu geben.. „Von Listerien-Erkrankungen in der Oberpfalz, die mit diesem Fall zusammenhängen könnten, ist uns bisher nichts bekannt“, bestätigt Markus Roth.

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