Fernsehkonzern ProSiebenSat.1-Aktionär will Aufsichtsrat nicht entlasten

Im Machtkampf mit ProSiebenSat.1 hat dessen Hauptaktionär Media for Europe (MFE) nachgelegt und angekündigt, den Aufsichtsrat nicht entlasten zu wollen. Grund seien fehlende Transparenz und eine ungewöhnliche Praxis bei der Nachbesetzung des Gremiums, teilte der Konzern des italienischen Ex-Regierungschefs Silvio Berlusconi am Mittwoch in Mailand mit. Zuvor war der Vorschlag einer Einzelentlastung vom Konzern in Unterföhring abgelehnt worden. Der Vorstand rund um Chef Rainer Beaujean solle hingegen entlastet werden. Man begrüße den "konstruktiven und offenen Dialog", hieß es.

Seit Wochen rangelt MFE mit dem Fernsehkonzern um die künftige Besetzung der Top-Posten. Unter anderem war strittig, wer auf den scheidenden Aufsichtsratschef Werner Brandt folgen soll. So war spekuliert worden, dass MFE gerne selbst Kandidaten habe aufstellen wollen. Dazu kam es aber nicht: ProSiebenSat.1 will den früheren Axel-Springer-Vorstand und KKR-Berater Andreas Wiele zum Aufsichtsratschef machen. Der Wahl will sich MFE mittlerweile anschließen.

MFE hatte Mitte März seine Beteiligung an ProSiebenSat.1 auf mehr als 25 Prozent aufgestockt und ist damit dessen größter Aktionär. Dem italienischen Medienkonzern schwebt langfristig ein europäischer Senderverbund vor - eine Übernahme von ProSiebenSat.1 mit Sitz in Unterföhring bei München plane MFE derzeit aber nicht, hatte MFE-Finanzchef Marco Giordani im März gesagt.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 

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