Außenhandel Chinas Exporte steigen 2021 auf neuen Rekordwert

Ein Containerhafen in der ostchinesischen Provinz Shandong. Foto: Uncredited/CHINATOPIX/dpa/dpa
Ein Containerhafen in der ostchinesischen Provinz Shandong. Foto: Uncredited/CHINATOPIX/dpa/dpa

Chinas Außenhandel hat 2021 kräftig zugelegt, weil es in der Volksrepublik kaum Corona-Infektionen gab. Doch die Verbreitung von Omikron löst neue Sorgen aus. Steht der Wirtschaftsboom vor dem Ende?

Peking - Dank boomender Bestellungen während der Corona-Pandemie ist Chinas Außenhandel im vergangenen Jahr kräftig gewachsen. Die Exporte der Volksrepublik zogen im Vergleich zum Vorjahr um rund 30 Prozent an, wie die Pekinger Zollbehörde am Freitag mitteilte.

Insgesamt führte China demnach Waren im Wert von 3,36 Billionen US-Dollar (2,92 Billionen Euro) in andere Staaten aus. Der Wert aller Importe lag bei 2,69 Billionen Dollar, womit auch Chinas Außenhandelsdefizit einen neuen Rekordwert von 676 Milliarden Dollar erreichte.

Auch im Dezember wuchs der chinesische Außenhandel wieder zweistellig - jedoch insgesamt langsamer als im Vormonat. Die Ausfuhren stiegen um 20,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nachdem der Zuwachs im November noch bei 22 Prozent gelegen hatte. Die Exporte lagen dennoch leicht über den Erwartungen von Analysten. Schlechter als vorhergesagt fielen dagegen die Zahlen für den Import aus. Chinas Einfuhren legten im Dezember um 19,5 Prozent zu. Im Vormonat hatte der Anstieg noch bei 31,7 Prozent gelegen.

China, wo das Coronavirus im Dezember 2019 weltweit erstmals entdeckt worden war, verfolgt eine Null-Covid-Strategie. Mit Massentests, Kontaktverfolgung und Zwangsquarantänen hat das bevölkerungsreichste Land das Virus seit Sommer vergangenen Jahres recht erfolgreich unter Kontrolle gebracht, was sich positiv auf die Wirtschaft und auf Bestellungen aus dem Ausland auswirkte. So wurde etwa der weltweite Bedarf für die Ausstattung von Homeoffices, zum Beispiel mit Möbeln und elektronischen Geräten, zu einem großen Teil aus China gedeckt.

Schon Delta hat Lieferketten gestört

Beobachter fürchten jedoch, dass sich die wirtschaftlichen Aussichten in China besonders mit der Verbreitung von Omikron deutlich eintrüben könnten. Denn die Eindämmungsstrategie der Regierung könnte durch die leichter übertragbare Variante des Coronavirus an ihre Grenzen stoßen. Vergangenen Sonntag waren Chinas erste lokale Omikron-Fälle in der Hafenmetropole Tianjin nachgewiesen worden, kurz darauf folgten weitere Fälle in der Hafenstadt Dalian sowie im ostchinesischen Anyang.

Bereits zuvor hatten sich lokale Ausbrüche der Delta-Variante gehäuft, die zum Teil die Wirtschaftstätigkeit in betroffenen Städten und Regionen schwer beeinflusste. Fabriken mussten vorübergehend den Betrieb einstellen, Lieferketten wurden unterbrochen.

"Die recht hohe Steigerung für das Gesamtjahr 2021 ist durch die niedrigere Ausgangsbasis im Corona-Jahr 2020 bedingt. 2021 haben die Nachfrage aus dem Ausland und damit auch die Exporte angezogen, insbesondere für elektronische Produkte", kommentierte Jens Hildebrandt, Vorstandsmitglied der deutschen Handelskammer in China (AHK), den boomenden Außenhandel. Auch die deutschen Exporte nach China konnten 2021 laut Hildebrandt weiter zulegen. Dies habe die Wichtigkeit des chinesischen Marktes für die deutsche Wirtschaft im zweiten Pandemiejahr unterstrichen.

Auch wenn die Erwartungen zuletzt etwas zurückgeschraubt wurden, rechnen Experten in diesem Jahr weiter mit einem kräftigen Wirtschaftswachstum in China von rund acht Prozent. Die Wachstumszahlen für das abgelaufene Jahr legt das Pekinger Statistikamt am kommenden Montag vor.

© dpa-infocom, dpa:220114-99-704682/3

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading