Mehrere Tausend Euro Bayerns Grüne fallen auf "Chef-Masche" herein

Die Landesgeschäftsstelle der bayerischen Grünen ist der Chef-Masche zum Opfer gefallen. (Symbolbild) Foto: Roland Weihrauch/dpa/Symbolbild

Die Landesgeschäftsstelle der bayerischen Grünen ist Opfer eines Betrügers geworden. Die Polizei habe in Köln einen 25 Jahre alten Tatverdächtigen festgenommen. Große Teile der ergaunerten Geldsumme seien bei ihm sichergestellt worden, teilte die Polizei mit.

Zurückhaltung übten die bayerischen Grünen am Donnerstag gegenüber Nachfragen nach einem Betrugsmanöver, dem ihr Landesverband zum Opfer gefallen ist. Bei der Kontrolle der Kontoumsätze sei der Betrug aufgefallen, weshalb der Landesverband am 11. August Anzeige erstattet habe. "Die Polizei", so teilte eine Sprecherin mit, habe bereits "einen Großteil der gestohlenen Summe von mehreren Tausend Euro sicherstellen" können. Mehr könne man "aufgrund des laufenden Ermittlungsverfahrens" nicht bekannt geben.

40.000 von 50.000 Euro gesichert

Eine zunächst unbekannte Person habe sich Anfang August bei einer Finanzbuchhalterin der Partei per E-Mail als deren Landesvorsitzende und Landtagsabgeordnete Eva Lettenbauer ausgegeben und vorgetäuscht, dass eine Forderung von 50.000 Euro zu begleichen soll, berichtete die Bild-Zeitung. Die Buchhalterin sei der dringend formulierten Aufforderung rasch nachgekommen und habe das Geld auf ein deutsches Konto überwiesen.

Wenige Tage später kam heraus, dass Lettenbauer eine solche Überweisung nie veranlasst habe. Nach der Anzeige der Grünen habe die Polizei am 16. August in einer Kölner Bank einen seit 2016 in Deutschland lebenden 25-jährigen Nigerianer festgenommen, der das Konto auflösen wollte. Bei seiner Festnahme habe der Nigerianer Widerstand geleistet und zwei Beamte leicht verletzt. 40.000 Euro haben die Behörden gesichert, der Rest sei erst einmal ins Ausland verschwunden.

Der Geschäftsführer-Betrug

Der Betrüger war nach Darstellung der Polizei mit der Masche des sogenannten CEO-Frauds (etwa: Geschäftsführer-Betrug) vorgegangen. In der Regel sammeln Gauner dabei Informationen über ein Unternehmen und wenden sich dann mit einer fingierten E-Mail an einen Mitarbeiter. In der geben sie sich als deren Chef aus und bitten um die Überweisung einer Geldsumme auf ein bestimmtes Konto. Um Zweifel bei den Betroffenen zu zerstreuen, werde oft emotionaler und zeitlicher Druck aufgebaut.

Die Landesgeschäftsstelle der bayerischen Grünen ziehe Konsequenzen aus dem Vorfall. Das Interne Kontroll- und moderne IT-Sicherheitssystem sei "umfassend überprüft" worden, teilten die Grünen mit: "Die Mitarbeitenden werden im Hinblick auf Cyber-Kriminalität weiter geschult."

Weitere Artikel

 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading