Die Neuen des Jahn Tim Knipping: "Ich gehe voran"

Jahn-Neuzugang Tim Knipping in seiner neuen Heimspielstätte. Foto: Fabian Roßmann

Tim Knipping (26) hat sich in den vergangenen Jahren in Sandhausen bereits in der 2. Bundesliga bewiesen. Er kommt über Kampf und Leidenschaft und will dem Jahn so zum erneuten Klassenerhalt verhelfen.

Beim SSV Jahn Regensburg gibt es in diesem Sommer zahlreiche neue Gesichter. idowa stellt die Neuzugänge in einer Serie vor. Dieses Mal Innenverteidiger Tim Knipping, der vom Regensburger Ligakonkurrenten SV Sandhausen in die Domstadt gewechselt ist.

Tim Knippings Weg zum Jahn

Mit dem Fußballspielen begonnen hat der 26-Jährige in seiner Geburtsstadt bei Olympia Kassel. Im Alter von 13 Jahren wechselte er innerhalb der Stadtgrenzen zum KSV Hessen Kassel. In seiner Heimatstadt bestritt er dann auch seine ersten Spiele im Herrenbereich und kam auf 37 Einsätze in der ehemaligen Regionalliga Süd.

Daraufhin wagte er den nächsten Schritt in die 3. Liga zum 1. FC Saarbrücken. Bei seinem neuen Arbeitgeber brauchte er anfangs zwar etwas Zeit zur Eingewöhnung, er blickt aber gerne auf die erste Station fernab seiner Heimatstadt zurück: „Diese zwei Jahre in der 3. Liga, als ich sozusagen ins kalte Wasser geworfen wurde, waren sehr wichtig für mich und meine Karriere.“

Anders als die meisten Fußballprofis war er in seiner Jugend nie in einem Nachwuchsleistungszentrum – doch Knipping betrachtet das im Rückblick durchaus positiv: „Dadurch konnte ich andere Dinge mitnehmen und wertschätzen.“ Dennoch wechselte er nach seiner Zeit in Saarbrücken zur zweiten Mannschaft von Borussia Mönchengladbach – eben um die Möglichkeiten eines NLZ für sich zu nutzen. Dafür ging er auch eine Liga zurück in die Regionalliga: „Manchmal folgen auf einen Schritt zurück zwei Schritte nach vorne. Das hat sich im Nachhinein für mich bewahrheitet.“

Denn nach zwei Jahren in Gladbachs U23 folgte für den Hessen der Wechsel zum SV Sandhausen in die 2. Bundesliga. Es dauerte zunächst ein bisschen, bis sich der 1,90 Meter große Abwehrrecke seinen Stammplatz erarbeitet hat. Zunächst musste sich der Neuzugang aus der Regionalliga hinter den erfahreneren Spielern anstellen, konnte sich aber mit der Zeit auch da durchsetzen und sich in seinen drei Jahren Sandhausen in der zweithöchsten deutschen Spielklasse etablieren. In seiner Zeit beim SVS musste Knipping aber auch Rückschläge hinnehmen. Aufgrund eines Schienbeinbruchs und einer Innenbandverletzung verpasste er viele Spiele. „Die schwere Verletzung hat mich natürlich etwas zurückgeworfen, doch auch aus dieser Zeit konnte ich vieles mitnehmen“.

Das bisherige Karrierehighlight

Der Jahn-Neuzugang blickt auf viele schöne Spiele zurück, besonders gerne erinnert er sich allerdings an den Heimsieg gegen Bochum im Februar dieses Jahres. Es war das erste Heimspiel nach seiner langen Verletzungsmisere, bei dem der Rückkehrer im Stadion am Hartwald den 1:0-Führungstreffer nach einer Ecke köpfte. Am Ende gewann Sandhausen das Spiel mit 3:0 und sicherte sich wichtige Punkte für den Klassenerhalt. „Das war in dieser Situation etwas ganz Besonderes, da sind nach dem Spiel auch ein paar Tränen geflossen.“

Das sind die Gründe für den Wechsel zum Jahn

Besonders beeindruckt hat den Innenverteidiger, wie sehr sich der Jahn um ihn bemüht hat und welche Wertschätzung man ihm entgegengebracht hat. „Hier hatte ich ein super gutes Gefühl und den Eindruck, dass man mich unbedingt haben möchte. Gerade nach meiner Verletzung ist das für mich wichtig, weil ich dieses Vertrauen brauche, um wieder gestärkt zurückzukommen“, sagt Knipping. Dieses Vertrauen möchte er am liebsten in Form von guter Leistung wieder zurückzahlen.

Das sind die ersten Eindrücke

Die sind rundum positiv. Die Stadt empfindet er als sehr gemütlich und findet, dass es sich in Regensburg gut leben lässt. Knippings Vater war bei der Bundeswehr in der Domstadt stationiert und hat seinem Sohn schon viel Gutes über die Stadt erzählt. Dies könne er nur bestätigen, sagt Knipping. Bei der Mannschaft hebt er vor allem den guten Charakter hervor. Er selbst fühlte sich schon am ersten Tag direkt integriert. „Meine Teamkameraden haben es mir wirklich sehr leicht gemacht, mich hier schnell einzugewöhnen“, so Knipping.

So tickt Tim Knipping auf dem Platz

Knipping beschreibt sich als Spieler, der „vorangeht und auf dem Platz sehr laut sein kann.“ Er sieht sich als Innenverteidiger auf einer Position mit großer Verantwortung, bei der man aus der Abwehr heraus dirigieren müsse. Seine Stärken sieht der Verteidiger im Kampf und in der Leidenschaft und sagt: „Bei mir kann man sich sicher sein, dass ich zu 100 Prozent alles reinwerfen werde.“

So tickt Tim Knipping privat

Privat sei er eine „sehr lockere Person“ und immer für einen Spruch zu haben. Besonders wichtig ist ihm seine Familie. „Ohne den Rückhalt meiner Familie und meiner Freunde wäre es nicht möglich gewesen, die schweren Zeiten durchzustehen.“ In seiner Freizeit liest er sehr gerne Bücher und absolviert neben dem Fußballer-Dasein noch ein Fernstudium. Im letzten Jahr hat er außerdem ein Restaurant in der Nähe von Sandhausen gemeinsam mit einem italienischen Freund eröffnet.

Seine schweren Verletzungen in der jüngeren Vergangenheit haben Knipping auch persönlich geprägt: „Ich bin ein Mensch, der immer schon alles sehr wertzuschätzen wusste. Aber gerade solche Verletzungen machen dann noch einmal deutlich, was wirklich wichtig im Leben ist und wie wichtig Gesundheit ist“, erzählt er. „Ich hätte natürlich gerne auf die Zeit verzichtet, aber vor allem aus der langen Verletzung konnte ich sehr viel mitnehmen und habe viel an meiner mentalen Stärke gearbeitet. Derartige Rückschläge geben einem die Möglichkeit, stärker zurückzukommen. Ich glaube, das ist mir ganz gut gelungen.“

Das sind die Ziele in der kommenden Saison

An erster Stelle steht für ihn, verletzungsfrei zu bleiben. „Natürlich möchte ich mich dem Trainer anbieten und so viel wie möglich spielen“, sagt er. Dadurch will er helfen, den Jahn weiterzuentwickeln und ihn weiter in der 2. Bundesliga zu etablieren.

Das sagen die Verantwortlichen

"Bei einer Verletzung sieht man auch immer, wie ein Spieler damit umgeht", sagt Trainer Mersad Selimbegovic. Und Tim Knipping sei "sehr positiv. Er will der Mannschaft möglichst schnell auf dem Platz helfen." Die Stärken des Neuzugangs sieht Selimbegovic unter anderem im Zweikampf, im Kopfballspiel und in Knippings linken Fuß beim Spielaufbau.

Geschäftsführer Christian Keller sagt: "Mit Tim gewinnen wir Qualität und Mentalität für unsere Mannschaft hinzu. Er verfügt über alle Fähigkeiten, die ein moderner Innenverteidiger benötigt. Hinzu kommt sein großes Kämpferherz."

Weitere Artikel

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading