Deutschland Verunreinigtes Grundwasser am US-Flugplatz Ansbach

Ansbach (dpa/lby) - Am US-Militärflugplatz im mittelfränkischen Ansbach ist das Grundwasser verunreinigt. An drei im Frühjahr eingerichteten Messstellen stellten Experten eine erhöhte Konzentration von per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) fest. Der derzeit gültige Schwellenwert sei überschritten, sagte eine Stadtsprecherin am Mittwoch. Die Stoffe stammen aus Feuerlöschschaum, den die US-Armee früher auf dem Gelände benutzte. Die Schadstoffe belasten dort nun Boden und Grundwasser. Dem Umweltbundesamt zufolge sind einige PFC gesundheitsschädlich für den Menschen.

Das Grundwasser in dem belasteten Gebiet westlich der Kaserne wird nach Angaben der Stadt Ansbach nicht für die Trinkwasserversorgung verwendet. "Nichtsdestotrotz sind wir tätig, um die verursachte Verunreinigung so zu sanieren, dass keine Gefahren für die Allgemeinheit oder den Einzelnen mehr bestehen", sagte die Sprecherin. Als nächstes geplant seien Untersuchungen zur Fließrichtung des Wassers, um die Größe des Schadens abschätzen zu können. Für die Sanierung sei die US-Armee zuständig, betonte die Sprecherin. Wann diese beginnen könne, sei unklar.

Ansbach ist kein Einzelfall in Bayern. Auf mehreren Liegenschaften der Bundeswehr in ganz Deutschland wurden PFC-Kontaminationen nachgewiesen. Der verbraucherpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im bayerischen Landtag, Florian von Brunn, fordert deshalb landesweit eingehende Untersuchungen rund um Militär- und Chemiestandorte. Das Blut der Anwohner müsse auf PFC getestet werden, Trinkwasser, Fließgewässer und Lebensmittel. Bisher habe es nur Stichproben gegeben, sagte von Brunn. "Das reicht aus meiner Sicht nicht aus."

 

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