Deutschland 50 Jahre Naturpark Altmühltal

Ein beeindruckender Blick über zerklüftete Felsformationen auf die Altmühl - den langsamsten Fluss Bayerns. Foto: Nikolaus Sieber

Eine Reise in die Barockstadt Eichstätt und in die idyllische Umgebung.

Bischofsstadt und Barockstadt könnte sie sich nennen. Doch heute prangt "Universitätsstadt" auf dem Ortsschild. "Hier ist die einzige katholische Uni im deutschsprachigen Raum", sagt Waltraud Hofer. "Allerdings muss man nicht katholisch sein, um hier studieren zu können", ergänzt die Stadtführerin.

Eichstätt ist Große Kreisstadt, weshalb auch ein Oberbürgermeister im Rathaus sitzt. Zusammen mit dem Willibaldsbrunnen verleiht dieses dem Marktplatz Bedeutung und Zentralität. Nur eine Straße und ein, zwei Gässchen weiter - typisch für eine barocke Altstadt -, gibt sich die Konkurrenz gleich um einiges mächtiger: Der Dom mit Domplatz und vor allem die ehemalige fürstbischöfliche Residenz mit dem Residenzplatz. Die barocke Dreiflügelanlage mit dem prunkvollen Treppenhaus und dem Spiegelsaal im Rokokostil im Inneren des Gebäudes ist das Werk der Eichstätter Hofbaudirektoren Jakob Engel, Gabriel de Gabrieli und Maurizio Pedetti.

Als jahrhundertealter Bischofssitz ist Eichstätt schlicht auch die Stadt der Kirchen und Klöster. Die ehemalige Klosterkirche Notre Dame de Sacré Coeur beherbergt seit 1989 das Informationszentrum Naturpark Altmühltal. Schon beim Betreten des 1719 von Gabriel de Gabrieli geplanten Barockbauwerks weiten sich die Augen und fangen das farbenfrohe Deckengemälde in der Barockkuppel ein. Man dreht sich in der Rotunde der Kuppelhalle und schreitet über die Emporen in die Ausstellungsräume. Nicht nur bei Regentagen lohnt der Besuch der Ausstellung, die mit vielen Stationen zum Hören, Fühlen und Entdecken der Naturlandschaft des Naturparks anregt.

40 Jahre Altmühltal-Radweg

Bereits auf dieser Stadtrundwanderung kommt man mit den Markierungsschildern zweier bekannter Fernwege in Berührung, sie kreuzen sich an vielen Stellen. Der Altmühltal-Radweg zählt zu den beliebtesten Radwegen in Deutschland, und der als Qualitätsweg "Wanderbares Deutschland” zertifizierte Altmühltal-Panoramaweg beeindruckt Wanderer mit seinen Paradestrecken.

Mit seinem ebenen Verlauf, fernab des Straßenverkehrs, ist der Radweg gleich ein familienfreundlicher "Mehr-Generationen-Weg". Und entlang der Strecke gibt's genügend Interessantes zu entdecken. Einige Zwischenstopps sind auf jeder Etappe deswegen schon zwangsläufig vorzusehen. Startet man in Treuchtlingen, ist man recht bald in Pappenheim mit seiner imposanten, hoch über der Stadt thronenden Burg - wer denkt da nicht sofort an "Daran erkenn ich meine Pappenheimer"? Das geflügelte Wort aus Schillers Drama "Wallenstein" führt zurück auf die sprichwörtliche Zuverlässigkeit des bekannten Feldherrn aus dem Dreißigjährigen Krieg, Gottfried Heinrich zu Pappenheim, und seines Regiments.

Die Altmühl als Wegweiser

Die Altmühl begleitet die Radler vorbei an den markanten Felstürmen der "Zwölf Apostel-Felsen", entstanden aus ehemaligen Riffen im Jurameer, und dem Burgsteinfelsen bei Dollnstein. Direkt am Ufer liegt das Altmühlzentrum und führt den Besucher ebenfalls in lang vergessene Zeiten. Der aufwendig sanierten ehemaligen Vorburg ist als Bau schon das Museale anzusehen, sie zeigt Reste einer mittelalterlichen Heizungsanlage und "Ruaßkuchl" - bis zu einem "lebendigen" sechs Meter großen Aquarium, das die Unterwasserwelt der Altmühl widerspiegelt. Die Altmühl ist der langsamste Fluss Bayerns, deswegen scheint auch ihr Wasser etwas trüber als bei einem Gebirgsfluss. Aber umso ruhiger kann man mit dem Boot unterwegs sein. Mit Kanu, Kajak oder Kanadier gewinnt das Bootwandern an Interesse und Nachfrage, Bootsrastplätze sind ausgewiesen.

Sobald ein Kind den riesigen Saurier neben der Autobahn A9 sieht, wird dem nahen Abstecher ins "Dinosaurier Museum Altmühltal" bei Denkendorf gefolgt.

Zu Besuch bei Dracula

Auch für Erwachsene sehr informationsreich, zumal im letzten Jahr der Infopavillon des Naturparks Altmühltal fertiggestellt wurde und gleich daneben in der Halle zwei große Überraschungen lauern. "Dracula", benannt nach seiner Fundstelle in Transsilvanien, dem Land der Vampire, schwebt an der Decke über den Köpfen der Besucher. Er ist der bislang größte Flugsaurier. Und nebenan hat sich ein Tyrannosaurus rex in Position gebracht, nachdem er vor Jahren in South Dakota gefunden wurde. "Rocky" war jung und ist alt zugleich, denn als er vor 66 Millionen Jahren starb, war er noch im Teenager-Alter - ein Halbwüchsiger von zehn Metern Länge! Danach kann es durchs Freilichtmuseum gehen. Der Erlebnispfad schlängelt sich durch die Erdzeitalter an etwa 70 lebensgroßen Nachbildungen, den Giganten der Urzeit, vorbei. Spannend, bis am Schluss vor lauter Faszination die Uhrzeit in der fiktiven Urzeit doch noch vergessen wird.

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading