In einem roten Overall, den er aus Sicherheitsgründen vom Landwirt erhalten hat, betritt Dr. Josef Beisl den Kälberstall. Mit lautem Muhen begrüßen ihn die 48 Jungtiere, die er gegen Rindergrippe immunisieren soll. Mit einer Impfpistole bekommt jedes eine Injektion - kurz und schmerzlos. Nach zehn Minuten ist die Aktion abgeschlossen. "So sollte es auch bei den Corona-Impfungen laufen", scherzt er. Man merkt ihm die Freude, die er an seinem Beruf hat, an. Doch es gibt auch Entwicklungen, die ihm das (Berufs-)Leben schwer machen.

"Es ist schwierig, gut ausgebildete Tierärzte zu finden. Der Markt ist wie leer gefegt", sagt er. In seiner Praxis arbeiten drei Tierärztinnen in Vollzeit, eine weitere ist halbtags tätig. Diese Personalstärke ist auch notwendig, um alle tierischen Patienten versorgen zu können. Der Schwerpunkt liegt auf Großtieren - Rinder und Schweine in landwirtschaftlichen Betrieben.