Corona und der Buchhandel Ein Herz für Literatur

Buchhändler Sebastian Seibold trotzt der Corona-Krise. Foto: Sebastian Seibold

Ab Montag gelten für Buchandlungen wieder neue Bestimmungen. Sie verlieren ihren Sonderstatus und werden wie sonstige Geschäfte des Einzelhandels eingestuft. Was bedeutet das konkret für einen Buchhandel? 

Im Landkreis Rottal-Inn liegt die 7-Tages-Inzidenz weiterhin über 100. Gemäß der neuen Bestimmung könnten Kunden einen Termin buchen und dann nach Vorlage eines negativen Coronatests im Buchgeschäft einkaufen. Ein Kunde könnte sich so pro 40 Quadratmeter Ladenfläche umschauen, wie Sebastian Seibold, Inhaber der Buchhandlungen Böhm in Pfarrkirchen und Eggenfelden erklärt. Doch ist dies wirklich von Nutzen? 

"Ich tendiere dazu, in den Modus "Abholung" zu wechseln", sagt er im Interview. Bei der geringen Landengröße könnten so wenige Kunden gleichzeitg in die Geschäfte, dass dies nicht rentabel wäre.

Einstufungswechsel unverständlich

"Entweder man ist relevant, oder nicht", fasst Sebastian Seibold seine Wahrnehmung zusammen. "Ich bezweifle, dass der kleine Einzelhändler Infektionstreiber ist." Vielmehr habe er private Treffen im Verdacht. "Das Hin und Her ist einfach zermürbend", so der Buchhändler. Während man noch die eine Vorgabe umzusetzen versucht, käme teils schon wieder eine neue.

Dabei beobchte er, dass seine Kunden die Hygienemaßnahmen gut verinnerlicht hätten. Jeder hätte eine Maske dabei und halte Abstand. Dennoch kann er seine Läden nicht völlig frei öffnen.

Forderung an die Regierung

"Über 4 Wochen keine Neuregelung, das würde schon helfen!" Mit diesem Satz spricht er vielen Einzelhändlern aus der Seele. "Schraubt nicht immer an dem Modell rum!"

Auf das bisherige Jahr zurückblickend, zeigt sich Seibold jedoch auch zufrieden. Die vielen Stammkunden hätten weiter im Laden bestellt und so zum Weiterbestehen beigetragen. Selbst, als nur ausgeliefert werden konnte, war so immer ein gewisser Umsatz vorhanden. Das Planen der Routen war allerdings auch eine große Belastung. Umso größer war die Freude, endlich wieder öffnen zu können. "Es war echt angenehm, nicht mehr auf die Inzidenzen schauen zu müssen", seufzt er. Die erneute Änderung dessen wirke sich emotional auf alle Beteiligten aus.

Die Auswirkungen erwartet er erst später. "Viele Unternehmer verlieren jetzt ihre Substanz und werden die Segel streichen müssen."

Eine Möglichkeit zur Einflussnahme hat auch der Kunde. Er kann entscheiden, ob er im Internethandel kauft, oder beim kleinen Laden eine Bestellung mit Abholung vornimmt.

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