Corona-Hotspots in Niederbayern Lage im Rottal weiter angespannt

Vier niederbayerische Landkreise gehören zu den zehn am stärksten von Corona betroffenen Regionen in Deutschland. (Symbolbild) Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/Symbolbild/dpa

Die Landkreise an der Grenze zu Österreich und Tschechien sind weiterhin die Corona-Sorgenkinder der Nation. Das geht aus den Zahlen des Robert-Koch-Institutes (RKI) hervor.

Gleich vier niederbayerische Landkreise gehören deutschlandweit aktuell zu den zehn Kreisen mit der höchsten 7-Tages-Inzidenz. Dabei sticht vor allem der Landkreis Rottal-Inn heraus.

Derzeit seien rund 42 Covid-Patienten im Landkreis im Krankenhaus stationär untergebracht, sieben davon auf der Intensivstation. Die Zahlen ändern sich oft sehr schnell. Es mussten bereits in "erheblichem Umfang" Patienten in andere Krankenhäuser verlegt werden, wie es der ärztliche Direktor der Rottal-Inn Kliniken Dr. Klaus Kienle am Vormittag im Gespräch mit unserer Redaktion formulierte. 25 Patienten wurden überwiegend in die nördliche Oberpfalz gebracht.

"Die Lage ist sehr bedrohlich, da innerhalb kurzer Zeit und nicht vorhersehbar Patientenströme auftreten können, die die allgemeine und coronaspezifische Versorgung kapazitätsbezogen gefährden", so Dr. Kienle weiter. 

Seit Beginn der Pandemie hat es im Landkreis immer wieder Probleme mit der Impfstoffversorgung gegeben. Die jüngste Angabe der Impfquote liegt bei 53,5 Prozent, wie Bettina Rapp von der Pressestelle des Landratsamts am Morgen im Telefoninterview mitteilte - ein niedriger Wert.

Insgesamt scheint aber gerade die Impfquote für die Inzidenz von entscheidender Bedeutung zu sein. Das Bayerische Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, kurz LGL, führt auf seiner Website zum Überblick über die Coronavirus-Infektionszahlen in Bayern aus, dass die Inzidenz bayernweit bei Ungeimpften bei 953,2 liege. Im Vergleich dazu ist diese Kennzahl bei Geimpften geradezu verschwindend gering: 97,6 (Beides Stand 10. November 2021).

Letzten Endes steht man im Rottal mit einer 7-Tages-Inzidenz von 1.280,8 laut RKI auf dem dritten Platz im bundesweiten Vergleich. Auch die Landkreise Freyung-Grafenau, Dingolfing-Landau und Passau befinden sich in der Liste der zehn am stärksten betroffenen Landkreise. Kaum überraschend ist daher die die Meldung des LGL, gemäß der der Regierungsbezirk Niederbayern auch im bayerischen Vergleich am stärksten von der Pandemie betroffen ist. Mit einer Inzidenz von 843,3 zum 15. November führt der Regierunsgbezirk die Liste an.

Dr. Klaus Kienle begrüßt daher die jüngsten Verschärfungen in der Coronapolitik: "Die seit heute geltende 2G-Verordnung für Gaststätten ist beispielsweise eine klare und hilfreiche Ansage."

 

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