Corona-Forschung aus Regensburg Universitätsklinikum wird Teil eines bundesweiten Netzwerks

Das Regensburger Uni-Klinikum wird künftig seinen Beitrag in einem nationalen Forschungs-Netzwerk für den weiteren Kampf gegen das Coronavirus beitragen. (Symbolbild) Foto: Armin Weigel/dpa

SARS-CoV-2 stellt Deutschland noch immer vor enorme Herausforderungen: Es bedarf bundesweiter Abstimmung, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen und die bestmögliche medizinische Versorgung für Patienten zu gewährleisten. Auch aus Ostbayern ist dabei nun Unterstützung zu erwarten, wie aus einer aktuellen Pressemitteilung des Regensburger Uni-Klinikums (UKR) hervorgeht.

„Netzwerk Universitätsmedizin“ (NUM) heißt das neue, bundesweit vernetzte Forschungsprojekt, das mit 150 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. Koordiniert von der Berliner Charité-Klinik sollen in einem Krisenfall bundesweit alle Maßnahmenpläne, Diagnostik- und Behandlungsstrategien der deutschen Universitätskliniken und weiterer Akteure des Gesundheitswesens systematisch zusammengeführt werden. Ziel ist es, die aktuelle Coronavirus-Pandemie durch optimale Abstimmung und Zusammenarbeit schneller und effektiver zu bekämpfen und so für zukünftige Krisenfälle noch besser vorbereitet zu sein.

UKR soll vor allem Dateninfrastruktur verbessern

Das Regensburger Uni-Klinikum ist mit fünf Projekten in diesem neuen Netzwerk vertreten und will so mithelfen, die Behandlung von Covid-19-Patienten in Ostbayern weiter zu verbessern. Ziel des Projekts „AKTIN-EZV“ ist es beispielsweise, ein bestehendes Notaufnahmeregister zu einer flächendeckenden Infrastruktur für eine Echtzeit-Versorgungsforschung in Notaufnahmen auszubauen. Ein weiteres Projekt namens „Defeat Pandemics“ (Pandemien besiegen) verfolgt den Aufbau eines deutschlandweiten Obduktionsnetzwerks, um Daten systematisch und strukturiert zu erfassen und anderen deutschen Netzwerkpartnern zur Auswertung zu Verfügung zu stellen. Hinzu kommen das radiologische Bildgebungs-Projekt „Racoon“ sowie eine „FoDaPl“ genannte Forschungsdatenplattform, die darauf abzielt, eine stabile und einheitliche Medizindateninfrastruktur für Deutschland aufzubauen.

Covid-19-Patienten in der Region profitieren

Eine erste praktische Umsetzung der Datenplattform gibt es am UKR bereits: „NAPKON“, kurz für "Nationales Pandemie Kohorten Netz", ermöglicht die einheitliche Erfassung, Auswertung und Nachverfolgung von Daten und Bioproben von Patienten mit nachgewiesener SARS-CoV-2-Infektion.

Dr. Frank Hanses, Oberarzt der Interdisziplinären Notaufnahme am UKR, freut sich auf die Zusammenarbeit im Rahmen des NUM. „Das Netzwerk ist ein sehr wichtiger Schritt im Kampf gegen die Pandemie", erklärt er. "Durch die Kooperation und den Austausch im Netzwerk profitieren wir bei der Behandlung unserer Patienten in Ostbayern von den Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen aus ganz Deutschland." 

 

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