In dubio pro reo. Im Zweifel für den Angeklagten. Das ist ein zentrales Prinzip unseres Rechtsstaats. Wenn das Gericht nur die leisesten Zweifel hat, dass ein Verdächtiger eine Tat wirklich begangen hat, kann es nur ein Urteil geben: Freispruch.

Selbst dann, wenn für die Öffentlichkeit die Sache längst klar ist und sie eine harte Strafe fordert. Richter und Schöffen dürfen sich davon nicht beeinflussen lassen. Der Druck, der auf dem Gericht lastet, das seit Montag in Dresden die tödliche Messerattacke auf den Deutsch-Kubaner Daniel H. vor sieben Monaten aufarbeitet, die zu Ausschreitungen geführt hat, ist enorm. Auch, weil die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) einen möglichen Freispruch als "schwierig" bezeichnet hat, was nicht sehr klug war.

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