Cham/Arnschwang Damit das Hobby keine Sucht wird

Sportwetten sprechen besonders junge Männer an. Gerade aktive Sportler sehen sich als Experten. Vor dieser angeblichen Kompetenz warnt Konrad Landgraf, Geschäftsführer der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern. Sie führe zu mehr und risikoreicheren Wetten und höheren Einsätzen. Problematisch sieht er auch, dass massive Werbung und Sponsoring betrieben werden: „Wenn bekannte Vereine und Spielergrößen ihren Namen dafür hergeben, suggeriert das natürlich, dass damit ein seriöses Geschäft beworben wird.“

Dem sei aber nicht so. Viele Seiten bieten gleichzeitig noch illegales Glücksspiel wie Online-Casino an. Die meisten Anbieter haben ihren Sitz im Ausland, wo sie eine gültige Lizenz besitzen. Diese gilt aber nicht in anderen Ländern. In Deutschland werden Sportwetten geduldet. Der Suchtexperte sieht den Grund dafür darin: „Meines Wissens konzentrieren sich die Behörden derzeit noch auf die rein illegalen Seiten. Bei den Sportwetten-Seiten handelt es sich um eine Mischung aus geduldetem und illegalem Angebot.“ Eine offizielle Lizenz haben Wettanbieter in Deutschland nur in Schleswig-Holstein. In diesem Bundesland gibt es Sonderregelungen.

Um ohne Suchtrisiko zu wetten, ist es wichtig, sich an Limits zu halten und diese nicht zu ändern. Sprich: Die Anzahl der Wetten ist begrenzt und nicht regelmäßig. Auch der Einsatz bleibt gleich und überschreitet das Freizeitbudget nicht. Um eine Glücksspielsucht zu erkennen, rät Konrad Landgraf sich zwei Fragen zu stellen: Habe ich beim Wetten jemals das Bedürfnis verspürt, immer mehr Geld zu setzen? Und: Habe ich Menschen, die mir wichtig sind, über das Ausmaß des Glücksspiels belogen? Wenn ja, könnte dies ein erster Hinweis sein. Auch plötzlich auftretende Geldprobleme sind ein Anzeichen.

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