Bundesliga "Wie eine Niederlage": Frust-Ende der Freiburger Festwoche

Freiburgs Spieler zeigen sich nach dem späten Ausgleich gegen Gladbach enttäuscht. Foto: Tom Weller/dpa

Der SC Freiburg lässt gegen Borussia Mönchengladbach trotz furioser Aufholjagd zwei Punkte im Kampf um die Königsklasse liegen. Trainer Streich versucht, die Dinge richtig einzuordnen.

Es war, als hätte mitten in der Party jemand die Musik aus- und das Licht angemacht. Fast wäre es für den SC Freiburg die perfekte Woche geworden. Doch war bei den Badenern nach dem späten 3:3 (0:2) gegen Borussia Mönchengladbach erstmal sämtliche Euphorie verflogen.

"Wir sind mit dem Ergebnis sehr unzufrieden", sagte Trainer Christian Streich nach dem Spektakel. Zwei Punkte mehr hätten dem Fußball-Bundesligisten im Kampf um die Champions-League-Qualifikation gut getan. So herrschte beim Tabellenfünften Frust am Ende der Festtage. Bis zum Baden-Duell bei der TSG Hoffenheim am 30. April will er sich aber wieder berappeln.

"Saumäßig bitter"

"Es fühlt sich extrem an wie eine Niederlage", sagte SC-Kapitän Christian Günter bei Sky. "Das tut so weh, dass wir uns nicht belohnt haben für die Aufholjagd." Eine Woche nach dem hochverdienten 3:0 gegen den VfL Bochum und vier Tage nach ihrem erstmaligen Einzug ins DFB-Pokal-Finale hatten die Freiburger gegen die Borussia am Samstag nach einer Viertelstunde schon 0:2 zurückgelegen, die Partie dann gedreht und sich in der Nachspielzeit doch noch um den Sieg bringen lassen. "Gladbach wollte nichts mehr, das Ding war so gut wie durch", sagte Günter. "Dann eine Flanke, ein Kopfball, saumäßig bitter."

Lars Stindl war der Partycrasher, der in der 93. Minute zum 3:3 traf. Zuvor hatten Rami Bensabaini durch einen fragwürdigen Handelfmeter (3.) und Breel Embolo (13.) die Tore für die Gladbacher, Vincenzo Grifo (49./Foulelfmeter), Günter (61.) und Philipp Lienhart (80.) die für die tapfer kämpfenden Breisgauer erzielt. Schon im ersten Durchgang waren die Gastgeber das bessere Team gewesen, hatten aber die Präzision vermissen lassen. Nach der Pause spielten sie sich in einen regelrechten Rausch - der allerdings mit einem Kater endete.

"Wir können noch Großes schaffen"

Die Enttäuschung der Freiburger ob des Rückschlags sagt viel über sie aus. Früher wäre sie womöglich kleiner ausgefallen. Doch diese Saison ist anders. Selbst wenn sie ohne Pokalsieg und Qualifikation für die Königsklasse enden sollte, wäre sie für den SC außergewöhnlich gut verlaufen. Doch nun, wo sie greifbar sind, gilt es die historischen Chancen, die womöglich so schnell nicht mehr kommen werden, eben auch zu nutzen. "Natürlich können wir noch Großes schaffen", sagte Mittelfeldspieler Nicolas Höfler. "Es muss das Ziel sein, dass wir keinen Platz verlieren und noch einen gutmachen."

Ihre starke Moral soll den Freiburgern dabei helfen. Coach Streich war hellauf begeistert vom couragierten Auftritt seiner Spieler in der zweiten Hälfte gegen Gladbach. "Wenn ich jetzt Zuschauer gewesen wäre und diese Mannschaft so zusammenbleiben würde, hätte ich mir, glaube ich, eine Dauerkarte gekauft für die nächsten zwei Jahre", sagte er. Es zeichne seine Truppe aus, wie sie nach Rückschlägen wiederkomme. "Deshalb spielt sie so guten Fußball diese Saison."

Umso wichtiger sei es, jetzt in der entscheidenden Phase, die Dinge richtig einzuordnen. Leistung und Mentalität seien gegen Gladbach der "Wahnsinn" gewesen, betonte Streich. Nur das Resultat passte halt nicht. "Jetzt schauen wir, dass wir im nächsten Spiel wieder viel Energie auf den Platz bringen." Um in den Feiermodus zurückzufinden.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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