Buch-Tipp Keine Gnade für Einwanderer im Roman "Sanctuary"

Der Wahn vieler Verschwörungstheoretiker: Durch Impfungen sollen Chips in uns eingesetzt werden. In "Sanctuary" von Paola Mendoza und Abby Sher chipt die US-Regierung alle Einwanderer. 352 Seiten, Carlsen Verlag. Foto: Carlsen

"Sanctuary" spielt im Jahr 2032 in Amerika. Die Regierung chipt jeden, der einwandern will.

"Sanctuary - Flucht in die Freiheit" ist eine Geschichte, die 2032 in den USA spielt. Die amerikanische Regierung will hart gegen die undokumentierten Einwanderer vorgehen, indem sie jeden durch einen ID-Chip überwacht.

Darum geht's: Vali ist 16 Jahre alt und mit ihrer Familie von Kolumbien nach Amerika ausgewandert. Aufgrund von Geldmangel bekamen Vali und ihre Mutter gefälschte ID-Chips transplantiert. Zunächst scheint ihr Leben zu funktionieren, doch ein tragischer Vorfall an der mexikanischen Grenze wendet das Blatt. Die Regierung greift zu härteren Mitteln, um die undokumentierten Einwanderer festzunehmen. Für Valis Mutter bedeutet das nur eines: Flucht. Das Ziel: eine Auffangstation in New York. Von nun an jagt eine Katastrophe die nächste. Bei einer Kontrolle funktioniert der Chip von Valis Mutter nicht. Sie wird sofort festgenommen, Vali und ihr kleiner Bruder können gerade noch fliehen. Die beiden sind auf sich allein gestellt und haben nur wenig Geld. Bald erfährt Vali jedoch, dass der Staat Kalifornien sich von den anderen abspalten und die Undokumentierten aufnehmen will. Die Flucht der Geschwister führt sie zu Schleusern, Hunger und Erschöpfung, aber auch zu neuen Verbündeten.

In aller Kürze: Eine dystopische Geschichte, die unter die Haut geht.

Fazit: Von Anfang an spürt man ein beklemmendes Gefühl, das stetig zunimmt, je mehr Seiten man umblättert. Man kann die beschriebene Angst nachempfinden, was selten so intensiv beim Buchlesen vorkommt. Der Leser fühlt stark mit Vali und ihrem kleinen Bruder mit, die ein hartes Schicksal erleiden. Vali entwickelt sich während der Flucht zu einer Kämpferin, sie gibt nicht auf und will, dass ihr Bruder ein besseres Leben hat.

Aber: Trotz der "Negativität" lohnt es sich, dieses Buch zu lesen, auch wenn man von solchen schweren Themen eigentlich Abstand halten möchte. "Sanctuary" regt zum Nachdenken an und der Leser schätzt wahrscheinlich mehr, was er hat. Einen kleinen Kritikpunkt gibt es allerdings: Im Buch kommen mehrere spanische Sätze vor, die zwar für mehr Realität sorgen, aber nicht immer übersetzt werden. "Sanctuary - Flucht in die Freiheit" ist ab 16 Jahren.

Hier gibt es mehr Infos.

Eine Buchbesprechung:

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