LMU München Vergewaltigung auf der Uni-Toilette: Verdächtiger festgenommen!

, aktualisiert am 30.01.2017 - 19:20 Uhr
Auf dieser Toilette im LMU-Hauptgebäude am Geschwister-Scholl-Platz wurde die Studentin vergewaltigt. Foto: imago/Christine Roth/rah/AZ

Der Täter fällt auf Toilette über die 25-Jährige her. Sie hat einen gebrochenen Arm, und kann sich nur mit großer Mühe wehren. Die Polizei hat einen ersten Verdächtigen.

Die Klausuren zum Semesterabschluss werden gerade geschrieben. Trotzdem verbreitet sich am Montag die Nachricht an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) wie ein Lauffeuer: Eine junge Studentin ist auf der Toilette im Hauptgebäude vergewaltigt worden. Möglicherweise ist der Täter selbst LMU-Student.

Am Montagabend gegen 18 Uhr nahm die Polizei einen Verdächtigen fest. Eine Sprecherin bestätigte, dass es im Hauptgebäude der LMU eine Festnahme gegeben hat. Ob es der Täter sei, ist noch unklar. Mehrere Polizisten betraten das Uni-Gebäude und schnappten den Verdächtigen im zweiten Stock. Nach Polizeiangaben war ein Mann auf den Verdächtigen aufmerksam geworden, da er der Täterbeschreibung des Opfers entsprach.

Die 25-Jährige sucht am Freitag gegen 16 Uhr im zweiten Stock des Hauptgebäudes eine der Toiletten auf. Sie schließt hinter sich die Tür ab. Doch wenig später entriegelt diese jemand von außen und drückt sie gewaltsam auf. Ein etwa 25 Jahre alter Mann, mit rundem Gesicht und auffallend trockener Haut steht mit entblößten Genitalien vor der Studentin. Der Mann bedrängt die 25-Jährige, fordert sie zum Sex auf und beginnt, sie mit den Händen zu begrapschen. Die Studentin hat gerade erst eine Oberarmfraktur auskuriert. Sie kann sich deshalb nicht mit aller Kraft gegen den Angreifer wehren. Die 25-Jährige schlägt und tritt um sich. Sie beißt den Sex-Täter so fest sie kann in die Hand. Doch das schreckt den Mann nicht ab.

Der Sex-Täter erzählt, dass er Max heißt und Mathematik studiert

Die 25-Jährige wird von dem Mann in der Kabine vergewaltigt. So heftig, dass der gerade erst auskurierte Oberarmknochen erneut bricht. Trotzdem handelt das Opfer überlegt. Es gelingt der Studentin, den Täter in ein Gespräch zu verwickeln. Sie versucht, sein Vertrauen zu gewinnen, etwas über ihn zu erfahren.

Der Plan funktioniert. Der Vergewaltiger erzählt, dass er Max heiße, 20 Jahre alt sei und Mathematik im zweiten Semester studiere. Dann verschwindet der Vergewaltiger und lässt sein Opfer zurück. "Die Angaben werden natürlich überprüft", sagt Polizeisprecherin Claudia Künzel. Sollte es sich tatsächlich um einen Mathestudenten handeln, müsste es möglich sein, ihn schnell zu identifizieren und festzunehmen.

Niemand von den anderen Studenten bekommt etwas von dem abscheulichen Verbrechen mit. Die Uni ist am Freitagnachmittag beinahe menschenleer. Die meisten Seminare und Vorlesungen sind bereits vorüber. Nur wenige Studenten sind noch da. Doch die sitzen weit abseits in der Bibliothek, lernen für die anstehenden Prüfungen.

Die Polizei sucht deshalb dringend Zeugen. Studenten, denen am Freitag eine verdächtige Person im Hauptgebäude am Geschwister-Scholl-Platz 1 aufgefallen ist. Der Sex-Täter ist kräftig und etwa 1,80 Meter groß. Er hat vermutlich braune Augen und rissige Lippen. Er sprach deutsch, ohne erkennbaren Akzent. Der Täter müsste eine blutende Bisswunde an der Hand haben. Vermutlich versucht er, die Wunde mit einem Pflaster oder einen Verband zu verdecken. Hinweise auf den Täter an das Kommissariat K 15, zuständig für Sexualdelikte Tel. 29100.

An der LMU geht die Angst um. "Bisher habe ich mich sicher gefühlt", erzählt Leoni. Die 19-Jährige studiert Theologie im ersten Semester. Viel stellen sich die Frage, wie sie sich schützen sollen. "Gelegentlich kontrolliert Sicherheitspersonal am Haupteingang", erzählt Viktoria (19). Sie studiert Psychologie, ebenfalls im ersten Semester. "Doch das Gebäude ist so weitläufig, es gibt so viele Zugänge, die kann man nicht alle kontrollieren."

Was die Studenten aber am meisten schockiert, ist der Verdacht, dass es ein Kommilitone gewesen sein könnte, der die 25-Jährige vergewaltigt hat. Die Universität zeigt sich tief bestürzt. "Wir sind überaus entsetzt über diesen brutalen Angriff auf eine Studentin in unserem Gebäude", sagt Sprecherin Luise Dirscherl. "Die Zuständigen an der LMU stehen in engem Kontakt mit der Polizei und unterstützen sie bei der Arbeit. Wir hoffen, dass der Zeugenaufruf erfolgreich ist."

 

 

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