Börse in Frankfurt Dax endet nach Europawahl moderat im Plus

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Frankfurt/Main - Der deutsche Aktienmarkt ist mit dem Rückenwind steigender Autoaktien freundlich in die neue Woche gestartet.

Ohne Stolpersteine von der Europawahl und relevante Neuigkeiten zum amerikanisch-chinesischen Handelsstreit schloss der Dax am Montag 0,50 Prozent höher bei 12.071,18 Punkten, nachdem er in der Vorwoche noch um knapp 2 Prozent abgerutscht war. Der MDax mit den enthaltenen mittelgroßen Werten gewann am Montag 0,29 Prozent auf 25.234,06 Punkte.

Insgesamt verlief der Handelstag in ruhigen Bahnen, da die Börsen in London und New York am Montag wegen Feiertagen geschlossen bleiben. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone stieg um 0,40 Prozent auf 3364,04 Punkte. Der französische Cac 40 legte um 0,37 Prozent auf 5336,19 Punkte zu.

Die am Wochenende beendeten Wahlen zum Europäischen Parlament waren zumindest kein Belastungsfaktor für die hiesige Börse. "Pro-europäische Parteien halten weiterhin die Mehrheit im Parlament, und das nach einer weitaus höheren Wahlbeteiligung als erwartet", stellte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets fest. Der befürchtete Sturm der Europagegner sei damit ausgeblieben. Für den Stillstand in der Berliner Großen Koalition gebe es ebenfalls Hoffnung.

Aus Unternehmenssicht kam die Nachricht des Tages aus dem Autosektor mit einem Fusionsangebot von Fiat Chrysler (FCA) an Renault. Die Italiener wollen mit den Franzosen zusammengehen und zum weltweit drittgrößten Autohersteller aufsteigen. Der französische Staat, der 15 Prozent an Renault hält, signalisierte am Montag sein Wohlwollen für den Milliardendeal. Auch Renault reagierte mit Interesse auf die Offerte von Fiat Chrysler. Durch die Fusion erhoffen sich die Konzerne jährliche Einsparungen von 5 Milliarden Euro.

Die Aktienkurse der beiden Hersteller schossen in Mailand und Paris kräftig in die Höhe. Die FCA-Papiere gewannen knapp acht Prozent, für die Titel von Renault ging es sogar um mehr als zwölf Prozent aufwärts. Davon wurden auch andere Branchenwerte angetrieben. So kletterten die Aktien von Volkswagen um 0,8 Prozent nach oben. Allerdings waren die ersten Reaktionen am Morgen mit bis zu 2,5 Prozent Plus noch euphorischer gewesen.

Ansonsten waren kursbewegende Nachrichten auf Unternehmensseite Mangelware. Aktien von Wirecard stiegen an der Dax-Spitze um 2,7 Prozent auf den höchsten Stand seit Ende Januar. Mit 159,70 Euro fehlen der Aktie nur noch rund 10 Euro, um den Kurseinbruch im Frühjahr wegen angeblicher bilanzieller Unregelmäßigkeiten wieder aufzuholen.

Einen auffällig positiven Schwung gab es im MDax bei den Aktien von Siltronic wegen einer Analystenstimme: Eine Kaufempfehlung des Bankhauses Lampe zog bei den Papieren, die zuletzt auf dem tiefsten Stand seit zwei Jahren angekommen waren, eine Erholung um mehr als 5 Prozent nach sich.

Auf der Verliererseite standen am Montag einmal mehr die Aktien von TV-Konzernen, die bei Anlegern wegen der Konkurrenz durch alternative Medien und die nötigen Investitionen in die Digitalisierung schon lange außer Mode geraten sind. ProSiebenSat.1 und RTL waren im MDax mit Abschlägen von 0,3 beziehungsweise 2,2 Prozent unter den Verlierern.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,17 Prozent am Freitag auf minus 0,18 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Prozent auf 143,68 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,18 Prozent auf 167,63 Zähler zu.

Der Euro wurde zuletzt mit 1,1194 US-Dollar gehandelt und zeigte sich damit nur wenig verändert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1198 (Freitag: 1,1187) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8930 (0,8933) Euro gekostet.

 

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