"Das ist doch Wahnsinn" Unbekannte sprengen Geldautomaten in Regensburg

, aktualisiert am 07.11.2022 - 14:03 Uhr
Unbekannte haben in Regensburg einen Geldautomaten gesprengt. Foto: Dominic Casdorf

In Regensburg haben Unbekannte in der Nacht zum Montag einen Geldautomaten gesprengt.

"Ich bin schockiert", sagt eine junge Mutter, die am Montagmorgen mit ihrem kleinen Sohn im Kinderwagen unweit des Rennplatz Einkaufszentrums (REZ) in Prüfening unterwegs ist. Gebannt blickt sie hinüber zur Sparda Bank in der Stromerstraße. Der Außenbereich der Filiale ist mit Polizeiband weiträumig abgesperrt, im Hintergrund jedoch ist die Trümmerlandschaft unübersehbar. Wenige Stunden zuvor haben Unbekannte hier einen Geldautomaten gesprengt - und ein Bild der Zerstörung hinterlassen.

"Alles kaputt", sagt die Frau, "das ist doch Wahnsinn!" In den Trümmern sind Einsatzkräfte der Polizei mit der Spurensicherung beschäftigt. Das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) hat die Ermittlungen vor Ort übernommen. Der Geldautomat, so die ersten Erkenntnisse, sei mit Sprengstoff in die Luft gejagt worden. Eine genaue Analyse soll in den kommenden Tagen im Kriminaltechnischen Institut in München vorgenommen werden.

Sachschaden liegt wohl im sechsstelligen Bereich

Eine Anwohnerin, die nur ein paar Schritte vom Tatort entfernt wohnt, hat soeben ihre Aussage bei der Polizei gemacht. "Ich habe einen lauten Knall gehört und sofort auf die Uhr geschaut", erzählt sie, "es war genau 2.48 Uhr". Etwas später, sagt die 37-Jährige, habe sie Motorengeräusche eines wegfahrenden Fahrzeugs wahrgenommen. Wohl ziemlich PS-stark, vermutet sie, das habe sie am Motorengeräusch erkannt. Ein paar Augenblicke später seien schon die heulenden Sirenen der Polizeifahrzeuge zu hören gewesen.

Die Geldautomaten-Sprenger haben Beute gemacht, wie ein LKA-Sprecher der Regensburger Zeitung bestätigt. Über die genaue Summe werde man keine Auskunft geben. Mehr Klarheit gibt es über die Größenordnung des Sachschadens, der nach ersten Schätzungen der Ermittler im niedrigen sechsstelligen Bereich liegen soll.

Über das Fluchtfahrzeug ist bislang nur wenig bekannt. Ein dunkler Wagen soll es gewesen sein, wie das LKA in einer Presseaussendung mitteilt. Es wird davon ausgegangen, dass die unbekannten Täter in Richtung der A93 davonrasten. Die unmittelbare Nähe zur Autobahn dürfte bei der Vorbereitung der Tat eine Rolle gespielt haben. Vor Jahren, so berichten Anwohner, sei bei einer anderen Bankfiliale in der Nähe schon mal ein Geldautomat gesprengt worden. Der LKA-Sprecher verweist auf Erfahrungswerte bei ähnlich gelagerten Fällen. "Täter suchen sich bewusst Geldautomaten in der Nähe der Autobahn aus", berichtet er. Dies würde die Flucht erleichtern.

Das Bayerische Landeskriminalamt (Telefon 089/12120) bittet die Bevölkerung um Hinweise auf die Täter. Im Mittelpunkt stehen für die Ermittler folgende Fragen:

  • Wem sind in den Nachtstunden im Bereich der Stromerstraße 2a verdächtige Personen aufgefallen?
  • Wer hat im Vorfeld in der näheren Umgebung verdächtige Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit der Sprengung des Geldautomaten stehen könnten?
  • Wer kann sonst sachdienliche Hinweise zur Tat, den Tätern oder dem Fluchtfahrzeug geben?

Neben der Sparda-Filiale, beim Bäcker, hat die Wucht der nächtlichen Explosion die Schaufensterscheiben herausgerissen. Eine weitere Anwohnerin ist inzwischen dazugekommen, schaut fassunglos auf den Schutt, die geborstenen Scheiben. Sie sagt traurig: "Man traut sich ja kaum noch aus dem Haus."

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