Regensburg Wolbergs rechnet mit Staatsanwaltschaft ab

Joachim Wolbergs. Foto: Armin Weigel/Archivbild Foto: dpa

Nach dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft gegen Joachim Wolbergs im Regensburger Korruptionsprozess hat der suspendierte Oberbürgermeister die Ankläger heftig kritisiert.

"Diese Behörde führt in meinem Fall, beginnend mit der Inhaftierung, einen Jagd- und Vernichtungsfeldzug", sagte der frühere SPD-Politiker am Dienstag in einer auf Facebook veröffentlichten Videobotschaft. "Die sind in meinen Augen völlig verrückt geworden."

Die Staatsanwaltschaft hatte am Montag vor dem Landgericht Regensburg unter anderem wegen Bestechlichkeit und Vorteilsnahme viereinhalb Jahre Haft für Wolbergs gefordert. In dem Video sagte er nun: "Ich muss ehrlich sagen, dass ich mit vielem gerechnet hatte. Aber mit einem solchen Schauspiel nicht." Er habe erwartet, die Behörde würde "relativ hoch einsteigen", mit einer Forderung von drei Jahren. Weiter warf er den Anklägern unter anderem Willkür und Fehler vor. Sie wollten ihn mundtot machen. Zudem hätten sie die Beweisaufnahme ignoriert und Beweismittel nur ausschnittsweise berücksichtigt.

In dem Verfahren geht es um einen möglichen Zusammenhang zwischen der Vergabe eines millionenschweren Bauprojektes der Stadt an einen Unternehmer und dessen Spenden an die SPD im Kommunalwahlkampf 2014 sowie an den Sportverein Jahn Regensburg.

Wolbergs scheint aber Hoffnung zu haben: "Gott sei dank sind in Deutschland Gerichte frei und Gott sei dank lassen sich Gerichte von einer Staatsanwaltschaft genauso wie von einer Verteidigung nicht unter Druck setzen." Er wolle sich noch intensiver wehren. Von seiner Möglichkeit, sich vor Gericht am Ende des Prozesses zu äußern, wolle er ausführlich Gebrauch machen.

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