Jahrzehnte nach dem Beginn der Planungen wird heute bei Dorfen im Landkreis Erding die umstrittene Isentalautobahn eröffnet. Bundesverkehrminister Andreas Scheuer, sein bayerischer Amtskollege Hans Reichhart (beide CSU) sowie der Präsident der Autobahndirektion Südbayern, Michael Kordon, werden die 33 Kilometer lange Strecke von Pastetten über Dorfen nach Heldenstein für den Verkehr freigeben.

Das neue Autobahnstück mit vier Großbrücken, 24 mittelgroßen und 29 kleineren Brücken soll die von Lastwagen stark befahrene Bundesstraße 12 von München Richtung Passau entlasten.

Die Strecke führt von München durch das landschaftlich reizvolle Flusstal der Isen ins Chemiedreieck rund um Altötting. Bürgerinitiativen und Naturschützer hatten über Jahrzehnte gegen das Projekt gekämpft. Der Landesvorsitzende des Bundes Naturschutz (BN) in Bayern, Richard Mergner, sagte, der Bau sei in Zeiten von Klimakrise und Artensterben ein besonders drastisches Beispiel für eine verfehlte Verkehrspolitik. Über 470 Hektar Land wurden laut BN versiegelt. Intakte Erholungsgebiete würden "weiträumig verlärmt und zerschnitten".