Bayern Polizisten-Prozess: Heimliche Videos und Kinderpornografie

Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild/dpa

Vier Frauen und eine Jugendliche sollen ahnungslos gewesen sein, dass im Hintergrund eine Kamera lief. Nun steht ein 26-Jähriger wegen Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs vor Gericht. Der Angeklagte ist ausgerechnet Polizist.

Coburg/Lichtenfels (dpa/lby) - Ein junger Polizist soll Frauen und eine Minderjährige heimlich gefilmt sowie Missbrauchsabbildungen besessen haben. Nun muss er sich unter anderem wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften vor Gericht verantworten. Für den Prozess gegen den heute 26-Jährigen sei nur ein Sitzungstag am Dienstag (09.00 Uhr) geplant, wie das Amtsgericht Lichtenfels mitteilte. Neben den heimlichen Aufnahmen wird ihm der Besitz von etwa 400 kinderpornografischen Bildern und Videos zur Last gelegt.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg soll der Mann vier Frauen und eine Jugendliche zum Beispiel in einer Wohnung heimlich gefilmt haben. Vorgeworfen wird ihm hier die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen. Die Taten fanden demnach 2015 und 2016 statt. Der Mann war zu der Zeit im Polizeidienst beziehungsweise in der Ausbildung zum Polizeibeamten.

Der 26-Jährige darf derzeit keinen Polizeidienst leisten. Außerdem läuft gegen ihn ein Disziplinarverfahren, wie das Polizeipräsidium Oberfranken mitteilte. Wegen des Strafverfahrens sei dieses aber derzeit ausgesetzt.

Der Mann saß nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Herbst 2019 für zwei Monate in Untersuchungshaft. Da er bei der frühesten Tat noch nicht 21 Jahre alt war, ist das Jugendschöffengericht zuständig. Aus Platzgründen weicht man von Lichtenfels in einen Saal des Landgerichts Coburg aus.

© dpa-infocom, dpa:210705-99-269023/3

 

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