Bayern Meist ruhiger Start ins neue Jahr: Dennoch mehrere Verletzte

Polizeigruppen stehen auf dem Marienplatz und beobachten die zahlreichen Passanten. Foto: Peter Kneffel/dpa/dpa

Das neue Jahr startet zwar mit weniger Raketen, aber dennoch mit einigen Polizeieinsätzen. Es gibt mehrere schwer verletzte Menschen - aus unterschiedlichen Gründen.

München (dpa/lby) - Weniger Feuerwerk, kleinere Feiern - Bayern ist zwar weitgehend ruhig und unaufgeregt ins neue Jahr gestartet. Dennoch waren die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten mancherorts gefordert. Im Landkreis Bayreuth erlitt ein 25-Jähriger eine schwere Augenverletzung, als mehrere Geschosse einer Feuerwerkbatterie in seinem Gesicht landeten. Wie die Polizei am Samstag weiter mitteilte, kam der Mann in eine Spezialklinik.

In Eichstätt verletzte sich ein 24 Jahre alter Mann beim Zünden eines Böllers schwer. Durch die Explosion sei ihm ein Finger der linken Hand komplett abgetrennt worden, hieß es bei der Polizei.

Ein drei Jahre altes Mädchen wurde in Forchheim in Oberfranken beim Silvesterfeuerwerk verletzt. Wie die Polizei mitteilte, hatte ein 39 Jahre alter Mann mit seinen Kindern Feuerwerkskörper gezündet. Einer der Böller explodierte demnach an der Jacke des Kindes. Das Mädchen habe leichte Verbrennungen an der Hand erlitten, sagte ein Polizeisprecher. Den Vater erwarte nun eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung.

In Ampfing in Oberbayern eskalierte eine private Silvesterfeier von drei jungen Männern: Ein 19-Jähriger soll zwei andere Männer mit einem spitzen Gegenstand schwer verletzt haben. Später soll er eine Nachbarin, einen Rettungssanitäter und zwei Polizistinnen attackiert und verletzt haben, wie die Polizei mitteilte. Die Staatsanwaltschaft Traunstein ermittelt unter anderem wegen versuchten Totschlags.

In Nürnberg kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Menschen. Dabei verletzte nach Polizeiangaben ein 36 Jahre alter Mann einen 25-Jährigen mit einem Messerstich schwer im Bauchbereich. Die Polizei konnte den Tatverdächtigen festnehmen.

Ein betrunkener 24-Jähriger soll im oberfränkischen Selb seine schwangere Freundin gewürgt und dann auf sie eingeprügelt haben. Das teilte die Polizei am Samstag in Marktredwitz mit. Der Verdächtige sei geschnappt worden und kam in Haft.

Zu mehr als 600 Einsätzen von Freitagabend bis Samstagfrüh seien die Beamtinnen und Beamten gerufen worden, berichtete die Polizei in München. Darunter fielen 120 Ruhestörungen, 50 Körperverletzungsdelikte und mehr als 40 Einsätze im Zusammenhang mit Pyrotechnik. In 13 Fällen habe es Hinweise auf Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz gegeben, hieß es.

Die Feuerwehrverantwortlichen der Landeshauptstadt sprachen von einem "verhältnismäßig ruhigen Jahreswechsel". 58 Einsätze registrierten sie. Verletzte gab es den Angaben nach keine.

Von einer vergleichsweise ruhigen Nacht berichtete auch die Feuerwehr in Würzburg. Ähnliches wurde aus Nürnberg gemeldet: Das Verkaufsverbot von Böllern habe Wirkung gezeigt, was die Zahl an Verletzten und Bränden anbelange. Bei den Einsätzen in der Nacht zum 1. Januar habe es sich um kleinere Brände wie etwa brennende Hecken oder schwelende Mülltonnen gehandelt.

Auch zu diesem Jahreswechsel galten Vorgaben zum Infektionsschutz wegen der Corona-Lage. Mit Ausnahme von Einzelfällen habe sich die Bevölkerung an die Bestimmungen gehalten, bilanzierte die Polizei in Mittelfranken.

"Der Großteil der unterfränkischen Bevölkerung hatte sich in der zweiten Silvesternacht unter Corona-Bedingungen erfreulicherweise an die geltenden Beschränkungen gehalten und der Polizei wenige Einsätze beschert", teilten die Beamten in Würzburg mit.

In Großweil (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) zündete ein 32-Jähriger mehrfach nicht zugelassene Feuerwerkskörper und warf diese vermutlich absichtlich in die Nähe von Passanten und auf Fahrzeuge. Ein Mann verständigte die Polizei.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd kam es zu mehr Einsätzen als im Vorjahr. 273 Mal wurden die Beamtinnen und Beamten gerufen, Silvester 2020 waren es lediglich 219.

© dpa-infocom, dpa:220101-99-558993/3

 
 
 

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