Ausgesetzte Insolvenzantragspflicht Pleite-Unternehmen als Trittbrettfahrer

Weil die Zahl der Insolvenzanträge ungewöhnlich niedrig ist, befürchtet Insolvenzverwalter Hubert Ampferl, dass manche Firmen die wegen der Corona-Krise ausgesetzte Antragspflicht ungerechtfertigt ausnutzen. Foto: Angelika Warmuth/dpa

Wenn Unternehmen das Geld ausgeht, müssen Sie eigentlich einen Antrag auf Insolvenz stellen. Wegen der Corona-Krise ist diese Pflicht bis 30. September ausgesetzt. Am Donnerstagabend diskutiert der Bundestag über eine Verlängerung.

Doch die Aussetzung galt und gilt nur in bestimmten Fällen, warnt Insolvenzverwalter Hubert Ampferl. Er befürchtet, dass viele Geschäftsführer das nicht beachtet haben und nun möglicherweise mit ihrem privaten Vermögen haften müssen.

Herr Ampferl, merken Sie wegen der Corona-Krise steigende Insolvenzzahlen?

Hubert Ampferl: Es ist erstaunlicherweise so, dass man insgesamt einen starken Rückgang der Insolvenzfälle in den vergangenen Monaten feststellt. Wir hatten bereits im vergangenen Jahr äußerst niedrige Insolvenzzahlen, etwa auf dem Stand von 1994. Die Zahlen sind in diesem Jahr noch weiter zurückgegangen. Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht hat also gegriffen.

Seit März müssen Unternehmen keine Insolvenz beantragen, auch wenn sie durch die Corona-Krise eigentlich insolvent sind. Finden Sie das gut?

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