Auf Verbrecherjagd MdL Josef Zellmeier stellt Steinewerfer

, aktualisiert am 06.10.2021 - 16:00 Uhr
Ein Mann hat zwei der Fenster der Bahnhofsgaststätte in Laberweinting eingeschlagen. Foto: Josef Zellmeier

Ein Abgeordneter wird zum Verbrecherjäger: Am Mittwochvormittag habe er einen Mann gestellt, der zwei Scheiben der Bahnhofsgaststätte in Laberweinting mit Granitsteinen eingeworfen hat, schreibt MdL Josef Zellmeier (CSU) auf Facebook. Wieso er sich das getraut hat? "Ich finde, das ist eine Frage der Zivilcourage", erzählt der 57-Jährige der Redaktion auf Nachfrage.

Schräg gegenüber von Josef Zellmeiers Wohn- und Bürogebäude befindet sich die Laberweintinger Bahnhofsgaststätte. "Am Vormittag, gegen viertel nach elf, hat's aus der Richtung plötzlich gescheppert", erzählt der Abgeordnete. Danach habe er eine Frau rufen hören: "Hey! So geht des ned!"

Von dem Lärm aufgeschreckt, habe er schließlich aus dem Fenster seines Abgeordnetenbüros im zweiten Stock geschaut und gesehen, dass jemand zwei der großen Fensterscheiben der Gaststätte mit Granitsteinen eingeworfen hatte.

Ein Mann habe sich zielstrebig in Richtung Bahnhof vom Tatort entfernt. An seine Mitarbeiter Sebastian Riesner und Reinhard Scheupel gewandt, hat Zellmeier kurz entschlossen verkündet: "Dem geh' ma nach." Alleine wäre er vorsichtiger gewesen, sagt er. "Wer weiß, ob der nicht ein Messer dabei hat." 

Am Bahnsteig seien die drei schließlich zu dem Mann aufgeschlossen. "Ich schätze, dass er zwischen 20 und 25 Jahre alt war", so Zellmeier. Letztlich habe er ihn mit der Tat konfrontiert - und der Steinewerfer habe alles zugegeben. Der Abgeordnete erzählt weiter, er habe die Polizeiinspektion Mallersdorf informiert. "Der Mann hat sich  nicht vom Fleck gerührt. Er ist, bis die Beamten da waren, einfach stehen geblieben." Dass sich der Täter allgemein ruhig verhalten habe, bestätigt auch ein Beamter der Polizeiinspektion Mallersdorf-Pfaffenberg auf Nachfrage.

Dass er den Täter konfrontiert hat, habe für ihn etwas mit Zivilcourage zu tun, sagt Zellmeier. "Wenn ihm niemand nachgeht, sieht ma den wahrscheinlich nie wieder." Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation wiederfinden, rät der Landtagsabgeordnete: "Wendet euch an die Polizei und versucht festzustellen, wer der Täter ist. Schaut, dass ihr ihn beschreiben könnt." Vor allem jedoch solle man vorsichtig sein. "In diesem Fall hatte ich aber nicht den Eindruck, dass es sich zum Beispiel um einen bewaffneten Raubüberfall handelt."

Auf Facebook kommt Josef Zellmeiers Zivilcourage gut an: Zahlreiche Applaus-Emojis fluten das Kommentarfeld, "Respekt", heißt es von Seiten mehrerer Bürger. Manche verleihen auch ihrer Verärgerung gegenüber dem Täter Ausdruck: "Wahnsinn, wie deppert die Menschheit woan is." Und einmal heißt es schlicht: "Bei euch gehts zu, Sheriff!"

Weitere Artikel

 
 
 

1 Kommentar

Kommentieren

null

loading